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Verlag von «T. JProliberger in Erfurt.
Für den Buchhandel: Hugo Voigt, Buchhandlung für Gartenbau in Leipzig.
Erscheint am 1., 10. und 20. jeden Monats. Abonnementspreis jährlich 6 M., vierteljährlich 1,50 M.
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Erfurt, den 10. (Mpril 189&.
VIII. Jahrgang.
Alsophyla *) australis.
Von Adam Heydt, Kunstgärtner, Hausen-Frankfurt a./M.
Alsophyla australis zählt zur Gattung der Baumfarne und zu
den Farnen des Warmhauses.
Die Vermehrung geschieht durch Samen. Zur Aussaat benutze
man flache Kästchen, welche eine Unterlage von zerkleinerten
Topfscherben erhalten, auf die man eine Schicht durchgesiebten
Torf bringt. Der Samen wird dann dünn ausgestreut, sorgfältig
angegossen und mit Glasscheiben bedeckt. Wir beginnen mit der
Aussaat im Januar, doch kann sie noch bis März vorgenommen werden.
In einem Gewächshause in dem die Wärme nicht über 15°
steigt, aber auch nicht unter io° sinkt, kommen die Samenkästen
zur Aufstellung. Die weitere Behandlung besteht in genügender
Bewässerung (Spritzen) und Umdrehen der Scheiben.
Sobald die Sämlinge sich entwickeln, sehe man zu, sie zu
pikieren. Auch hier kommen . flache Kästchen in Anwendung, die
mit einer aus Torf, Rasenerde, Heideerde und Sand gewonnenen
Erdmischung, angefüllt werden. Um Fäulnis und andere Krankheiten
zu verhüten, halte man die jungen Sämlinge in genügenden Ab¬
ständen und sorge für einen trocknen, warmen Standort, der möglichst
nahe dem Glase zu wählen ist. Auch muss man die Sämlinge
vor Sonnenstrahlen schützen und das Austrocknen der Erde ver¬
hüten; sobald eins dieser Versäumnisse eintritt, werden die Sämlinge
bedeutend in ihrem Wachstum geschwächt und es bedarf dann
schon einige Wochen, bis sie sich erholen. .
Je nach der Entwickelung tritt ein nochmaliges Pikieren ein,
sobald es jedoch möglich ist, sorge man dafür, dass die jungen
Pflanzen in kleine Stecklingstöpfe gepflanzt werden.
Im Sommer sorge man für feuchte Luft und Beschattung.
Sobald es notwendig ist, verpflanze man die Alsophyla australis
aber stets in entsprechende Töpfe, und auch dann nur, wenn die
Wurzeln an dem Rande des Topfes sich zeigen. Hierbei ist darauf
zu sehen, dass die Pflanzen eine güte Unterlage von zerkleinerten
Topfscherben bekommen, wodurch der Wasserabzug bedeutend
*) Alsophyla d. h. Hainfarrn.
beschleunigt wird, denn obgleich Alsophyla australis Feuchtigkeit
liebt, verträgt sie doch keine nassen Füsse. Die Erde, welche
man für Alsophyla australis verwendet, bereite man aus gleichen
Teilen Heideerde und Rasenerde, der man noch ungefähr 1 / g
Flusssand beifügt. Ein heller Standort ist stets einem anderen vorzuziehen.
Im Sommer wird ein tägliches Begiessen unbedingt erforderlich
und bei sehr heisser Witterung kann es zweimal, oft auch dreimal,
geschehen.
Um das Wachstum der Pflanzen noch mehr zu befördern,
kann man ihnen einen Dungguss reichen, der aus Abortsjauche
besteht und der noch die Hälfte Wasser beigemengt ist. Ohne
Wasser würde die Jauche zu scharf sein und ein Kränkeln der
Wurzeln zu Folge haben. Die Zuführung von Nahrung kann
wöchentlich zweimal geschehen.
Noch möchte ich darauf aufmerksam machen, dass Zugluft
und Staub sehr schädlich auf die Gesundheit der Pflanzen wirken.
Alsophyla australis nimmt sich besonders zur Ausschmückung
von Wintergärten, Blumentischen u. s. w. sehr schön aus und sollte
in keinem Glashause fehlen.
In der Handelsgärtnerei von Louis Sinai zu Hausen-
Frankfurt a./M. hatten wir 3jährige Exemplare von Alsophyla
australis, die einen ca. 25 cm hohen Stamm und 12—-15 Wedel
gebildet hatten, deren Länge 1 —1,30 m betrug.
Mögen diese Zeilen dazu beitragen, der Alsophyla australis
mehr Eingang zu verschaffen, sowohl in den Gewächshäusern der
praktischen Berufsgärtner als in denjenigen der Gartenbesitzer und
Blumenfreunde.
--
Die neuen Coleus Abyssiniens.
Von C. Sprenger, San Giovanni ä Teduccio.
Wenn man an die buntblättrigen, vielkultivierten und sehr
viel zärtlicheren Coleus-Hybriden des Gartens denkt, werden beim
Anblicke dieser neuen afrikanischen Arten allerdings anfangs vielleicht
Zweifel aufsteigen, worin denn ihr Wert für den Gärtner liege, allein