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14 Ber.üb.d.Vers.d.Bot.u.d.Zool.Ver.f.Rh.-W.,5.u.6.Apr.l913. 1)
Kalk, so kann man sich vorstellen, daß sie nur auf Böden
leben, auf denen sie mit genügender Sicherheit denselben
decken können. Möglicherweise fehlen sie nur auf solchen
Böden, deren Kalkgehalt hierzu zu gering ist.
Gegen diese Auffassung scheint das Verhalten des Lum-
bricus purpureus Eisen zu sprechen, eines Regenwurmes, der
in den Buchenwäldern Jütlands so verbreitet ist, daß man ihn
nach Müller geradezu als Buchenregenwurm bezeichnen
könnte. Er lebt nicht in der Erde, sondern in der Blätterdecke,
er muß also andere Lebensgewohnheiten haben als z. B. der
Lumbricus terrestris L., der tiefe Röhren in den Boden baut.
Neben diesen Formen traf Miil 1 er Allolobophora turgida Eisen
an, der im Gegensatz zu dem Lumbricus purpureus nur im
Untergrunde lebt, und Enchytreus- Arten, die vornehmlich in
der obersten, einige Zoll tiefen, dunklen Mullschicht vorkommen.
Bei allem Gemeinsamen in den Grundzügen der Organisation
sind bei den verschiedenen Regenwurmgattungen und -arten
unverkennbar tiefgehende biologische Differenzen vorhanden,
denen möglicherweise auch anatomischeDifferenzen entsprechen.
Da die Vegetation in den Wäldern mitbedingt ist durch
die Humusbeschaffenheit, so wäre mit Rücksicht auf das rich¬
tige Verständnis ihrer ökologischen Verhältnisse eine genaue
Kenntnis der Lebensweise und Verbreitung des Regenwurms
sehr wichtig, und es wäre erwünscht, wenn nicht nur die Bio¬
logie dieser Tiere eingehender studiert würde, als es bisher
geschehen ist, sondern auch die Verbreitung der einzelnen
Formen im Vereinsgebiete verfolgt würde.
Die Triebopteren-Fauna der Rlieinprovinz.
Von
0. le Roi in Bonn.
Mit einer Schlußbemerkung von G. Ulmer in Hamburg.
Die Trichopteren der Rheinprovinz haben bislaug recht
wenig Beachtung- gefunden. Aus älterer Zeit finden sich nur
einzelne wenige Angaben bei Hagen (1858, 1859, 1860, 1874)
und Kolenati (1848, 1859), die sich auf Stücke beziehen, welche
Cornelius-Elberfeld und Caspary-Bonn gesammelt hatten.
Sie sind zum Teil heute nicht mehr sicher zu deuten. Später
hat Bertkau einiges zusammengebracht und es Albarda
(1889) zur Durchsicht übergeben. Sein Material ist leider ver-