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Kgl, Kreisarzl Dr. S p e i s e r - Labes (Pomm.) wurde in den Erweiterten
Vorstand gewählt, Professor Dr. W i n k el m a n n - Stettin zum Korrespon¬
dierenden Mitglied ernannt.
Auch in dem verflossenen Verein.sjahre lichtete der Tod unsere Reihen.
Wir beklagen das Dahinscheiden folgender Mitglieder, der Herren:
Ascherson, G-eh. Reg.-Rat, Prof., Dr., Berlin (Ehrenmitglied),
Geh au er. Rektor a. D., Danzig,
Penner, Sanitätsrat, Dr., Danzig.
Reiman n, Kaufmann, Danzig,
Schröter, Oberarzt, Dr., Danzig.
S c h u c Ii t, prakt. Arzt, Dr., Danzig.
Von diesen Dahingeschiedenen dürfte Geheimrat Ascherson. Professor der
Botanik an der Universität Berlin, unserm Verein wissenschaftlich am nächsten ge¬
standen haben. Nahm er doch unter den leitenden Botanikern eine angesehene Stelle
ein, knüpften zudem enge Bande ihn an uns und unsere Bestrebungen! — Am 4. Juni
1834 in Berlin als Sohn des geschätzten Arztes Sanitätsrat Dr. Ferdinand
Moritz Ascherson geboren, studierte er von 1850 bis 1855 in Berlin Medizin und
Naturwissenschaften, besonders Botanik. Nach seiner Promotion und bestandener
ärztlicher Staatsprüfung wurde er 1860 bis 1876 Assistent am Botanischen Garten und
1865 bis 1884 Assistent, später Kustos am Botanischen Museum. Außerordentlicher
Professor an der Universität wurde er 1873, ordentlicher Honorarprofessor 1908.
Seine Studien führten ihn durch einen großen Teil von Mitteleuropa. Außerdem
bereiste er Sardinien, Norwegen, die Libysche Wüste, die kleine Oase, Ägypten und
Unternubien. Seine Arbeitskraft schuf mehrere Kapitel in Rohlfs „Drei Monate
in der Libyschen Wüste", die Pflanzengeographie in F r a n k - L e u n i s ' „Synopsis
der Botanik", III. Auflage, ferner die geographische Verbreitung der Seegräser in
Neumayers „Anleitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen", den
botanischen Teil in Rohlfs „Quer durch Afrika und Kufra" und in dem Werke
des Freiherni von Oppenheim ,.Vom Mittelmeer zum Persischen Golf". Uber
seine eigenen Reisen berichtete er in einer Anzahl kleinerer und größerer Aufsätze
in verschiedenen Zeitschriften. Am wichtigsten in geographischer Hinsicht sind wohl
die „Bemerkungen zur Karte meiner Reise nach der kleinen Oase" in der Zeitschrift
der Ges. f. Erdkunde, Berlin, 1885, Bd. 20, S. 110—160.
Von den botanischen Werken ist außer der „Synopsis der Mitteleuropäischen
Flora" — gemeinsam mit seinem Schüler Prof. Dr. G r a e b n e r verfaßt — am be¬
kanntesten seine „Flora der Provinz Brandenburg". 1864. Die zweite Bearbeitung
von dieser erschien als „Flora des Nordost-Deutschen Flachlandes" mit Unterstützung
von P. Graebner 1898/1899. Schließlich wurde mit G. Schweinfurth heraus¬
gegeben: ..Illustration de la Flore d'figypte", Le Cairc, 1887. Supplement 1889 (S.-A.
aus „Memoires de lTnstitut ßgyptien II)."
Durch seine Flora des norddeutschen Flachlandes ist Ascherson zu unserer
Provinz Westpreußen in nahe Beziehungen getreten, wo übrigens zahlreiche Schüler
und Freunde den Entschlafenen verehren. Seine engeren Beziehungen zu Danzig und
dessen wissenschaftlichen Kreisen reichen auf den Zeitpunkt des 150 jährigen
Stiftungsfestes der Naturforschenden Gesellschaft im Jahre 1893 zurück.
Damals als Vertreter der botanischen Wissenschaft Berlins, wie später zum
Studium unserer heimischen Flora, hat er sich wiederholt hier aufgehalten. Am
25. Mai 1893 wurde er vom Westpreußischen Botan.-Zoolog. Verein /.um Korrespon-