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erschwert, ja beinahe unmöglich ist, so kann diese nur auf einem Wege vor sich gehen, wie ihn die asiatischen Liebes­götter zu ersinnen vermögen. Liebes­briefe wie sie bei uns üblich aber schon hier mitunter sehr unsicher sind, würden im Orient noch bedenklicher sein, und über diese Schwierigkeiten kann nur die Blumensprache hinweghelfen, die aber selbstverständlich beiden Teilen gleich geläufig sein muß. In der Regel ist dies jedoch immer anzunehmen, und dann ist diese Art der Korrespondenz jedem Briefwechsel vorzuziehen. Wird zum Beispiel einer Dame von ihrem Anbeter ein Blumenstrauß übermittelt, der nicht gebunden ist, oder auch ein offener Kranz, so weiß die Empfängerin sofort, daß ihr der Spender seine un­begrenzte Leidenschaft ausspricht, und wenn dann die Gehuldigte womöglich in seiner Gegenwart mit dem Winden eines anderen Straußes oder Kranzes beginnt, ist das die Erklärung, daß sie seine Neigung erwidert. Uberhaupt ent­hält ein derartiger Brief in Form eines Blumenstraußes, der dem Kavalier aus dem Fenster einer Schönen zufliegt, in seiner sinnreichen Zusammenstellung weit mehr des Wissenswerten, als sich dem Papier anvertrauen läßt.

Auf diese Weise verkehrt man ganz offen und ungeniert mit einander, sagt sich gegenseitig die diskretesten Süßig­keiten, wie sie in einer anderen Form nicht angebracht werden könnten und das alles geschieht, ohne die Aufmerk­samkeit des gewiegtesten Wächters zu erregen und auch nur den leisesten Ver­dacht desselben wachzurufen. Schon die Aufstellung verschiedener blühender Pflanzen auf dem Fenster genügt voll­kommen, um den Eingeweihten über alles zu unterrichten, worüber er informiert sein will. Ob die Pflanzen heute so und morgen anders stehen, beachtet ein an­derer nicht, wohl aber weiß der, den es angeht, sofort, daß ihm seine Dulcinea telegraphiert, ob die Luft rein ist oder nicht. In dieser Art werden lange, um­ständliche Unterhaltungen geführt und ganze Liebesgeschichten ausgetauscht.

(Schluß folgt.)

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Birkwild und Birkhahnbalz.

Von Hugo Otto.

Mit einer Abbildung.

Zwei Stunden nordöstlich von Ober- hausen im Rheinland gelangt man an die rheinisch - westfälische Grenze, und wenn man sie Überschreitet, so kommt man ins Land der berühmten Schinken, ins Westfälische. Iiier tritt uns der Unterschied zwischen Land und Leuten dieser und der Rheingegend recht kraß entgegen, und fast möchten wir glauben, im großen Panorama »Natur« wechselten die Bilder wie in einem Guck­kasten. Gerade diese Gegend der Grenze, etwa zwischen Fmscher und Lippe, bietet auf den verschiedenen Regierungsbezirks-

grenzdistrikten schöne Gegenstücke des Lebens, auf der rheinischen Seite die kolossale Industrie in Bergwerken, Hoch­öfen und Walzwerken und auf der west­fälischen Seite das unendlich weite, sumpfige und moorige, zum Teil recht herrliche Waldgelände, welches nur hie und da kleine Enklaven in sich schließt, wo auf mäßig fruchtbarer Scholle der knorrige münstcrländische Bauer in saurer Arbeit dem Boden oft nur kargliche Finten abringt. Fremde Menschen, die die Reize solcher Einsamkeit nicht zu finden und oft auch nicht zu würdigen wissen, nennen diese letztere Gegend »mit Brettern vernagelt«, und der hoch­mütige Städter sieht nur mit Gering­schätzung auf die Leute herab, die da draußen wohnen, wo Fuchs und I läse sich »Gute Nacht!« sagen. Ja, wenn sie es nur wüßten, wie wohlig es sich in den stillen, bescheidenen Waldhutten lebt, gern würden sie manchmal dem Stadt­trubel entfliehen und in der Waldeinsam­keit Genesung von all den Niederträch­tigkeiten der sogenannten Gesellschaft suchen.

In dieser unwirtlichen Gegend wollen wir in dieser Stunde einmal Umschau halten und uns eins jener Geschöpfe vor die Augen zaubern, das sich dort sehr wohl und glücklich fühlt, und zu dessen Existenzbedingungen eben jene erwähnte Abgeschlossenheit und urwüchsige Ruhe der Natur gehört. Ich nieine das Birk­wild (Tetrao Utrix). Zwar ist es mir