Redigirt von Paul Abraham.
111311
-Äjjüji m jägijlfc*
ffUSI
zur ^rderung des
Fsm
mm
äf^
**>T r-
r?l
,l v'*N.
7iu
■ xa
iÄ :
<• SAa
'3a*sv:M
iSlkSS
mm
fWi'T,
;Vüi> * \
Sb^Jte:
<$.'■ - ^
Organ des Deutschen Cärtnerverbandes und Anzeigeblatt der Krankenkasse tür Deutsche Gärtner.
Verlag und Versand Berlin SW., Wilhelmstr. II9/I20. Bezugsgelder nur an A. Winser, Wilhelmstr. 119/120 zu senden.
Commissions-Verlag von Hugo Voigt, Buchhandlung für Gartenbau, Leipzig.
Nr. 20. Berlin, den 15. Juli 1890. XIV. Jahrg.
Zur Verbandsversammlung in Bonn.
Die Zeit rückt immer näher heran, wo in Bonn die
XII. Verbands Versammlung stattfinden wird; nur noch
einige Wochen und die Abgeordneten der Vereine werden
, zu berathen haben, was dem Verbände für die Zukunft
von Vortheil sein und wie er wieder gross und stark
an Mitgliedern werden und segensreich für seine Collegen
arbeiten kann.
Seit der letzten Verbandsversammlung, die vor 2
Jahren in Dresden stattfand, hat sich so manches ge¬
ändert; durch die moderne Arbeiterbewegung, der sich
die Gärtner anschlossen, ist ein grosser Theil aus den
Reihen des Verbandes geschieden, durch die verschie¬
denen Klagen, welche die früheren Leiter gegen den
Verband anstrengten, wurde seine finanzielle Grundlage
erschüttert. Von vielen Seiten musste er Angriffe er¬
dulden, namentlich aber von Leuten, die den Kinder¬
schuhen kaum entwachsen, sich berufen fühlten, den
Gärtner verband zu stürzen, seinen Mitgliedern nachzu¬
weisen, dass sie thöricht handeln und dumm seien, wenn
sie ihm angehörten u. s. w.
Durch alle diese Thatsachen ist der Verband so
weit gekommen, dass er einer gründlichen Neubelebung
bedarf. Trotz aller Angriffe und aller Schmähungen ist
er noch eine starke Vereinigung; denn er zählt immer
noch 60 Vereine mit einigen Tausend Mitgliedern und
es bedarf nur einer zeitgemässen Aenderung seiner
Satzungen, um wieder neues Leben und neue Thätigkeit
in die Vereine zu bringen.
Die Versammlung in Bonn wird nach den bis jetzt
eingegangenen Schreiben sehr gut besucht werden, was
auch schon vorauszusehen war, da viele Angelegenheiten
auf die Versammlung verschoben wurden.
Es wird Hauptaufgabe der Abgeordneten sein, Be¬
schlüsse zu fassen, wonach den Mitgliedern grössere
Vortheile aus der Mitgliedschaft erwachsen, wie bisher.
Dahin dürften gehören:
Die Einrichtung gut geregelter Stellennachweise in
den Städten, wo Verbands vereine bestehen, in Gemein¬
schaft, mit Unterstützung und unter Anerkennung der
Gartenhauvereine mit einem Hauptstellen-Nacliweis.
Die Gewährung von kostenlosem Rechtsschutz in
allen Fällen durch Rechtsanwälte, die in allen grösseren
Städten vom Verbände zu bestimmen und fest zu be¬
solden sind.
Die unentgeltliche Lieferung des Verbandsorgans
an alle Mitglieder, um dadurch die fachliche Ausbildung
der jungen Gärtner mehr zu fördern. Durch geringe
Erhöhung der Beiträge wäre dies bei einer hohen Auf¬
lage möglich, und die Zeitung dann im Stande mit ihren
Ansichten wirksam durchzudringen.
Die Einrichtung eines möglichst vollkommenen und
unparteiischen Auskunftsbureaus.
Die Erhöhung der Unterstützungen auf Reisen bei
geringerer Wartezeit und noch vieles Andere.
Auf solider Grundlage erbaut, würde durch eine
straffe Vereinigung der Verband wieder leistungsfähig
werden und seine ihm untreu gewordenen Mitglieder
wiedergewinnen.
Auf die Versammlung in Bonn richten sich die
Blicke Aller; man erwartet alsdann ein energisches Ein¬
greifen des Verbandes in unsere zerfahrenen Verhältnisse.
Wir wollen hoffen, dass den Wünschen aller gerecht
werde, und dass die Vereine tüchtige Männer nach
Bonn senden, die an Erfahrungen reich sind und es verstehen
organisatorisch zu aibeiten. Wir müssen endlich uns
sagen: Entweder eine straffe, wirksame Vereinigung,
der die meisten Berufsgenossen als Mitglieder angehören
müssen, oder überhaupt keine. Wir müssen aber auch
darnach trachten, dass die Einrichtungen des Verbandes
nur seinen Mitgliedern zu Gute kommen und nicht