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sie am sonnenhellen Fenster bei 58 u Wärme. Die Blütenknospen entfalten sich dort prächtig und erblühte Pflanzen halten sich sehr lange.

Auf das Giessen der Azaleen muss besondere Sorgfalt gelegt werden, zu viel Wasser schadet ebenso wie zu wenig; meistens leiden die Azaleen im Zimmer an Wassermangel. Die Azaleen wollen alljährlich neue Erde erhalten, kräftige gutgeformte Pflanzen werden deshalb in etwas grössere Töpfe umgesetzt, auf ein Beet in den Garten gepflanzt aber alle schwächlichen und kränklichen Pflanzen. Das Umpflanzen der Azaleen soll im Frühjahr, gleich nach der Blüte, ge­schehen und soll die zu verwendende Erde nur Heideerde und Sand sein, weil darin, wie erwiesen, die Azaleen am freudigsten wachsen. Bei dieser Ge­legenheit wird der Ballen mit einem spitzen Holz etwas gelockert und von alten Scherben befreit. Die Pflanzen müssen jedoch ihren früheren Stand be­halten, denn ein Tieferpflanzen macht die Azaleen krank, ein Höherpflanzen aber ist ihrem Wachstum auch nicht dienlich. Die Pflanzen müssen so stehen, dass der Stamm nicht mit der Erde be­deckt ist und im Topfe noch 2 cm Raum zum Giessen bleibt.

Nach dem Verpflanzen werden die Töpfe durchdringend gegossen und kommen Ende Mai mit den Töpfen ins Freie, zuerst an einen schattigen Stand, dann auf sonnige Beete. Im Sommer verlangen alle Azaleen ein sorgfältiges Giessen, bei warmem Wetter alltägliches Ueberspritzen und wöchentlich minde­stens einmal einen Dungguss aus Rinder­blut, stark verdünnt.

Wer Azaleen auspflanzen will, muss an einem sonnigen, warmen Platze des Gartens ein Beet herrichten. Für eine Pflanze mittlerer Grösse genügt ein Quadrat-Fuss Raum. Der Boden wird hier Va Fuss tief ausgehoben und durch Heideerde ersetzt. Das Auspflanzen ge­schieht Ende Mai, nachdem die Azaleen vorher einige Tage im Schatten gestanden und sich an Euft und Licht gewöhnt haben.

Mitte September muss man die Aza­leen wieder in Töpfe pflanzen und kann man die Wurzelballen etwas verkleinern,

um gar zu grosse Töpfe zu vermeiden. Die Pflanzen können dann bis zum Ein­tritt kalter Witterung an einem schat­tigen Platz oder in einem beschatteten Frühbeet stehen bleiben und kommen erst dann in ein helles ungeheiztes Zimmer, dessen Temperatur nicht unter 24 u Wärme sinken darf.

Bei dieser Behandlung werden die Pflanzen sich gesund erhalten und zu kräftigen Exemplaren auswachsen, die uns in jedem Frühling aufs neue durch ihre prächtigen Blüten erfreuen. Wer ein Freund dieser hübschen, monatelang blühenden Pflanzen ist, dem seien zur Vervollständigung seines Sortiments nach­stehende Arten als die besten empfohlen:

Alba magnifica. reinstes weiss, von hervorragender Grösse; Apolloti, rein- weiss, mit seltenen roten Strichen, eine der schönsten und grössten; Bernhard Andreae, leuchtend rosa, stark gefüllt; Bernhard Andreae alba, schneeweiss, prachtvollgefüllt,reichblühend; Coelestine, leuchtend karmin, sehr reichblühend; Dante, leuchtend karmoisin, gefüllt und reichblühend; Deutsche Perle, reinweiss, grosse gefüllte Blumen; Ernst Papen- berg, scharlachorange, grossblumig; Frau Andreae Winkler, weiss, mit riesigen Blumen, fleischroten Streifen; Helene Thelemann, pfirsichblütrosa, schön ge­füllt; Hermosa, grosse, zartrosa gefüllte Blumen; Imbricata, weiss, mit grünem Schimmer, sehr reichblühend; Kaiserin von Indien, zartes lachsrosa, von breitem, reinweissen Band umsäumt, gross und gefüllt; Louise Vervaene, weiss, gefüllt, grossblumig; Mnie. Auguste van (leert. karminrosa, mit breiter, weisser Einfas­sung, reichblühend; Niobe, elfenbeinweiss, gross und dichtgefüllt; Perle de Gand, dunkelrot, schöne Form; Proserpina, in­tensives, angenehmes rosa, sehr schön dichtgefüllt; Schnee, reinweiss; Souvenir de Jean Verschaffelt, rubinrot, schöne, seltene Farbe; Simon Mardner. schönes rosa, dichtgefüllt, eine der besten Ge­füllten; Vervaeneana. sehr grosse, tief- rosa Blumen, eingefasst mit einem schnee- weissen Rand, sehr gefüllt, effektvoll; Vti/cau, dunkel granatrot und dunkle Zeichnung.