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Mitteilungen der Dendrologischen Gesellschaft .
artigen Strauch oder kleinen Baum bilden wird . Das junge Holz ist schön röt¬
lich , älteres aber hübsch grün berindet und mit auffallenden weißen Streifen
geziert . Das langovale , etwa 10 cm große Blatt ist 2 cm lang gestielt , am
Grunde herzförmig und am Bande mit einigen mehr oder weniger stark ange¬
deuteten Lappen versehen . Die Färbung ist beim Austrieb wunderschön rötlich
bronziert und späterhin glänzend sattgrün . In der Jugend ist die Blattunter¬
seite kurz , weißlich behaart , wird aber dann kahl . Dieser schöne Ahorn ver¬
dient die weiteste Beachtung ; bei der Anpflanzung gebe man ihm einen mög¬
lichst warmen , geschützten Standort .
Artmidia arguia Franch . et Savat . Dieser in Japan heimische , üppige ,
rasch wachsende Schlinger ist bei uns noch selten anzutreffen , obwohl er schon
seit längerer Zeit eingeführt ist . Der schlanke , etwa 5 cm lange Blattstiel ist
borstig behaart und trägt ein ungefähr 10 : ö ' / 2 cm großes , ovales Blatt mit lang
ausgezogener Spitze , sehr fein gesägtem , gezähntem Band und von glänzend
tiefgrüner Färbung . Im Mai - . limi erseheinen die über 1 cm lang gestielten , rein -
weißen Blüten einzeln in den Blattachseln der diesjährigen Triebe . Zur Be¬
rankung alter Bäume oder auch Laubengänge ist dies ein ausgezeichneter , emp¬
fehlenswerter , harter Schlinger für etwas feuchten Standort .
Act . chinensis Planch . Unstreitig ist dies einer der schönsten , in der Kultur
befindlichen Schlinger , der in den letzten Jahren aus China eingeführt wurde .
Der Wuchs ist äußerst kräftig , rasch , es bilden sich im Jahre Triebe von
mehreren Metern Länge . Der Austrieb ist prachtvoll , dicht mit langen , blut - bis
weinroten Haaren bedeckt und besonders bei durchscheinendem Sonnen -
lioht von entzückender Schönheit . Das 20 25 : 18 — 20 cm große , Wein ähnliche
Blatt ist ungefähr 10 cm lang gestielt , im Austrieb wie eben geschildert , später
oberseits tiefgrün , wenig behaart , unterseits aber dicht behaart bleibend . Auch
am Holze bleibt die Behaarung ziemlich lange bestehen . Die ziemlich großen ,
etwa 5 cm im Durchmesser haltenden Blüten stehen in Büscheln und sind an
männlichen Exemplaren weißlich gefärbt , an weiblichen aber gelb . Hier konnte
ich die Blüten leider noch nicht beobachten . In diesem Schlinger haben wir ein
prachtvolles Material zur Berankung von Festons , Laubengängen usw . Leider
ist derselbe in rauhen , kalten Lagen nicht winterhart , sondern verlangt eine
wanne , geschützte Lage , woselbst er aber durch seine Schönheit die angewandte
Mühe reichlich belohnt . Aber auch als Kübelpflanze , die im Sommer in warmer ,
sonniger Lage aufgestellt , im Winter aber frostfrei gehalten wird , kann man
diesen Schlinger mit bestem Erfolge kultivieren .
Ailanthus Giraldi Dodc . Line neue , sehr dekorative Art aus Nordchina , von
wo sie vor etwa 15 Jahren durch Pater Giraldi eingeführt wurde ; in den Handel
kam sie aber erst vor einigen Jahren . Das Holz ist ungewöhnlich stark und
bellgrau berindet . Von recht schmuckvoller Wirkung ist die sehr große Belaubung ;
die 1 ' 2 15paarigen Blätter werden bis 1 * 50 m lang . Die Blattspindel ist sehr
schlank und kurzseidig behaart . Die beinahe ausgeprägt keilförmigen Fiederchen
sind leicht silberhaarig , kurz gestielt , und am Blattgrunde bisweilen mit ganz
kleinen Läppchen versehen . Blattfärbung oberhalb tief dunkelgrün , unterseits
heller . Diese harte Art , die in der Heimat zu einem hohen Baume erwächst ,
scheint auch Neigung zum strauchartigen Wuchs zu haben , da sie sich durch
Wurzelausläufer sehr rasch weiter verbreitet . Der Wuchs ist sehr rasch und
stark . Bei der Anpflanzung ist jedenfalls reichlich Platz zu geben .
1/7 . glandulosa pendülifoliä Carr . Diese neue , sehr empfehlenswerte Form
wurde im Jahre 1900 von der französischen Firma Barbier & Co . dem Handel
übergeben , ist aber holländischen Ursprungs . Sie unterscheidet sich von
der Art besonders durch die außergewöhnliche Länge des Laubes und durch
dessen graziöse , leiohl abwärts neigende Haltung . Das reichgefiederte
Blatt erreicht l , „ Länge ; die Spindel ist dünn und silberhaarig . Die
2 — 3 mm lang gestielten Fiederchen sind langoval aus breitem Grunde , daselbst
beiderseits mit ausgeprägtem Läppchen versehen , während die Spitze sichel¬
förmig ausläuft . Das ganze Blatt ist leicht silberhaarig und von schöner , heller ,