Seite
227
von Lobelia Erinus »Schneeball«, die 3farbigen Streifen
welche in der Mitte eine Reihe von Begonia semper-
florens compacta »Vernon«, umgeben von je einer Reihe
Lobelia Erinus »Schwabenmädchen und eingefasst mit
Begonia semp. .comp, nana alba, tragen, das Ageratum
Kind von Dresden, Begonia semperfl. »Vernon«, die
schön gefärbte gelbe Fuchsia »Golden Fleece« und die
neu angelegten Arabesken, welche mit Coleus »Marie
Bocher«, eingefasst mit je einer Reihe Coleus Heros
Alternanthera amoena rosea und Echeveria secunda, be¬
pflanzt sind. Auf dem kleinen Blumenparterre rechts,
seien die grossartigen, reichblühenden Fuchsia »Cupido«,
Chrysanthemum glaucum und die grosskämmigen Celiosia
cristata nana »Glasgow Prize« hervorgehoben, auf dem
kleinen Biumenparterre links das niedere dunkelblaue
Heliotropium »Perle bleue«, die bunten Fuchsien »Sun-
ray« und elegantissima und der rosa blühende Phlox
decussata »Le Soleil«; sehr hübsch wirken die beiden
im Innern dieses Parterres liegenden dreitheiligen Gruppen.
Ebenso reichhaltig wie die Blumenparterre-Anlagen
sind die zu beiden Seiten liegenden Rasenplätze bepflanzt,
links vom Eingang finden wir schöne Palmen, Draeaenen,
Baumfarne, verschiedene Blattpflanzen wie Phytolacca
dioica, Uhdea bipinnatiüda, Montanoa heracleifolia, Ver-
besina crocata und Mamei, rechts ein geschlossenes
Arrangement von Cocos Bonnetti, Chamaerups, Draeaenen
un'.erpflauzt mit verschiedenartigen Gewächsen, wie
Aralia Sieboldii, Nicotiana aifinis, Chloropbytum capense
fol. var., Acalypha obovata und musaica u. s. w., den
reizenden gelbbunten Abutilon hybridum >F. Sawitzer«,
eine niedrig wachsende Varietät, Nicotiana eolossea fol.
var., von denen eine grosse Gruppe vorhanden ist,
Chrysanthemum frutescens Pfitzeri, grossblumig goldgelb.
Ferner sehen wir da ein reichhaltiges Cannasorliment,
in welchem neben den besten deutschen Züchtungen
auch die neuesten Damman’schen Hybriden vertreten
sind, und auf das wir später einmal zurückkommen
werden.
Wir werfen noch einen Blick auf die grossen Teppich-
beete an der Böschung der Terrasse, die in einfachen
Linien gehalten eine gut gewählte Farbenzusammen¬
stellung zeigen — besonders erwähnenswerth sind die
beiden Achyranthessorten, Comesii und Biemülleri, erstere
rund-, letztere spitzblättrig mit leuchtend hellkarm.n-
rotben Blättern, — und wenden uns dem grossen Pro¬
menadenweg folgend, nach den Gewächshäusern. Auf
diesem Wege interessiren uns besonders die auf der
Böschung stehenden Funkien, welche an diesem Piatze
ein gutes Gedeihen zeigen und sowohl wie als Blatt-
wie als Blüthenpflanzen eine weitgehende Empfehlung
verdienen. In der grossen Succulentengruppe am Ende
des Weges befindet sich zur Zeit eine blühende Yucca
gloriosa.
Im Gewächshaus sind blühende Passifloren in den
Sorten, Imperatrice Eugenie, Constanc Elliot und racemosa,
ausserdem gefüllte Petunien und ein reichhaltiges Sorti¬
ment Fuchsien, von denen die wirklich empfehlenswerthe
häugende Sorte Traüing Queen hervorgehoben werden
soll. Interessant ist ein neuer Farn, Davallia bullata,
der sich an dem Wasserbassin befindet. Im Haus er¬
freuen wir uns an den buntblättrigen Caladien mit dem
abwechslungsreichen Farbenspiel, der sich freudig weiter
entwickelnden neuen Acalpha Sanderi, die als eine sehr
werthvolle Bereicherung der PflanzensammluDg betrachtet
werden kann, des rechtsseitigen hübschen Arrangements
buntblättriger Warmbauspflanzen; die herrliche Bougain¬
villea glabra Sanderiana fällt mit dem Schmucke' der
lilaviolelten Blüthendeckbläüer sofort auf und in ihrer
Nähe blüht die zwar nicht so lebhaft gefärbte, aber um
so eigenartigere Ceropegia Saundersii. Die zierlichen
Bertolonien, Sonerilen und Anoectochilusarten bean¬
spruchen in dem Haus selbst noch den Schutz beson¬
derer Fenster zur Entwickelung ihrer vollen Schönheit.
