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daß die in der Commissur veriaufenden Kanäle hingegen den zur Genöge bekannten Geruch der in Handel kommenden Coriandrum-Essenz geben.
Diese Hypothese wird weiters durch die Tatsache gestützt, dal! der Geruch von reifen und trockenen Coriandrurn-Früchten beträchtlich intensiver wird, wenn dieselben zerstampft werden. (A. d. Franz. Sp.)
Emile Perrot et Mongin. A propos de la Sabine et des especes botaniques de Juniperus fournissant la drogue cominerciale. (Ueber die Arten von Juniperus, welche die Handelsdrogue „Sabine" liefern.) (Bulletin des Sciences pharmacologiques, FetSruar 1902, V.)
1. Die in Handel kommende Drogue „Sabine' ; ist eine ungleiche Mischung von Juniperus sabina, phoenicea und Thurifera var. gallica, Arten, welche alle drei in der Dauphine und Provence sehr häufig angetroffen werden.
2. J. phoenicea, welche den grollten Teil der Drogue, die unter dem Namen Sabine bekannt ist, ausmacht, ist nutzlos; denn man weiß, daß diese Art keine Substanz enthält, die mit der aus J. sabina gewonnenen Essenz verglichen werden könnte. Die Zutat dieser Pflanze ist also eine reine Fälschung, welche nun schon mindestens 25 bis 30 Jahre statthat; schon M. Collin hatte die Gelegenheit, dieselbe 1874 aufzudecken. Diese Tatsache allein würde schon genügen, um den Rückgang in der Anwendung dieses Medikaments zu erklären, das doch vor Zeiten besonders in der Veterinävheilkunde so gebräuchlich war.
3. Die Beimengung von J. thurifera var. gallica ist eine einfache Substitution ohne viel Schaden, da es statthaft ist, an eine tatsächliche Wirkung dieser Pflanze zu glauben.
4. Es ist also von Bedeutung die Mittel kennen zu lernen, mit Hilfe derer man sich von der Reinheit der Drogue überzeugen kann. Zur Untersuchung dienen die Blätter und Früchte, welche sehr hä.ufig in den Mischungen zu finden sind. Die Merkmale, durch welche sich die wirkenden Arten von der wirkungslosen J. phoenicea unterscheiden, sind folgende:
A. J. phoenicea. Blätter klein, spiralig angeordnet, auf einem Spiralgange 5. Die Beobachtung dieses Merkmales kann mit einer Lupe leicht erfolgen, überdies durch eine mikroskopische Untersuchung mit sehr schwacher Vergrößerung geprüft werden. Hiezu werden mehrere Schnitte nach der Schnittfolge auf einen Objektträger gelegt. Man wird an der Achse gewöhnlich 3, manchmal 4, sogar 5, aber nur ausnahmsweise 2 finden.
B. J. thurifera var. gallica und J. Sabina. Blätter kurz, rautenförmig bei dar ersten eng anliegend, bei der zweiten mit den Seiten sich berührend oder mehr minder von einander entfernt, stets aber zu zweien verteilt und gegenständig; die zwei oberen ebenfalls gegenständig, aber in einer senkrechten Ebene.
Die Querschnitte werden stets zwei gegenständige Blätter zeigen, manchmal überdies die Rudimente der zwei darüber liegenden ebenfalls gegenständigen Blätter.
C. Die genauere mikroskopische Untersuchung wird überdies bei J. phoenicea im Mesophyll zahlreiche sehr verdickte, sklerenchymatisehe Zellen aufweisen. Diese Elemente finden sich ebenfalls bei J. thurifera var. gallica, aber viel spärlicher, stets aber fehlen sie bei der echten J. Sabina.
D. Gewisse Unterscheidungsmerkmale können aus der Untersuchung der Früchte festgestellt werden; bei Sabina bleiben sie stets von geringer Ausdehnung, sie überschreiten 5 mm niemals; bei J. phoenicea erreichen sie gewöhnlich die Größe von S—10 mm. (A. d. Franz. Sp.)
Wünsche, 0. Blicke auf die Entwicklung der Naturwissenschaften.
Vortrag, geh. i. Ver. f. Naturkunde zu Zwickau. 1902. Zwickau, Verl. v. Gebr. Thost. Plettke, F. Das begrannte Ruchgras, Anthoxa.nthum aristatum Boiss.,
eine no r d w e s t d e u t s che Wanderpflanze. Der Naturfreund. 15. Juli 1902.
— — Alopecurus bulbosus Gouan, eine für Deutschland neue einheimische Phanerogame. Natur und Schule, 1903, p. 57.
— — Botanische Skizzen vom Quellgebiete der lllmenau, insbesondere über das Vorkommen von Betula nana L. und alpestris Fr. daselbst. Ein Beitrag zur Flora der Lüneburger Heide. — Abhandl. Nat. Ver. Bremen. Bd. XVII, H. 2. p. 447—464.
Ginzberger, Aug. Die Pflanzenwelt Oesterreich-Ungarns. »Das Wissen für Alle«, volkstüml. Vorträge u. populärwiss. Rundschau, 11. Jahrg., 1902, Nr. 25—32.
Druck der Wagner'sclien Universitiits-Uuchdruckerei in Innsbruck.
