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Der Pflanzenwuchs war bei den neu eingebrachten Arten
dieses Jahres ein weit befriedigenderer als in den früheren
Jahren; doch ist auch wieder ein ansehnlicher Prozentsatz an
eingegangenen Exemplaren zu verzeichnen, die jedoch aus
den Topfreserven grösstenteils ersetzt werden konnten. Einige
der schönsten Hochalpinen haben den Kulturversuchen auch
bis heute noch widerstanden (z. B. Dianthus glacialis, Eryt-
richium nanum, Ranunculus glacialis und -ThOra, Viola
cenisia etc.), andere Degenerierten in Gestalt oder Farbe
merklich (zu nennen: Asperula nitita, Erysimum pumilium,
Leontopodium sibiricum, Lychnis alpina, Potentilla nitida u. a.);
von den Subalpinen erwiesen sich, wie überall, die Orchideen
als die undankbarsten. Mangel an richtiger Befeuchtung und
an Schatten mögen neben ungenügender Erdmischung die
Ursache sein. Dagegen musste der üppigen Ausdehnung
und natürlichen Verbreitung so mancher Pflanzenarten wieder¬
holt Einhalt geboten werden (hervorzuheben die Familien:
Aster, Aquilegia, Geum, Geranium Linaria, Papaver, Penste-
mon, Polcmonium, Phlox etc.).
Zu den bereits früher bezeichneten Pflanzenfeinden ha¬
ben sich einige weitere Unkrautarten eingefunden, deren Be¬
kämpfung viel Arbeit verursacht, wie diess bei der verhältnis¬
mässig niederen Lage des Gartens begreiflich erscheint.
Ausserdem haben die bisher im Garten noch nicht beobachteten
Wühlmäuse viel Schaden gestiftet. Diesen soll nun mit den
Mäusetyphuspräparaten energisch zu Leibe gegangen werden.
Sehr erfreulich gestaltete sich im abgelaufenen Jahre
der Besuch des Gartens. Nach beiläufiger Schätzung mögen
es in der Zeit von Mai bis November an 2500 Personen
gewesen sein, welche denselben besichtigten. Die Urteile
über den Garten waren nach Mitteilung des Gartenwarts
und Anderer durchwegs anerkennende; auch das Interesse
der einheimischen Bevölkerung an dem Unternehmen ist im
Wachsen begriffen; befinden sich doch selbst unter der hei¬
mischen Bauernschaft Männer, welche von Liebe zu Natur-
und Heimatskunde beseelt für das Unternehmen tätig sind,
was wir mit besonderem Stolze erwähnen. Unter denselben
möge hier des Bauern Obermiller von Sarreit bei Waa¬
kirchen gedacht werden, welcher alle freien Stunden der
Pflanzenforschung zuwendet und für die unseres Wissens
bisher nur an zwei Orten des bayerischen Gebirgszuges er¬
mittelte Cortusa Mathioli auf dem Fockenstein eine neue
Fundstelle entdeckte.
Zur grössten Freude gereichte der Sektion die im
August stattgehabte Besichtigung des Gartens durch den
1. Vorstand des „Vereins zum Schutz und zur Pflege der