Redigirt von Paul Abraham.
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Organ des Deutschen Gärtnerverbandes und " . der Krankenkasse für Deutsche Gärtner.
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Nr. 1. Berlin, den 1. Januar 1890. XIV. Jahrg.
Zum Jahreswechsel bringen wir allen Lesern
und Freunden unsere herrlichsten Glückwünsche.
Die Schrittleitung.
Die Fachzeitung des Gärtners.
Mit Beginn eines neuen Jalires fangen die Tage an
wieder etwas länger zu werden; wenn man das schliess¬
lich in der ersten Zeit des neuen Jahies auch noch
nicht wahrnimmt, so wissen wir dies aber aus dem
Kalender.
Mit Beginn des neuen Jahres naht für den Gärtner
schon das Frühjahr, er ist schon darauf bedacht, welche
Arbeiten er vornehmen will, wie er den Garten be¬
stellen will u. s. w. Der Januar ist aber noch ein
Monat der Ruhe in dem es oft, wenn die Witterungs¬
verhältnisse zumal noch ungünstige sind, wenig zu thun
giebt. Die Abende sind noch recht lang und wenn es
draussen tobt und schneit, ist man froh, wenn man in
der warmen Stube sitzen kann. Die Zeit wird dann
gewöhnlich durch Lesen ausgenützt.
Der Lesestoff, der gelesen und hauptsächlich jungen
Leuten durch Colporteure für theures Geld in die Hände
e'esnielt wird und der wohl unterhaltend, aber fui den
gespielt wird, «na u oft aber auch Veranlassung
gSt, äen Lls°er auf andere Bahneni zu lenken, istjehr
mannigfaltig; eine Ausw^l der gut H ^
treffen dazu reicht der Raum iE ^ ^
nicht unsere Aufgabe seim ^^ Gewer betreibende
soll der Mensch, insbesondere de ^
lesen, so lautet in erster I^e'h ^s Gärtners.
Fachzeitung,“ hier also die h ächzen» 8 welches alle
Die Fachzeitung ist das geistige Band, welches alle
Fachgenossen umschlingt, die Fachzeitun»
dazu da, den gegenseitigen Gedankenaustausch zu ver¬
mitteln und da dieselbe in allen Gauen unseres lieben
Vaterlandes verbreitet ist, so können durch die Zeitung
alle Anschauungen und Rathschläge die wirksamste
Verbreitung finden.
Der Gärtner, der Tags über gearbeitet hat, verlangt
während der Erholungsstunden geistige Nahrung und
solche liefert in der zweckdienlichsten Weise eine ge¬
eignete Zeitung. Durch sie wird man über die be¬
deutendsten Vorgänge in der Gärtnerei unterrichtet,
man erfährt über Neueinführungen, werthvolle Pflanzen,
Culturmethoden, Aufklärung, man weiss überhaupt, wenn
man den Inhalt der Zeitung verfolgt, was in der Gärtner¬
welt vorgeht.
Während des Sommers hat mancher im Drange der
Geschäfte meist nicht die Zeit gehabt, uns Schritt und
Tritt zu folgen, doch jetzt ist die Zeit so recht geeignet,
das Versäumte nachzuliolen und dem Inhalt der Zeitung
stets folgen zu können. Da werden denn die bei Seite
gelegten Nummern hervorgeholt und durchgelesen und
es findet sich dann so Manches, was dem Leser zum
Nutzen gereicht; es findet sich aber auch noch Manches
was durch die reiferen Erfahrungen des Lesers ergänzt
werden könnte. Wenn uns dann aus dem Kreise unserer
Leser derartige Berichte zu gehen, so sind wir stets
höchst erfreut diese auch andern zugänglich machen
zu können.
Nicht nur dadurch, dass der Mensch irgend Etwas
liest, sondern erst dadurch, dass man das Gelesene mit
den eigenen Anschauungen bezw. Erfahrungen vergleicht
und dann die eigenen Ansichten zum Ausdruck gelangen
lässt, ist das Gelesene von reichhaltiger Wirkung und
von Nutzen. Es giebt ja unter uns Gärtnern, wie ja
auch überall, noch zu viele, die da glauben, sie begehen
einen grossen Fehler und der gereiche ihnen zum Schaden,