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Sprechsaal.
i. Eigentümliche Krankheitserscheinung an Makropoden.
Von zwei BruteO Makropoden habe ich im Sommer v.J. 40 Stück gross gezogen, d. h. sie sind jetzt etwa halbwüchsig. Einen Teil der Fischchen habe ich an Bekannte abgegeben, nur 22 Stück sind noch in meinem Hesilz und befinden sich in einem ca. IO 1 Wasser fassenden und mit Ouell- moos, Tausendblatt, Laichkraut und Kalmus reich bepflanzten Elementglas sehr wohl; mit ihnen zu sammen bewohnen einige l'osthornsclinecken und eine Sumpfdcckclschnecke das Aquarium. Das Wasser wurde nicht erneuert, auch nicht besonders durchlüftet, sondern nur das verdunstende Wasser ersetzt. Die \Vasscrtem|>eratur sinkt, da das Elementenglas in meinem Zimmer mit Dauerbrenner steht, gewöhnlich nicht unter 15 °C.; an besonders kalten Tagen und Nächten wurde auch noch geheizt, ("icfitttert wurden die Kischchen mit lebendem Futter, so lange es solches gab, später mit Garneelenschrot und geschabtem Fleisch. liei dieser Fütterung gediehen die jungen Fische merklich und sind jetzt zum Teil schon halb so gross wie die Allen. Nun habe ich seit zwei Tagen an zweien der kleinen Tierchen folgende mir unerklärlichen Erscheinungen beobachtet: Jedes der beiden Tierchen kam plötzlich von unten nach der Wasseroberfläche geschossen und legte sich dort ziemlich aufgebläht auf die Seite. Trotzdem ich
*) Im i>Sprechsaal« möchten wir antern Lesern Gelegenheit geben, Fragen von allgemeinem Interesse zur öffentlichen Besprechung zu stellen. Wir bitten, sowohl nach der einen als auch nach der anderen Seite, dieser Rubrik ein reichhaltiges Material zu überweisen.
beide sofort isolierte und warm stellte, gingen sie mir ein, wenn auch bei dem ersten nach einem Tage die Blähung verschwand und augenscheinlich eine Besserung eintrat. Ob eine Fischblasen* erkältung oder eine Verstopfung vorliegt, ist mir bis jetzt noch nicht klar geworden ; jedenfalls wSl* ich für eine Aufklärung dankbar.
Höchst a. M. Dr. F. Sch.
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Kleine Notizen. Raffinierter Entenfang. Der Mlthlen- besitzer Hass zu Rethwischfeld (Holst.) hatte sieben Teiche, von denen der grösste über 50 t misst. Auf demselben nisteten und versammelten sich im Herbste viele Wildenten. Als hart an demselben vorbei die Chaussee ausgebaut wurde, vollführten nichtheimische Arbeiter dort folgenden raffinierten Entenfang:
In einem riedbewachsenen Teichwinkel, wo sich die Enten gern aufhielten, schlugen sie einen Pfahl ein, so dass er eine Hand lang unter dem Wasser war. Auf dem glatten Kopfe des l'fahls lag ein etwa 3 — 5 pfündiger Stein; an diesem Steine war eine starke Schnur befestigt, welche einen einfachen grösseren Angelhaken am losen Ende besass. Auf die Angel steckten die Arbeiter Weissbrot oder Lungenstücke, also Köder, die sich lange auf der Oberfläche hielten. Da die Enten lagelang vorher mit gleichen Brocken gefüttert worden waren, verschlangen sie auch die mit Angeln besetzten Hissen. Sobald sich der Schmerz einstellte oder sie die Fesselung bemerkten, begannen sie zu zerren; alsbald fiel d er Stein vom Pfahl und zog die Ente hinab, dass sie ersticken musste. Im Tagesgrauen stellten sich die abgefeimten Freibeuter ein und hielten lohnende Umschau. L. Frahm.
Vereins-Mitteilungen. *§H^i^i§»^^^&
Kür diesen Teil trägt die Redaktion keine Verantwortung.
„Ulva",
Verein für Aquarien- und Terrarienkunde zu Kiel.
Vereinslokal »Deutsche Reichshallen«. Sitzungen am zweiten Freitag jeden Monats.
Sitzung am 12. Dezember 1902. Anwesend 17 Mitglieder. Herr Kloock hält einen Vortrag: »Wie kann man sich auf billigste Weise einen Durchlliftungs - (Tropf) - A])]>arat herstellen f« (Ist in der »Nerthus« veröffentlicht worden.) — Die Vorstandswahl ergiebt: 1. Vorsitzender Herr liarfod, 2. Vorsitzender und Schriftführer Herr Kadunz, Kassierer Herr Flege, Sammlungsver- waltcr Herr Kindt, Bibliothekar Herr Heinicke. Sitzungstag jetzt 2. Mittwoch im Monat. El wurde einstimmig beschlossen, aus dem Verbände auszutreten, weil der Verein es ablehnt, für seine Mitglieder ein Vereinsorgan zu beziehen, das aliein auf die Aquarien und Terrarienliebhaberei zugeschnitten ist. — Die »Nerthus« wurde als Vereinsorgan bestimmt. — Herr Heinicke fand
in einem Transport von Heringen, welche vor mindestens 2 Stunden dem Wasser entnommen waren und' sich in Kisten befanden, mehrere lebenden Exemplare. Da bis jetzt allgemein angenommen wird, dass der Hering sogleich nach Herausnahme aus dem Wasser verendet, so dürfte die mitgeteilte Beobachtung, die zu derselben Zeit in etwas anderer Weise noch von einem hiesigen Fischhändler gemacht wurde, in weiteren Kreisen Interesse erregen. Als Ursache der merkwürdigen Erscheinung, die auch den Fischern bisher fremd war, wird vom Referenten die Witterung (Schneefall) bezeichnet. Herr Breidenbach berichtet Uber den unnatürlichen Auftrieb eines Schleierschwanzes, dem wahrscheinlich bei einer Krankheitsbehandlung versehentlich I.uft eingepumpt worden war. Herr Berger überwintert Frösche im Zimmer und berichtet Uber schöne Farbenerscheinungen derselben. Der I. Vorsitzende schliesst die Sitzung um 12 Uhr mit dem Wunsche: »Fröhliche Weihnachten» und »gesegnetes Neujahr!« K. R.
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