Im Orchideenhaus blühen ebenfalls verschiedene sehr
schöne Arten, so z. B. das orangerothe Epidendrum
vitellinura majus, Sobralia macrantha, die mit zierlich
gefranster Lippe versehene Chondrorhyncha Chestertoni,
Acineta Barkeri, das lebhaft gefärbte Aerides quinque-
vulnerum, Vanda tricolor, das elegante Dendrochilum
filiforme. In Haus 1 sind die Nepenthes in bekannter,
guter Cultur zu sehen, ebenso ein Sortiment neuer
Palmen der verschiedensten Gattungen und Arten. Haus
3 enthält reiebblühende Pelargonien, Lilien und Tuberosen;
erwähnt sei noch die an der östlichen Giebelwand des
Hauses 3 angepflanzte Clematis coccinea, deren karmin-
rothe glockenähnliche Blüten kaum an eine Waldreben¬
art erinnern. Haus 5 birgt neben den verschiedenar¬
tigsten Blattpflanzen noch blühende Anthurium, das an¬
genehm duftende Grinum amabile, die Schlingpflanze
Schubertia grandiflora, im Wasserkasteu steht der viel¬
besungene Lotos in Blüthe. An den Gewächshäusern
beginnen die Topfchornelken ihren Flor zu entfallen,
der ausserordentlich reich zu werden verspricht; im
Rosengarten erfreut uns ebenfalls noch ein reizender
Flor der in guter Entwickelung stehenden Rosen und
wir wollen auch nicht versäumen, die Besucher auf die
hinter dem Maschinenhause an einem Leitungsmast an¬
gepflanzte prachtvolle Schlingrose Turner’s Crimson
Rambler hinzuweisen, die wegen ihrer Raschwüchsigkeit,
Blüthenfülle und Widerstandsfähigkeit alle Empfehlung
verdient. Ebenso reizend wie als Schlingpflanze ist sie
auch als Hochstamm, wovon man sich im Rosengarten
zu überzeugen Gelegenheit hat.
Versicherung dis Obstes gegen Hagelschaden.
Von üarcke, Wittgendorf.
Das Versicherungswesen ist zur Zeit in grossartiger
Weise ausgebildet, eine recht empfindliche Lücke zeigt
es aber doch noch. Von hundert Millionen, welche wir
an Werth in Obst erzeugen, sind kaum zwei gegen
Hagelschaden versichert. Nur zwei Gesellschaften in
Deutschland geben sich mit der ObstversicheruDg ab,
beide gehören nicht zu den umfangreichsten, beide machen
wenig Reklame und viele Obstbauer sind daher der An¬
sicht, dass es überhaupt noch an jeder Gelegenheit,
Obsterträge zu versichern, fehle. Es wäre traurig, wenn
wir die zwei Gesellschaften nicht hätten. Bei vielen
kleineren Besitzern spielt die Obsteinnahme eine grosse
Rolle im Haushaltsplan. Schlimm genug, dass in obst¬
armen Jahren der Posten ausfällt oder erheblich zurück¬
gesetzt werden muss, schlimmer noch, wenn eine volle
Ernte, die jahrelange Mühen und Aufwendungen zu
lohnen verspricht, in wenig Minuten durch Hagelschlag
vernichtet wird.
Die grösseren und grossen Besitzer benöthigen die
Gelegenheit zum Versichern der Obstnutzungen fast noch
mehr als die kleinen; denn sie müssen ihren Anhang
zur Aberntung an Unternehmer verkaufen. Diese Leute,
Obsthändler und auch kurzweg »Oebster« genannt, sind
ein belriebsames Völkchen, und der grosse Plantagen¬
besitzer ist an ihrer Geschicklichkeit in der Aberntung,
der Verwerthung der Früchte und nicht zum wenigsten
an ihrer Zahlungsfähigkeit interessirt. Er hat also alle
Ursache, die Leute nach Möglichkeit zu unterstützen und
das thut er gleich beim Anfang des Geschältes am besten
damit, dass er ihnen nur versichertes Obst verkauft.
Die Unternehmer müssen oft ihr ganzes Betriebs-Kapital
in den Ankauf oder gar in die Anzahlung zum Ankäufe
eines grösseren Anhangs stecken, verhageln sie damit,