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durch eine seichte, ringförmige Einkerbung der Membran vom Verf. R i n g f u r c h| e benannt markiert; die Ringfurche wird nach jeder Zellteilung in der jüngeren Zellhälfte nahe der Verbindungsstelle mit der älteren neu angelegt und es findet eine folgende Teilung nie mehr an der Stelle einer vorangegangenen statt. So erklärt sich die Entstehung der schmalen Querbinden in der Zellmitte sämmtlicher Olosterium- arten. Eine Artengruppe der Gattung Closterium besitzt außer den Querbinden noch breitere Gürtelbänder, welche durch periodisches Ergänzungswachstum entstehen, indem bei der Zellteilung zunächst eine unvollständige Zellhälfte (ein Schalstück) und erst später als Ergänzung ein Gürtelband gebildet wird.

Gürtelbandbildung durch periodisches Ergänzungswachstum findet sich auch bei den Penieen, ist aber hier atypisch und kann vollständig unterbleiben; die Zell­teilung in letzterer Tribus erfolgt in unregelmäßigem Wechsel an den Segmentgrenzen, bezüglich der Einzelheiten über die Zellteilung der Penieen und Closterieen muß auf den Text der Abhandlung und die beigegebenen Figuren verwiesen werden.

Während in den Tiibus der Spirotaenieen, Gonatozygeen und Penieen die Zellmem­bran stets porenfrei ist, besitzen die (Jlosterieen und Cosmarieen einen Porenapparat. Die Beschreibung des Porenapparates weicht in wesentlichen Punkten von den Angaben der früheren Beobachter ab, insbesondere wird auch die Ansicht bekämpft, daß der Inhalt der Porenkanäle aus Protoplasma bestehe; bezüglich der funktionellen Bedeutung der Poren stimmt der Verf. der Auffassung von Klebs bei, welcher sie in Beziehung zur Gallertausscheidung brachte.

Weitere Punkte, die in der Abhandlung zu genauer Erörterung kommen, sind die Häutung junger Zellhälften nach der Zellteilung, die Totalhäutung, die Mittel, durch welche Koloniebildung erreicht wird.

Nach der Ansicht des Verf. lassen sich die Unterschiede im Bau der Membran und in der Zellteilung für eine bessere systematische Einteilung der Desmidiaceen verwerten, indem sie die Abgrenzung von Tribus und die Vereinigung mehrerer Tribus zu höheren Gruppen ermöglichen. Die Gattungen können dabei in der bisherigen Weise eingeteilt bleiben und nur das Genus Penium Breb. (sensu aut. recent.) wäre zu teilen, weil dasselbe unnatürlich zusammengestellt ist. Eine Artengruppe desselben (Penium digitus, lamellosum, oblongum, interruptum) gehört zu den Spirotaenieen und wäre dort als besonderes Genus (Netrium) einzuschalten, P. libellula und navi- cula gehören zu Closterium, einige mit Poren versehene Arten zu den Cosmarieen.

Den Schluß der Arbeit bildet der Entwurf eines Systems, welcher nachstehend im Auszug wiedergegeben ist.

Familie: Desmidiaceae.

Swhfamilie I. Saccoderme Desmidiaceen.

Zellhaut nicht segmentiert, ohne Porenapparat. Teilungsstelle nicht präformiert. Die bei der Zellteilung angelegte Querscheidewand an die unveränderte Membran der Mutterzelle ansetzend.

Tribus 1. Spirotaenieae. Zellhaut ohne differente Außenschicht. Gat­tungen: Mesotaenium Naeg., Ancylonema, Berggr., Cylindrocystis Men., de Bary, Spirotaenia Breb. emend. Lütk., Netrium Naeg.

Tribus 2. Gonatozygeae. Zellhaut mit differenter Außenschicht. Periodi­sches Ergänzungswachstum vorhanden. Gattung: Gonatozygon de Bary (incl. Geni- cularia de Bary).

Subfamilie II. Placoderme Desmidiaceen.

Zellhaut segmentiert, mit differenter Außenschicht. Die Zellteilung erfolgt an einer präformierten Teiiungsstelle unter Einschaltung eines schmalen Zwischenstückes, an welches die Querscheidewand ansetzt.

A. Teilungsstelle variabel.

Tribus 3. Penieae Zellhaut ohne Porenapparat. Teilungsstelle an den Seg­mentgrenzen, unregelmäßig wechselnd. Periodisches Ergänzungswachstum vorhanden, atypisch. Gattung; Penium Breb. pro parte.

Tribus 4. Closterieae. Zellhaut meist mit Porenapparat. Teilungsstelle regelmäßig gegen die Zellmitte fortschreitend. Gattung: Closterium Nitzsch. Subgen. 1. Mit typischem periodischen Ergänzungswachstum. Subgen. 2. Ohne periodisches Er­gänzungswachstum.

B. Teilungsstelle fix. Tribus 5. Cosmarieae. Zellhaut au8 2 Schalstücken bestehend, mit Poren­apparat. Periodisches Ergänzungswachstum fehlt. Gattungen: Docidium Breb. emend.