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10 Ber.üb.d.Vers.d.Bot.u.d.Zool.Ver.f Eh. W.,5.u.6.Apr.l913. 1)
ort zurückzuführen ist. Der größte der neun Büsche mißt
ca. 50 cm im Durchmesser. Der schön gewachsene Lindenbaum
hat einen Stammumfang' von 3,60 m in Brusthöhe und ist ca.
28 m hoch. Er steht auf Eigentum der Krupp von Bohlen und
Halbachschen Verwaltung auf dem Hügel bei Essen. Der
Schutz des Baumes ist zugesagt worden.
Eine ausführliche Beschreibung' aller im hiesigen Bezirk
vorhandenen bemerkenswerten Bäume ist in Vorbereitung und
wird nach Sichtung' und Bearbeitung- des Materials heraus¬
gegeben werden.
Regenwttrmer und Bodeubescliaifenheit.
Von
A. Wieler in Aachen.
Bei seinen Untersuchungen der Wälder Jütlands auf
Lehm- und Sandboden stellte P.E.Müller 1 ) fest, daß die be¬
gleitende krautige Flora für dieselbe Waldart nicht immer die
gleiche, daß dieser Wechsel aber nicht aus Schatten- und
Feuchtigkeitsverhältnissen zu erklären ist, sondern mit der
Beschaffenheit des Humus zusammenhängt. Er beobachtete
zwei Typen der Humusbildung-, die er als Mull und Torf unter¬
schied. Auf beiden gedeihen die Waldbäume ungleich gut.
Der Mull ist ausgezeichnet durch griesige krümelige
Struktur. Auf ihm liegt eine Decke von losen Blättern, Zwei¬
gen usw. Beim Gehen sinkt man ein wie auf Acker- oder
Gartenboden. Die von Müller als Torf bezeichnete Humus-
bilduKg entspricht durchaus der Torfbildung im Nassen. Im
Bucheuwalde bildet er eine zusammenhängende Masse von
Blättern, die von Pilzen und den Buchenwurzeln selbst zu¬
sammengehalten werden. Man sinkt nicht ein, sondern geht
wie auf einer Filzdecke. Daß Unterschiede zwischen dem Torf
im Buchen-, Eichen- und Fichtenwald und auf der Heide vor¬
handen sind, ist von untergeordneter Bedeutung und auf
sekundäre Veränderungen zurückzuführen. Im Torf sind stets
freie Humussäuren vorhanden, der Mull reagiert neutral. Als
1) P. E. Müller, Studien über die natürlichen Humus-
formeu und deren Einwirkung auf Vegetation und Boden,
Berlin, Julius Springer, 1887. — Es ist dies eine deutsche Aus¬
gabe der ursprünglich in dänischer Sprache in den Jahren
1878 und 1881 erschienenen Abhandlung-en des Verfassers.