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denkt niemand mehr an die übertrie¬
bene Sparsamkeit, welche doch allein
Ursache der Mangelhaftigkeit der An¬
lage ist.
Die nächste Frage würde sein:.
Welches Heizsystem soll man als
das beste für die Pflanzenhäuser wählen?
In Frage kommen nur 1. Dampf¬
heizung, 2. Heisswasser- (Hochdruck-)
Ueizurig und 3. Warmwasser- (Nieder¬
druck) Heizung.
Die Kanalheizung kann man von
Vornherein als überwundenen Stand¬
punkt betrachten.
Ohne die einzelnen Systeme aus¬
führlich beschreiben zu wollen, will ich
deren Haupteigenschafteu in kurzen
Worten zusainmenfassen, jedoch nicht
Unterlassen zu bemerken, dass Aus¬
nahmen stets Vorkommen können.
Dampf heizun g.
a) Hochdruck.
Dieselbe ist anwendbar in grösster
Ausdehnung ohne jede Beschränkung,
Jedoch ist behördliche Konzession und
Periodische Revision des Apparates er¬
forderlich. Zur Bedienung ist ein ge¬
prüfter Heizer notwendig. Explosions¬
gefahr ist selbstverständlich vorhanden,
a Uch erfordert die Hochdruck-Dampf¬
heizung ein längeres Anheizen, ehe eine
^frkuug erreicht wird, deshalb ist der
türicb nicht sparsam, auch verteuert
Sl °b die Anlage ungemein durch die
Vl *den Sicherheits-Apparate.
b) Niederdruck.
Dieses System vereinigt die Vorzüge
. er Hochdruck-, Dampf und Nieder-
Uck- Warmwasserheizung. Dampfer-
^Uger u n d Wärmeflächen bilden ein
'ü'ter sich nicht abstellbares Ganze und
^ efj< -'hieht die Regulierung der Tempe-
a tur derart, dass die Heizkörper init
• S ° ierrnänteln umgeben werden, welche
^ ll ach Bedarf geöffuet oder geschlossen
werden. Jedoch ist dieselbe für Pflan¬
zenkulturen nicht vorteilhaft, weil die
Wärmeflächen bei solchen Kulturen im
ganzen Hause vorteilhaft sein müssen,
hiergegen eignet sich die Niederdruck-
Dampfheizung ganz vorzüglich für
Schulen, Villen Kirchen etc
Heisswasser-Hochdruck-
Heizung.
Dieses System ist ein geschlossenes,
arbeitet unter sehr hohem Drucke (circa
25 Atmosphären Ueberdruck) und ist
deshalb nicht ganz gefahrlos, im Gegen¬
teil, die kleinste Vernachlässigung im
Betriebe kann Explosion hervorrufen.
Die Circulationsrühren des Systems sind
sehr eng und enthalten nur ein ganz
geringes Wasserquantum, infolge dessen
üben dieselben keine nachhaltige Wir¬
kung aus, werden rasch kalt und sind
dem Einfrieren ausgesetzt. Der Betrieb
ist sehr kostspielig, indem der Ver¬
brauch an Brennmaterial ganz bedeu¬
tend ist.
W a r in w a s s e r - H e i z u n g.
Dieselbe ist ohne alle bisher auf¬
geführten Nachteile, der Betrieb ist ge¬
fahrlos, Konzession nicht erforderlich,
die Wärme abgebenden Flächen können
als Röhren überall hingelegt werden,
ebenso kann auch die Wärme-Abgabe
derselben jederzeit nach Bedarf regu¬
liert werden. Das System ist ein offenes
und arbeitet ohne Druck. Bei der
Warmwasser-Heizung wird im primären
Heizapparat (dem Kessel) das Wasser
erwärmt, infolge dieser Erwärmung
circuliert dasselbe in den in den ein¬
zelnen Häusern oder Treibkästen ge¬
führten Heizröhren (den secuudären
Heizapparaten) und giebt hierdurch der
Rohrwandung seine Wärme, dieselbe ist
eine anhaltende milde < nicht strahlende
stechende), gleichmässig verteilte und
aus diesen Gründen für die Gärtnerei