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Verlag von J. Frohberger in Erfurt.
Für den Buchhandel: Hugo Voigt, Buchhandlung für Gartenbau in Leipzig.
Erscheint am 1., 10. und 20. jeden Monats. Abonnementspreis jährlich 6 M., vierteljährlich 1,50 M.
Nr. 37 .
Srfurt, den SO. September 1894 -,
VIII. Jahrgang«
Von der Erfurter Gartenbau-Ausstellung, die Gemüse - Ausstellung betreffend.
VI.
Die Gartenbauhalle, die seither verschiedenen Neben- oder
Sonder-Ausstellungen der „Allgemeinen Thüringer Gewerbe- und
Industrie - Ausstellung“ als Ausstellungsraum hat dienen müssen, ist
dem Gartenbau nun wieder zurückgegeben worden und wird diesem
nun auch bis zum Schlüsse der Hauptausstellung (30. September)
verbleiben. Zur Zeit, wo diese Zeitungsnummer
unsern lieben Lesern zu Händen kommt, ist
die Gemüse - Ausstellung schon beendigt, denn
ihre Dauer erstreckt sich nur bis zum 18. Septbr.
und an deren Stelle tritt am 22. dieses Monats
die Obstausstellung.
Die am 7. September eröffnete Gemüse-
Ausstellung, in Verbindung mit einer Aus- K {ß*
Stellung von abgeschnittenen Blumen u. Pflanzen
in Töpfen, ist als eine äusserst wohl ge¬
lungene zu bezeichnen; denn erstens sind in¬
folge des regnerischen Sommers die meisten
Gemüsearten zu einer weit vorgeschrittenen
Entwickelung und grossen Vollkommenheit ge¬
langt, zweitens haben sich fast alle grösseren
Erfurter Handelsgärtnereien an der Beschickung
beteiligt, desgleichen auch einige unserer tüch¬
tigsten Gemüsegärtner, sodann auch verschiedene
auswärtige Handelsgärtner, und drittens ist
die Anordnung, Aufstellung der Gemüse und
abgeschnittener Blumen etc. eine recht zweck¬
mässige. An den Wänden des grossen Innen¬
raumes ziehen sich nämlich lange und breite Tatein hin, auf denen
die schönsten Gemüse lagern, der mittlere, grosse Raum aber ent¬
hält auf grossen, langen, runden und auch geschweiften Tischen,
die vielen abgeschnittenen lebenden Blumen, teils in Gläsern mit
Wasser, teils in flachen, mit feuchten Moos gefüllten Kästen. Die
Anordnung ist überall so getroffen, dass der Besucher die ausge¬
stellten Gemüse und Blumen bequem beschauen kann. _tln der
Mitte des Ausstellungsraumes der Gartenbauhalle aber liegt ein
grosses Mosaikbeet, hergestellt aus lauter abgeschnittenen Blumen
und umgeben von einem grünen Moosteppiche. Die Zeichnungen
und Malereien mit frischem Blumen sind äusserst prächtig und
rufen allgemeines Entzücken wach. Der geschickte Anordner dieser
Ausstellung ist Herr Friedhofs-Inspektor Rebenstorff zu Erfurt,
der, wie früher schon mitgeteilt wurde, auch
die gartenbaulichen Anlagen im Freien ent¬
worfen und geleitet hat. — Da aber die an
den Innenwänden der Halle angebrachten
Tische die eingelieferten Gemüse bei weitem
nicht alle aufzunehmen vermochten, so ist auch
noch ein an die Gartenbauhalle angrenzender
grosser und bedachter oder regensicherer Raum
zur Unterbringung der Gemüse mit herange¬
zogen worden. In diesem Raume oder Hinter¬
halle lagern ebenso viel oder noch mehr Ge¬
müse als in der Gartenbauhalle, auch birgt er
die eigentlich mehr zur Landwirtschaft als zum
Gartenbau gehörenden Gewächse mit wie:
Runkeln, Futterrüben, Kartoffeln und dergl.
welche landwirtschaftliche Gewächse bei Ge¬
müse- und Gartenbauausstellungen, wie hier
in Erfurt, auch anderwärts mit den Erzeug¬
nissen des Gartenbaues noch vermengt werden.
Zur Stunde, wo ich diese Zeilen schreibe,
Noa’s Treibgurke. sind die Preisrichter noch nicht zusammenge-
^ L-C treten, so dass noch nichts über die Preisver¬
teilung oder -Gewinnung mitgeteilt werden kann, und der hierauf bezüg¬
liche Bericht so noch verschoben werden muss, doch soll inzwischen
ein kurzer Bericht über die Ausstellungsgegenstände stattfinden:
Haben wir den kleinen Aufstieg zur Gartenbauhalle erklommen
und treten in diese ein, so betreten wir zunächst ein erhöhtes, von
Naturholz umfriedigtes Parterre, von welchem aus wir den tiefer ge¬
legenen Gesamtinnenraum der Ausstellungshalle mit samt seinen