Page
Telephon 778
Iraußfurfer
«Ä» Orgar. ■»' w * 1 ' ‘
lfc rtW *‘'"SÄ
~”’ r ' “”
- Handeisgärtner-Verbtndungen.
Expedition: Frankfurt a. M„ Saalgasse 31.
Nr. 29.
Sonntag, den 17. Juli 1898.
9. Jahrgang.
Abonnements-Einladung
auf die „Frankfurter Gärtner-Zeitung“,
Bezugsbedingungen:
durch die Expedition direct unter Kreuzband
bezogen halbjährlich.Mk. 2.50
durch die Post bezogen halbjährlich . . . Mk. 2.—
-8- Postkatalog So. 2334. -§-
Probenummern umsonst und postfrei.
Wir bitten das Abonnement sofort zu erneuern,
damit die Zustellung keine Unterbrechung erleidet.
Expedition der „Frankfurter Gärtner-Zeitung“.
Die Vermehrung der Hemonfent-Nelken,
Die Vermehrung der Remontanl-Nelken geschieht
theils durch Samen, theils durch Stecklinge und Ab¬
senker.
Die Samenvermehrung ist nicht ganz zu verwerfen,
weil die Sämlinge meist eben so schöne Blumen erzeugen,
wie die Mutterpflanzen, falls keine Kreuzung stattge¬
funden hat. — Die Cultur der Remontant-Nelken ist
einfach und lohnend, wenn dieselbe im Grossen 'betrieben
wird. Die Aussaat, um einen schönen Wiuterflor zu er¬
halten, muss Januar oder Februar geschehen und zwar
in flache Schalen in eine gut sandige Laub- und Mist¬
beeterde. Die Schalen werden im Warmhaus gleich-
massig feucht gehalten und sobald die Pflänzchen fass¬
bar sind, werden sie pikiert, und dies wird so oft als
nöthig wiederholt. Anfangs Mai setzt man die Pflanzen
auf tiefgegrabene und gut gedüngte Beete in eine Ent¬
fernung von 40—45 cm, giesst reichlich und lockert
den Boden Öfters auf. Im October pflanzt man die
Sämlinge mit gutem Topfballen in 15—18 cm grosse
Töpfe, giesst sie wenig an und bringt sie in ein trockenes
Sattelhaus, wo sie dann auch zur Blüthe gebracht werden.
Die Vermehrung durch Ableger ist wohl allbekannt
und gehört diese zu den ältesten Vermehrungsarten.
Zweifellos aber ist die Vermehrung aus Stecklingen
die zweckmässigste, da man in einer gewissen Zeit durch
Stecklinge mehr Pflanzen erhalten kann, als während
derselben Zeit durch Ableger, denn sobald der Steckling
entfernt ist, bilden sich am Mutterstock neue Triebe. Die
Stecklinge macht man am besten im Januar-März. Sie
werden bei einer Temperatur von 15—17° in sandige
Erde gestopft, wobei es nicht nothwendig ist, die Steck¬
linge mit Glas 2 U bedecken, jedoch müssen sie bis zur
Bewurzelung feucht gehalten werden. Schlechte Blätter
entferne man sorgfältig und schatlire bei Sonnen¬
schein. In ca. einem Monat sind die Stecklinge bewurzelt
und können dann gleich in kleine Topte gepflanzt in
einen kühlen Raum gebracht werden, wo sie nach und
nach an die Luft gewöhnt werden. Im Mai pflanze man
dieselben, wie oben erwähnt, ins Freie, doch bemerke
ich, dass man beim Einpflanzen eine kräftige mit Lehm
vermischte Erde gebe.
Wenn die Pflanzen nun in kräftigen Trieb kommen,
ist es Zeit, dieselben zu entspitzen, welches Verfahren
man bis Ende Juli fortselzt. Es ist noch zu erwähnen,
dass es voriheilhafter ist, alljährlich junge Pflanzen
heraozuziehen, als überwinterte weiterzuztehen.
Einige vorzügliche Sorten will ich meinem Bericht
noch folgen lassen;
Madame Mathieu, kanariengelb mit rosa Streifen,
niedrig und stark wachsend.
Chevalier, zitronengelb mit karminrothen Streifen,
reich blühend, niedrig, eine feine Nelke.
Miss Moore, reinweisse schön gebaute Blume.
Henry Bernhard, zartes Rosa, feinste Schuiünelke.
Präsident Carnot, leuchtend rothbraune Nelke, aus¬
gezeichneter Winterblüher.
Grosspapa, leuchtend toth, vorzüglicher Winterblüher.
Deutsche Braut, reinweiss. m. H.