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Zu Vorstands - Mitgliedern werden die Herren Dr. von Klinggraeff,
Professor Bail, Hauptlehrer Brischke und Walter Kauffmann wieder- und
Herr Director Conwentz neu gewählt. Letzterer nimmt die Wahl unter der
Voraussetzung vorläufig an, dass bald eine andere Kraft gefunden werde, die
mehr Zeit diesem Amte widmen könne.
Was den nächsten Versammlungsort betrifft, so laden drei anwesende Mit¬
glieder aus Neustadt den botanisch-zoologischen Verein für 1890 dorthin ein.
In dankbarer Anerkennung dieses sehr freundlichen Entgegenkommens hielt
es die Versammlung doch für geboten, in erster Reihe solche Städte zu be¬
rücksichtigen, wo der Verein bisher noch nicht getagt hat. Es wird darauf
Schweiz a. \V T . gewählt, und der Schriftführer Herr Conwentz ersucht, die
weiteren Schritte daselbst zu veranlassen.
Der stellvertretende Vorsitzende Herr Professor Bail legte eine Reihe von
eingegangenen Schreiben von unserm correspondierenden Mitgliede Herrn Pro¬
fessor Bart hei in Breslau, von dem Kreis-Landrath Herrn Etzdorf in Elbing,
von dem Landrath a. D. und Rittergutsbesitzer Herrn Birkner-Cadinen, ferner
von unseren Mitgliedern Herren Kreisthierarzt Kruckow in Rosenberg Westpr..
Apotheker Ludwig in Christburg, Professor Dr. Nagel in Elbing und Gym-
nasial-Oberlehrer Dr. Winkelmann in Stettin u. a. vor, welche ihr Bedauern
ausdrückten, der Versammlung nicht beiwohnen zu können.
Darauf dankte derselbe dem Herrn Geschäftsführer Preuschoff und allen
anderen Herren, welche an den Vorbereitungen der Versammlung theilgenommen,
und schliesst die Sitzung um 2 Uhr.
Kaum waren die Verhandlungen beendigt, so ertönte seitens unsers rührigen
Geschäftsführers der Ruf ins Freie. Zunächst zeigte er uns in seinem Pfarr¬
garten einige bemerkenswerthe Pflanzen, und dann ging es hinaus, am Mühlen-
fliess entlang, nach der alten Heidenburg Tolkomita. Simon Grünau be¬
richtet in seiner Chronik, die er in den Jahren 1517—29 in Tolkemit schrieb,
dass Hoggo, einer der zwölf Söhne des Fürsten Waiderut, drei Töchter gehabt
habe: die Mita, welche verehelicht die Burg Tolko hier bewohnte, die Cadina,
welche mit ihrem Gatten eine nach ihrem Namen genannte Burg inne hatte,
und endlich Pogesania. Nach der ersten Burg soll das Städtchen Tolkemit
und nach der zweiten das unfern gelegene Rittergut Cadinen seinen Namen er¬
halten haben. Trotz der für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Hitze erkletterten
wir den äussersten Gipfel des Burgberges und genossen dort einen herrlichen
Blick auf unsere gastliche Stadt und auf das frische Haff, über die Nehrung
mit dem lieblichen Badeort Kahlberg hinaus bis in die Ostsee. Unerbittlich
mahnte aber unser Führer zur Fortsetzung der Wanderung, die sich über
Berg und Thal immer weiter und weiter erstreckte, bis endlich im tiefen
Mühlengrund Rast gemacht wurde. Die Seufzer verstummten beim Lagern unter