frisches und getrocknetes und 1332116 fl . ein¬
gemachtes Gemüse . Solches sind gewiss Summen ,
die von der hohen Entwickelung des hollän¬
dischen Gartenbaues das beste Zeugnis geben .
Die Bodenverhältnisse sind aber in Holland nicht
etwa durchweg die günstigsten , sondern die hohen
Erträge sind zum grossen Teil dem Eleiss , der
Ausdauer und der Handelsgeschicklichkeit ge¬
nannten Völkchens zuzuschreiben . Ein anderer
günstiger Umstand , welcher die Bodenkultur und
deren Werterträglichkeit so vorteilhaft gestaltet
hat , ist die voiteilhafte Lage jenen Landes ; es
hat reiche , viel konsumierende Nachbarstaaten
und zahlreiche Verbindungswege zu Wasser und
zu Land .
Speziell auf die Hyazinthe zurückknmmend ,
so kam dieselbe in der Mitte des 16 . Jahrhun¬
derts nach Europa . Clusius erwähnt ihrer um
das Jahr 1557 uud soll sie aus Constantinopel
nach Europa gebracht worden sein und zwar
nur in zwei oder drei Spielarten . In England
sollen im Jahr 15 ' JO vier Spielarten vorhanden
gewesen sein ; darunter auch schon gefüllte . Von
England hat die Hyazinthe wohl dann ihren
Weg nach Holland gefunden und wurde sie hier
zu Anfang des 17 . Jahrhunderts angetroffen ,
doch vorerst nur in 4 Horten , im Jahre 1687
war jedoch die Zahl der Spielarten auf 35 ge¬
stiegen . Etwas später wurde die Kultur der
Hyazinthe in der Umgegend von Haarlem be¬
trieben und im 18 . Jahrhundert nahm diese
immer mehr überhand , ebenso die Zahl der
Spielarten , welche auf etwa 1800 stiegen . Viele
von diesen Spielarten sind wieder pingegangen
und ganz andere an deren Stelle getreten . Im
18 . Jahrhundert sollen die dichtgefiillten , oft
spätblühenden Sorten vorgezogen und solche
gern als Einzelpflanzen gezogen worden sein .
Wir selbst lieben mehr die frühblühenden und
benutzen die Hyazinthe mehr als Topf - statt
Freilandblume . Die Zeiten ändern sieh eben
und mit ihnen auch der Geschmack . Staunen
muss man aber über das unerschöpfliche Her -
vorbrmgen von Spielarten , sowohl der Hyazinthe
als auch vieler anderer Ziergewächse . Wenn
man glaubt , ein Gewächs habe alles , was
nur möglich sei an Spielarten hervorgebracht ,
sei nun erschöpft , da , auf einmal lenkt es plötz¬
lich in ganz neue Bahnen und Formen ein ,
überschüttet wieder von neuem mit nicht enden
wollenden Varitationen .
Der llauptplatz oder Mittelpunkt der
Hyazinthenzwiebeln ist Haarlem , doch linden
sich die Kulturen nicht nur allein in Haarlem
und Umgegend , sondern dehnen sich nördlich
bis über Alkmaar , südlich bis über Leiden aus .
Nach einer schon vor fast 10 Jahren aufge¬
nommenen Zählung wurden in jenen Gegenden
331 Hektar mit Hyazinthen und 206 Hektar
mit Tulpen bebaut ; zusammen 597 Hektar mit
beiden genannten und noch anderen Blumen -
zwiehelgewächscn . I > ie Kulturen haben sich aber
seitdem immer mehr erweitert und durften
gegenwärtig wohl über 700 Hektar oder über
2000 Morgen einnehman . Da die Blumenzwiebel -
Züchter meist nicht allerlei Zwielielarten , sondern
mehr nur einzelne , gewisse Sorten von Hyazinthen ,
Tulpen , Crocus etc . ziehen , so nehmen sehr viele
Züchter an diesen Kulturen teil und soll deren
Zahl sich auf über 2500 belaufen .
Sehr bedeutend sind ferner auch die Samen¬
kulturen . Man baut auch hier nicht sehr viele
Arten , doch in sehr grossen Mengen , namentlich
aber Samen von Kohlarten , wie Blumenkohl ,
Kraut , Wirsing u . s . w . , deren Sameuzueht hier
sicherer ist als in den höheren Lagen manch ’
anderer Länder . Besonders aber baut man viel
grünes Gemüse , zumal es fast nirgends an dem
zur Zucht im Grossen nötigen Wasser mangelt .
Man ist eben in Holland bemüht , dem Boden
die höchsten Erträge abzugewinnen uud zwar
nicht nur in der Weise , dass man allein eine
gute Kultur treibt , sondern auch noch dadurch ,
dass mau gut kaufmännisch ist .
Der Triumphhafer - Schmied .
Der lange Schmiedeheiurich war ein arger
Schwindler und schwindelte den Leuten das
Geld nur so aus der Tasche ; nicht genug , dass
er den Pferden alte Hufeisen aufschlug und sich
diese für neue bezahlen liess , er die Sensen ,
Sicheln uud Pflugschare , statt recht glatt zu
schärfen , zackig und stumpf pochte , dafür aber
vollen Schärfelohn rechnete , er jedermann über¬
vorteilte wo er nur konide , mischte er sich auch
noch in Dinge , von denen er absolut nichts ver¬
stand ; nicht einmal die Kalender , so sprach er ,
seien gut genug und wer was vom Wetter er¬
fahren wolle , der müsse kommen und sich bei
ihm erkundigen , doch umsonst , fügte er hinzu ,
ginge so etwas nicht . Sah er Düffeln oder Hansen
einen ( fbstbaum pflanzen , so machten ihn diese
die Isicher nie tief genug . Wollten nun die zu
tief gepflanzten Bäume nicht von der Stelle
wachsen , oder bekamen den Krebs oder starben
ab . so sagte er : Ihr habt keine gesunden Bäume
gepflanzt und wenn ein Baum nicht gesund ist ,
so kann er niemals wachsen ; kommt zu mir ,
ich habe kerngesunde Bäume und für Geld will
ich euch welche davon lassen ! Bäume batte
wohl der Erzschelm , aber nur Holzwildlinge ,
die keinen Pfifferling wert waren . Wenn mm
Hans und Düffel die Wildlinge für Edlinge be¬
zahlt hatten uud forttrugen , da lachte er sich
in ’ s Fäustchen und sagte so im Stillen für sich :
O , ihr Schafsköppe , ihr könnt lange warten , ehe
ihr eine Birne oder Apfel zu kosten bekommt ,
denn ihr seid alte Knaben und erlebt im ganzen
Leben nicht , dass einer der Bäume trägt . Hatte
er Kartoffelernte gehalten , so suchte er einige
der allergrössten Kartoffelknollen von « 1er Menge
heraus , legte sie in sein Fenster nach der < lasse
zu , so dass alle Leute sie sehen mussten uud
wenn Friede oder Christschan die Kartoffeln be¬
guckten und sich über ihre Grösse wunderten ,
so sprach er : Das sind die neuen amerikanischen
Kiesen - Mammuth - Elephantenkartoffeln , welche
ich mir von meinem Schwager aus Amerika
habe besorgen lassen ; ich habe von einem Plünd
über 10 Centner geerntet ; die Dinger sind gut
aber sehr teuer , doch ihr könnt davon kriegen ,
du Friede , du hast eine fette Sau , dafür gebe
ich dir einen Sack Kartoffeln und wenn du