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1) Vor dem Garten-Etablissement Tivoli
wurde ein Schmuckplatz von 3000 Quadratmeter
Flächeninhalt geschaffen, für den die Firma
J. John in dankenswerter Weise einen grossen
Teil von seltenen Gehölzen zur Verfügung stellte.
2) Die Errichtung eines Lutherdenkmals vor
der Kaufmannskirche machte eine Neugestaltung
der dort vorhandenen Anlage notwendig, derart,
dass die Pflanzungen das Denkmal halbkreis¬
förmig umgeben und dadurch ein wirkungsvoller
Hintergrund für dasselbe genommen wurde.
3) Vor dem roten Schlosse wurde zur Aus¬
schmückung des Meineckesteins eine kleinere
Anlage von 1600 Quadratmeter Flächeninhalt
ausgeführt.
4i Die Glacis-Anlagen erfuhren durch Zu¬
schüttung eines 500 Meter langen Grabens und
Planirung von Böschungen eine Erweiterung von
ca. 1 ha; im Anschluss an diese wurde eine
Lünette mit Felspartieen geschmückt.
5) Die Hirnzigenberger Schanze erhielt eine
Bepflanzung von 340 Strauchweichsel und 80
hochstämmigen Süsskirschen, auch wurde das
Terrain zur besseren Ausnutzung mit Klee an-
gesäet.
6) Zur bequemeren Verbindung des Aussen-
friedhofes mit der Stadt wurde ein Promenaden¬
weg von 360 Meter Länge angelegt und zwei¬
reihig mit 90 Ahorn bepflanzt.
(Schluss folgt.)
Obstgärten in der Normandie.
Ein Reisender, der die Normandie besuchte,
berichtet von den dortigen Obstgärten und hebt
hervor, dass er dort fast keinen einzigen Obst¬
garten gesehen, welcher sozusagen dem freien
Luftzuge ausgesetzt gewesen wäre. Ueberall
sagt er, findet man dichte, hohe Hecken, welche
diese Gärten wie schützende Mauern umgeben,
sogar hohe Erddämme werden aufgeworfen und
auf diese erst die lebenden Zäune angebracht,
um die Macht der Winde so noch mehr zu ver¬
mindern.
Japanische Zwerg-Coniferen auf der
Berliner Ausstellung.
Auf der letzten allgemeinen Gartenbau-
Aa-'tellung in Berlin waren von Kommerzienrat
Spindler verschiedene kaum* meterhohe Zwerg-
Coniferen ausgestellt, welche aus Japan ge¬
kommen und trotz ihres niedrigen Wuchses ein
mutmaßliches Alter von einigen Jahrhunderten
aufzuweisen haben sollen. In derartigen Zwerg¬
züchtungen sind die Japanesen und Chinesen
Meister.
Obstmärkte.
Ueberall, wo Obstbau stark betrieben wird,
sucht man jetzt Obstmärkte in’s Leben zu rufen.
Zn diesen Märkten werden nicht etwa die ganzen
Obsternten gebracht, sondern die Obstzüchter
haben nur Prolien ihrer Erzeugnisse mit Angabe
der P reise und der abgebbareu Quantitäten an
dem Vorstand dieser Obstmärkte einzusenden,
welcher dann die Verkäufe vermittelt. Grosse,
viel versprechende Obstmärkte sollen nächsten
Herbst in Berlin, Frankfurt a. M. und Hamburg
stattfinden.
Waldluft und Beerenkost.
Wie wohlthuend beide auf den Körper eines
Kindes einwirken, zeigt folgender Fall: Ein
13jähriges Mädchen nämlich, das mit einer
Erfurter Ferienkolonie nach dem Waldstädtchen
Kranichfeld gezogen war, sich mit den anderen
Kindern viel in den nahen Wäldern herum¬
tummelte, fleissig Waldbeeren, sonst noch meist
Milch und Mehlspeisen ass, hatte schon in
17 Tagen an 7 Pfund Gewicht zugenommen.
Die Waldluft und die Waldbeeren wirken aber
nicht nur allein günstig auf die Zunahme des
Gewichtes, sondern erzeugen bei fettleibigen Per¬
sonen auch das erwünschte Gegenteil, Bedingung
aber dabei ist, dass sie recht viel, und bergauf
und bergab in den Wäldern herumgehen, recht
viel Erd- oder Heidelbeeren essen, dazu aber
jedes Beerlein selber pflücken, sich recht viel
und immer wieder bücken.
Kit einem Kranze.
Ich winde dir zum Kranze,
Mein liebes Töchterlein
Im schönsten Jugendglanze,
Die Blumen all’ so fein;
Zum erstenmal im Leben
Trittst in die Welt nun du;
Drum höre meinen Worten
Recht aufmerksam wohl zu:
»Gleich wie dies Röslein pranget
Und duftet süss und traut,
So mög auch deine Seele
Verkünden leis und laut
Die Wundermacht der Liebe,
Die nach sich gar nichts fragt,
Und nur die Wünsche Andrer
Gern zu erfüllen pflegt.«
Des Epheus grüne Blätter,
Sie mahnen: »Glaube fest
An Gott und seine Gnade
Die dich niemals verlässt!«
Vergissmeinnicht, das blaue
Spricht: »Immer bleibe treu,
Erfüll’ was du versprochen,
Dich vor der Lüge scheu!«
Fest an der Hoffnung halte!
Das Immergrün dich mahnt;
Sie uns den Weg zum Himmel
Auf Erden ja schon bahnt.
Doch ich nun hab’ vollendet
Der Mahnung ernstes Wort.
O mögst du gleich den Blumen
Bliih’n schuldlos immer fort.
Mögst du iu Treu und Liebe
Ihn’n ähneln immerdar,
Der Glaube und die Hoffnung
Dich machen stark und wahr.
Und nun durch deine Haare
Schling ich den duft’gen Kranz,
Hin in der Schwestern Mitte
Eil’ du zum frohen Tanz!« Hedwig I Iuck '
Verantwortlicher Redakteur Fiiedr. Huck. Pruck und Verlag von J. Frohberger in Erfurt.