138
Teil des Buches, der eine bryogeographische Schilderung Badens
und der Nachbarländer enthält. Wohl zum erstenmal ist damit der
Versuch gemacht nach Warm ings 1 Vorgang die Moosgesellschaf¬
ten der verschiedenen Gegenden und Ortlichkeiten unseres Landes
anschaulich zu beschreiben und wir können den Versuch als sehr
gut gelungen bezeichnen. Jedem ist wohl klar, dass nur eine a n-
nähernde Vollständigkeit zu erreichen war, zumal bei so schwacher
Beteiligung der Botaniker an den niederen Pflanzen. Umso wert¬
voller ist das von Herzog selbst zusammengetragene und einheit¬
lich verarbeitete Material.
In kurzem darf wohl auf den reichen Inhalt hingewiesen werden.
Nach kurzer Einleitung werden im systematischen Teil der Arbeit
528 Arten scharf und knapp beschrieben, sowie deren Standorte auf¬
gezählt. Die zweite Hälfte des Buches umfasst den geographischen
Teil. In diesem werden wir mit der Abhängigkeit der Arten von
der Höhenlage des Standortes, von der physikalischen und chemi¬
schen Beschaffenheit des Bodens etc. vertraut gemacht, manches
wird an Tabellen und Listen noch verdeutlicht. Hierauf folgen
topographische Skizzen und Schilderungen von Moosgesellschaften der
verschiedensten Gebiete Badens. Am ausführlichsten ist dabei natur-
gemäss unser herrlicher Schwarzwald bedacht worden, dem kaum
ein zweites Gebirge Deutschlands in Bezug auf Moosmassenvege¬
tation nahekommt. Die verschiedensten Umstände helfen dazu,
auch die Artenzahl reich zu gestalten; denn an Felsen, Mooren,
Wasserrinnen etc., in allen Höhenlagen, ist im Schwarzwald kein
Mangel. Besonders artenreiche Bezirke werden zum Schluss nam¬
haft gemacht und die dort vorkommenden Moose aufgezählt. Sehr
angebracht ist ferner ein Vergleich zwischen Schwarzwald und seinem
Schwestergebirge, den Vogesen, sowohl in topographischer, wie auch
hauptsächlich bryologischer Hinsicht. In weiteren Kapiteln werden
die Schwarzwaldvorberge längs des Rheins, der Jura, die
Bodenseegegend, Rheinebene, der Kaiser stuhl und der
Odenwald behandelt. Jedes Gebiet hat seine bestimmten Cha¬
raktermoose und ist dadurch für den scharfblickenden Mossammler
von seinem Nachbarbezirk zu unterscheiden. Den Schluss der Ar¬
beit bilden lange Tabellen mit Angaben über die horizontale Ver¬
breitung der badischen Moose in den Kreisen. Die Tabellen sollen
1 Lehrbuch der ökologischen Pflanzengeographie. 1896.