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Schatten stelle, indem sie von erstaun¬
licher, lange anhaltender Tragbarkeit,
honigsüss und von köstlichem Aroma sei.
Die Früchte sind von bedeutender
Grösse und langgestreckter Gestalt.
Ganz eigentümlich ist der überaus lang¬
gestreckte Hals der Früchte ohne Samen
und mit meist abstehenden oder zu¬
rückgeschlagenen Kelchblättern. Die
Farbe der Frucht ist dunkelbraunrot,
die Samen sind bräunlichgelb bis dunkel¬
braun und aufliegend, das Fleisch
cremeweiss, voll, schmelzend und wi 0
schon erwähnt, honigsüss und von köst¬
lichstem Duft. Herr Goeschke sagt
noch, dass sie eine Tafelfrucht ohnes
Gleichen sei und sich auch zur Bowl 0
empfehle. M-
Kleinere Mitteilungen.
Arbeits-Kalender.
Ziergarten. Die Rose blüht, der Garten
ist fertig gestellt und auch die Sommerblumen
drängen sich nun hervorzuthun, um ihre Dank¬
barkeit zu bezeugen. Aber auch das Unkraut
macht sich jetzt mehr und mehr geltend, be¬
hauptet dreist, (nicht ganz mit Unrecht) dass
der Boden hier, weil heimatlicher, ihm allein
gehöre, dass all’ die schönen Blumen nur
Fremdlinge seien, hier ganz und gar nichts zu
suchen hätten und ihre Wege ziehen könnten.
Da heisst es nun wehren und so wie eine
Kolonie, wenn ihr nicht genug Schutz im frem¬
den Lande gewährt wird, nicht gedeiht und
von den betreffenden Eingeborenen schliesslich
aufgezehrt wird, gerade so geht es all’ den
Kolonisten in unseren Gärten, wenn hier nicht
rechtzeitig Schutz und Hilfe kommen. Dem
Unkraut wehren und den Blumen jede Pflege,
wie Behacken, Anbinden an Stäbe und Be-
giessen angedeihen zu lassen, ist jetzt das
Wichtigste im Blumengarten. Ist alles dies
anfs Beste verrichtet, dann mit langen Zügen
all' die Wonne der Natur und Blumen weit ge¬
trunken. denn das Schöne vergeht zu schnell
und Thoren verdienen wir genannt zu werden,
wenn wir jetzt nicht geniessen, hinterdrein
aber klagen wollten. Zur Aussaat gelangen
jetzt oder non bald vor allem Stiefmütterchen,
Vergissmeinnicht und auch allerlei Stauden¬
gewächse. Abgeblühte Zwiebelgewächse wer¬
den ans dem Lande genommen und kühl und
trocken anfbewahrt. Junge Sämlinge peren¬
nierender Gewächse werden im Garten ver¬
pflanzt und Ende des Monats kann schon mit
dem Okulieren der Rosen und Senken der
Nelken begonnen werden.
Obstgarten. Auch hier heisst es dem Un¬
kraut wehren, dass Gute aber pflegen und —
gemessen. Denn die saftige Kirsche, die wür¬
zige Erdbeere, die Johannisbeere, die Stachel-
und Himbeere bringen uns nun schon ihre er¬
quickenden Früchte. Die im Frühjahr neuge¬
pflanzten Bäume und Sträucher sind, wenn es
sick nötig machen sollte, aufmerksam zu giessen
doch mit grosser Vorsicht, erst spät abends
oder am Morgen bald früh. Die Erdbeerran¬
ken sind nach Abernten der Früchte zu en
fernen.
Topfkultur. Die meisten Topfblumen
stehen jetzt wohl nicht mehr im Zimmerfenste ,
sondern mehr auf dem Blumenbrett oder au
Stellagen im Garten. Denjenigen in Fenste r f
gebe man durch Oeffnen dieser jetzt irnrnß^
viel Luft, nur einzelne Warmhaussorten tff*
Achimenes, Gesnerien, Gloxinien u. s. w. f?
deihen besser bei verschlossenen Fenster •
Fast alle Sorten verlangen ein fleissiges, 00 ^
merksames Begiessen, während hingegen 91
zur Sommerzeit im Ruhestand befindliche ho
ten, so namentlich Cyclamen persicum etc. n°^
weniger, doch ausroichend zu giessen sl . n ‘
Zur Aussaat kommen: Calceolarien, Cineran? ’
chinesische Primeln und Reseda für den Wi
terflor. Sonst macht man noch Ableger
allerlei Blumensorten, hilft, wenn es an
rung mangelt, den Topfpflanzen durch ij 0 ■
manns Blutnendiinger oder Hornspäne, ' ve C j 1|
zuvor in Wasser eingeweicht worden, na ’
säubert die Pflanzen von Ungeziefer und ü
spritzt sie auch öfters mit Wasser. Sonst a ^
heisst es auch in der Hauptsache auch hier
Geniessen.
Gemüsebau. Auch hier herrscht n 0 ^
allgemeine Freude und Genuss, doch v* ^
man lässig, gar oftmals auch Verdruss. ^
ist es immer wieder das Unkraut, was n,lS
schaffen macht, dann aber noch mehr, j.
heisse, trockene Witterung, weshalb J e
Giessen mit zu den wichtigsten Arbeite 0
hört. Sehr wichtig ist ferner, dass Samen
Pflanzen zum sofortigen nochmaligen Beste
der zur Abernte kommenden Gemüsebeete
reit sind. üll .
Samen von Rettigen, Salat, Endivien, r g
kohlrabi und Winterkohl kann man zu A n . pii
des Monats immer noch säen und darf ^ e r
auf eine befriedigende Ernte rechnen. ^cld
ist aber, wenn man vordem schon für
der nötigen Pflanzen Sorge traf. Gegen
und Ende des Monats werden nochmal 9 j,l
rüben, ferner Herbstrüben und auch
schon wieder Rabiuschen und Spinat