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D le R oi u. Ulmer. Die Trichopteren-Fauna der Rheinpr. 37
Insgesamt sind somit 157 Arten aus der Rheinprovinz
mit Sicherheit nachgewiesen. Diese Zahl spricht für den Arten¬
reichtum der rheinischen Fauna, da sich gewiß noch weitere
Species nachweisen lassen werden, zumal einige Teile des Ge¬
bietes, z. B. der Hunsrück und der Westerwald, noch recht
wenig untersucht wurden. Am besten bekannt sind die Eifel
mit 109 und die Tiefebene mit 71 Arten.
Von den 157 aufgezählten Formen sind 94 ganz neu für
die Provinz. Hierbei befinden sich auch 2 für ganz Deutsch¬
land neue Arten, nämlich Cyrnus insolutus Me. Lach, und
Allotrichia paUicornis Etn. Die Zahl der deutschen Tricho-
pteren steigt hiermit auf 251.
Schlussbemerkung.
Von G. Ulm er in Hamburg.
Ein Vergleich zwischen den Trichopterenfaunen der
Rheinprovinz und Ostpreußens, also des westlichen und öst¬
lichen Faunengebietes Deutschlands, läßt erkennen, daß einer¬
seits zwar eine große Anzahl von Arten gemeinsam ist, daß
aber andererseits auch starke Differenzen vorhanden sind.
Diese Unterschiede beruhen wohl hauptsächlich auf zwei Ur¬
sachen, nämlich auf der verschiedenen geographischen Lage
(Rheinprovinz etwa zwischen dem 6. und 8.° östl. von Green-
wich, Ostpreußen etwa zwischen dem 20. und 23.°) und auf der
verschiedenartigen Bodengestaltung. In der Rheinprovinz haben
wir von vornherein mehr westliche Formen, in Ostpreußen eher
östliche zu erwarten; die Rheinprovinz wird wegen ihres zum
großen Teil gebirgigen Charakters mehr montane Arten, Ost¬
preußen dagegen mehr Formen der Ebene aufweisen. Die
Verschiedenheit wird deutlich durch folgende Tabelle:
Gemeinsame Arten
Hhyacophüa nubüa
— septentrionis
Nur im
Rheinland
Nur in
Ostpreußen
dorsalis
fasciata
obiiterata
Glossosoma
Agapetus
Hageni
Pascoei
tristis
Boltoni
fuseipes
comatus
laniger