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selben erscheinen jedoch mit Arten verschiedener Gattungen vermischt. Es werden nun diese Formen auf Grund einer ausgedehnten Untersuchung zu neuen Gattungen gruppiert, welche wieder derart verteilt werden, dal! jeder einzelnen der rechte syste­matische Wert zukommt, stets auf das oben citierte Gesetz bezugnehmend.

Tatsächlich sind die mit zusammenhängenden hyalinen Sporulen ausgestatteten Gattungen Phyllosticta, Phoma und Macrophoma die Prototype der drei Reihen; die­selben können in zwei Gruppen eingeteilt werden: I. Gattungen mit Mikrosporen, 2. Gattungen mit Makrosporen. Zu der ersten Gruppe gehören die Phyllosticta- und Phoma-arten, welche durch An- oder Abwesenheit bestimmter Blattflecken charakteri­siert erscheinen, zur zweiten die einzige Gattung Makrophoma, welche nach Berlese und Voglino Formen in sich fallt, deren Sporulen einen Längsdurchmesser von 15 und mehr ;j. haben.

Es ist einleuchtend, daß die Gharaktere dieser Prototype sich in jeder einzel­nen Section wiederholen werden, so bei den Phaeosporae. Phaeodidymae, Hyalodi- dymae, Hyalophragmiae, Phaeophragmiae, Phaeodictyae und Hyalodiotyae. Die ein­zelnen Öectionen unterscheiden sich nur durch die Färbung der Sporulen und durch die Zahl und Verteilung der Septen. So werden wir bei den Phaeosporae drei Gat­tungen finden müssen, analog Phyllosticta, Phoma und Macrophoma, allein mit ge­färbten, mit einem Septum versehenen Sporulen; analog bei den übrigen Sectionen.

In Saccardo'sTabulae Comparativao« existiert eine Lücke, wo Phyllosticta- formen mit gefärbten Sporulen hineingohören. Da ich zwei neue Pilze, welche eben derartige gefärbte Sporulen zeigen, entdeckte, schuf ich die Gattung Phyllostie- tella Fl. Tass. und rechnete zu derselben auch die blattbewohnenden Formen von Coniothyrium, viele Phaeosporeen vom Phyllosticta-typus und einige Sphaeropsis-arten, bei denen Mikrosporen beschrieben wurden, alles Formen, die, wie leicht einzusehen, unmöglich in den genannten Gattungen verbleiben konnten, ohne dem festgestellten Analogiegesetze zu widersprechen.

Da überdies die Gattung Sphaeropsis zum Prototyp das Makrosporen bildende Macrophoma hat, müssen alle Sphaeropsis-arten zur Wahrung der Einheitlichkeit der Gattung durch Makrosporen charakterisiert sein. Wie man aber in der Praxis kon­statieren konnte, gehörten in der Tat auch lormen mit Mikrosporen her, also Formen vom Phoma-typus, das heißt echte Conothyriuni; diese glaubte ich nun auch letzterer Gattung unterordnen zu müssen, um eine große Verwirrung innerhalb der Gattung Sphaeropsis hintanzuhalten.

Nach diesen Verschiebungen ergibt sich, dali alle Mikrophaeosporen bildenden, Blätter bewohnenden Arten zu der Gattung Phyllostictella, die Mikrosporen bildenden, Aeste und Stengel bewohnenden Formen zu der Gattung C o n i o t h y rium, zu der Gattung Sphaeropsis hingegen nur die Makrosporen bildenden Formen gehören.

In der Section der Phaeodidymae (stets nach Saccardo's Tabulae Comp.) findet sich die einzige Gattung Diplodia, eine Form vom Macrophoma-typus. Selbstver­ständlich sollten nur Arten mit Makroäporen hieber gehören. Die von verschiedenen Autoren angestellten Untersuchungen zeigen, daß sich auch hier sehr viele Arten mit Mikrosporen finden, die eigentlich zum Phoma-typus gehören und einer Phoma ana­logen Gattung untergeordnet werden müssen, wenn Saccardo's System streng einge­halten werden soll. Da ich nun neue Arten von Diplodia mit Mikrosporen ent­deckt und zahlreiche Arten untersucht habe, konnte ich für diese Arten die neue Gattung Microdiplodia Fl. Tass. schaffen.

Ueberdies existieren in der Gattung Diplodia verschiedene Arten mit Mikro­sporen, die Blätter bewohnen, also in die Reihe vom Typus Phyllosticta gehören ; diese vereinigte ich zu der neuen Gattung Ascochytella Fl. Tass., so genannt wegen der großen Aehnlichkeit mit der Gattung Ascochyta. Aus letzterer Gattung schied ich überdies einzelne Arten aus, bei welchen gefärbte Sporulen beschrieben wurden, die mithin nicht zu der hyalodidymcn Gattung Ascochyta gehören können.

Die Section der Hyalodidymae erscheint vollständiger, da nur die Phoma ana |oge Gattung fehlt. Indem ich, wie bei der früheren Section aus Diplodia, hier aus -Diplodina die Formen mit Mikrosporen ausschied, erscheint mithin die Lücke durch die neue Gattung Diplodinula Fl. Tass. ausgefüllt.

In den Sectionen der Hyalophragmiae, Phaeophragmiae und Phaeo­dictyae gibt es nur Gattungen vom Macrophoma-typus; diese siud Stagonospora, Hendersonia und Camarosporium. Damitnundie Arten dieser Gattungen tatsäch­lich, dem Prototyp entsprechen, müssen naturgemäß alle Formen mit Mikrosporen ausge­schieden und, je nachdem sie Blätter oder Aeste und Stengel bewohnen, zu neuen, Phyllo­

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