Botanisches Literaturblatt
Organ für Autor- und Instituts-Referate
aus dem
Gesamtgebiete der botanischen Literatur.
Herausgegeben und redigiert von ])r. Adolf Wagner, Privatdoeeut der Botanik a n der
Universität in Innsbruck.
Verlag der Wagner'sehen Universitäts-Buchhandlung, Innsbruck.
I. Jahrgang M 4
Erscheint am 1. und 15. jeden .Monats. Abonnement für das halbe Jahr 14 Mark. Durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. Betreffs der Sonderabdrücke für Mitarbeiter wolle man Seite, :! des Umschlages beachten.
1903
Alle die Kcdaktion betreffenden Sendungen und Zuschriften sind zu richten an die Adresse:
Dr. A. Wag-ner, Innsbruck-Mtthlau, Villa Klotz.
Die Wiersctzung fremdsprachiger Autorreferate haben derzeit übernommen die Herren: Dr. Friedr. Tobler (Berlin) für englische (T.), ■ Dr. Ad. Sperlich (Innsbruck) für französische und italienische (Sp.). Die übersetzten Autorreferate sind durch eine eingeklammerte Notiz am Schlüsse gekennzeichnet. Fremdreferate sind von der Berichterstattung ausgeschlossen.
L Referate.
Prof. Arthur Meyer. Arbeiten aus dem Botanischen Institut der
Universität Marburg.
A. Grimme, Die wichtigsten Methoden der Bakterienfärbung in ihrer Wirkung auf die Membran, den Protoplasten und die Einschlüsse der Bakterienzelle. Inaugural- Dissertation, Marburg 1902 und Centraiblatt f. Bakteriologie, Parasitenkunde und Infektionskrankheiten, 1. Abt., Bd. 32, 1902.
In den letzten Jahren wurde die Morphologie und Entwicklungsgeschichte der Bakterienzelle von Artur Meyer (Marburg) und seinen Schülern genauer an verschiedenen Spezies untersucht. Insbesondere gelang es A. Meyer nachzuweisen, daß viele sporenbildende Bazillen gewisse Beservestoffe wie Fett und Glykogen aufspeichern und diese bei der Sporenbildung verbrauchen. Es wurde der Beweis für die chemische Natur jener Körper nicht nur durch zahlreiche mikrochemische Reaktionen, sondern beim Fett sogar durch makrochemische Darstellung erbracht.
Der Verf. obiger Arbeit studierte das Verhalten aller bis jetzt bekannten Zellbestandteile der Bakterien zu den gebräuchlich medizinisch - bakteriologischen Färbe- fflethoden und stellte unsere Kenntnisse erweiternde Untersuchungen über die sog. Babes - Ernst'schen Körperchen und soweit es möglich war, auch über die Säurefestigkeit und über die Alkoholfestigkeit der Färbung nach Gram an.
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