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’« zu seinem Vergnügen oder zu seinem Nutzen treibt.
fm Verlag von J. Frohberger in Erfurt.
Erscheint am 1., 10. und 20. jeden Monats. Abonnementspreis jährlich 6 Mk., vierteljährlich 1,50 Mk.
XII. Jahrgang.
Erfurt, den 20. Januar 1898,
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« chon nahi nieder die Zeit, wo die verschiedensten Kataloge
und Preisverzeichnisse der Samenhandlungen in die Häuser
fliegen, einige in einfacher, andere in prachtvollster Ausstattung.
Nun kann ausgewählt werden, damit im Frühling rechtzeitig !
bestellt werden kann. Das xAuswählen ist nun gerade nicht so !
einfach, wie es aussieht, und die vielen missratenen Ernten sind
das sicherste Zeichen, dass nicht immer die nötige Vorsicht an¬
gewandt wird. Und doch ist Vorsicht nötig, denn von ihr
hängt zum grösstem Teil der Erfolg des Jahres mit ab. Taugt
der Same oder die Art nichts, so ist alle Mühe und Arbeit j
vergebens, und statt Freuden und Vorteil bringt der Garten j
nur Verdruss und Schaden. i
Vor allem muss das Preisverzeichnis mit seinen Zeichen j
studiert werden, und, erst wenn die Zeichen, die den einzelnen
Sorten vorgedruckt stehen, verstanden sind, darf man sich ans '
Auswählen begeben. So ist es von grösster Bedeutung, acht- J
zugeben welche Sachen für den Treibkasten, und welche für
das freie Land bestimmt sind. Die prächtigen Abbildungen
sind nicht im Geringsten massgebend. So bestellte ein Nachbar
von mir im letzten Jahre für teures Geld ganz ausgezeichnete
Treibguiken, behandelte diese aber wie andere Landgurken, in¬
dem er sie einfach in den Garten pflanzte, und, weil es frühe
Sorten waren, auch noch ziemlich frühe. Die Folge davon war, j
dass viele gar nicht fortkamen, und diejenigen, die mit Ach und j
Krach am Leben blieben, den ganzen Sommer kränkelten. Der
Ertrag war gleich Null. Dagegen bezog ich von derselben Firma
Landgurken die ganz ausgezeichnet im Ertrag, in Grösse und Ge- I
schmack waren. Ebenso muss die Bezeichnung „Kalt- und !
Warmhaus“ genügend berücksichtigt werden, wenn nicht schlimme [
Erfahrungen folgen sollen. J
Nun ist aber auch der Preis in den einzelnen Verzeich- !
nissen sehr verschieden, einige Firmen führen sogar von einzeln
Samen zwei Qualitäten, eine teurere und eine billigere. Natür¬
lich greifen da viele nach dem billigen Veizeichnisse und suchen
zudem noch die geringere Qualität aus. Sie bedenken aber
nicht, dass der billige Samen auch schlechter sein muss, be¬
denken nicht, dass dieser billigere Samen von schlechteren Samen¬
pflanzen stammt, und daher auch nie die Resultate zeitigt, wie guter
Samen. Eine Firma, die ihren Samen nach dem Grundsätze
zieht, „Vom Guten nur das Beste“, kann ihren Samen unmöglich
so billig abgeben, wie manche Schleuderfirmen ihn anpreisen.
(Ich beziehe den Samen seit Jahren von Erfurt und bin sehr
zufrieden damit.) Da müssen mit grosser Sorgfalt alle minder¬
wertigen Pflanzen entfernt werden, und selbst von den Pflanzen,
die zur Zucht ausgewählt und gepflegt wurden, muss noch manche
verworfen werden. Dass hier der billige Kauf der teuere Kauf
ist, ist leicht zu begreifen. Nun kommt noch die Frage: „Wo
kaufe ich meinen Samen? Nun jedenfalls bei einem tüch¬
tigen Gärtner oder einer gut bekannten, sesshaften Samenhand¬
lung. Niemals aber kaufe man Samen und Pflanzen von herum¬
ziehenden Hausierern, es müssten denn gerade solche sein, die
eine gute Kundschaft in der Gegend haben und seit Jahren sich be¬
währt hahen. Eine kluge Samenhandlung wird sich hüten, ihren
Kunden schlechten oder alten Samen zu verkaufen, denn sie käme
bald in Verruf und hätte den grössten Schaden; aber dem Hausierer,
der vielleicht nur einmal dieselbe Gegend besucht, ist es gleich-
giltig, was für einen Namen er sich erwirbt, denn er geht im
nächsten Jahre in eine andere Gegend. Ausnahmen giebt es
natürlich immer; so ist in hiesiger Gegend niemand betrogen,
der von der „alten Franzosenfrau“ kauft. Im höheren Grade
gilt das Gesagte noch vom Kaufen junger Obstbäume von her¬
umziehenden Händlern. Gewiss, da kann man oft recht billig
Saat^und Ernte.
Von M. von der Kall.