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Hennemann. Über den Uhu im Saueilande.
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Über den Uhu, Bubo bubo (L.), im Sauerlande und in benach¬
barten Gebieten.
Von
W. Hennemann in Werdohl.
Noch in den letzten Jahren tauchten hin und wieder
Notizen in Lokalblättern des Sauerlandes auf, die den Anschein
erweckten, als komme der Uhu hier und da noch brütend in
unserm Berglande vor. Da erfahrungsgemäß wenig auf der¬
artige Zeitungsnotizen zu geben ist, so habe ich nur vereinzelt
auf Grund derselben Nachforschungen angestellt, um so mehr
mich aber bemüht, aus den verschiedensten Gegenden des Ge¬
bietes von zuverlässigen Beobachtern Material zu dieser Arbeit
zu bekommen.
Was zunächst das Vorkommen des Uhus im Sauerlande
in früherer Zeit anbelangt, so möchte ich einiges darüber
aus zwei mir von Dr. le Roi gütigst zur Verfügung gestellten
älteren Werken anführen. In dem 1799 in der Dänzerschen
Buchhandlung in Düsseldorf erschienenen zweiten Heft des
Werkes „Versuch einiger Naturbeobachtungen des gebürgigten
Süderlands der Grafschaft Mark Westphalens" schreibt Chr.
Friedr. Meyer S. 61 über den „Schuhu" u. a.: „Er hält sich in
den alten hohen hohlen Bäumen auf, und fliegt nur des Abends
aus. Man kann ihn unter die ersten Raubvögel rechnen, und
besonders wenn er Junge hat, richtet er die größten Ver¬
wüstungen unter dem fliegenden und vierfüßigen Wildpret an,
da er sodann junge Rebhühner, Auerhühner, Lämmer, Haasen
usw. den Jungen zuschleppt, und daher der jungen Brut des
Wildprets außerordentlich schädlich wird, indem dasselbe sich
größtentheils des Nachts ins Feld begiebt und sodann dem
scharfen Gesichte, Gerüche und Klauen dieses schädlichen
Eulengeschlechts Preis gegeben ist; indem selbst der schnell¬
füßige Haase niemals ihren Klauen entkommt/ — Ferner be¬
richtet Dr. Suffrian in einem im „Jahrbuch des Vereins für
Naturkunde im Herzogthum Nassau" III 1846 veröffentlichten
»Verzeichnis der innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg bis
jetzt beobachteten wild lebenden Wirbeltiere" S. 139 über
unsern Vogel: „Als Standvogel nur im Kreise Brilon, wo er
!n einzelnen felsenreichen Revieren, namentlich in der Gegend
von Glindfeld, Sorpe, Bredelaer brütend gefunden wird, und
ln der Gegend von Altena, wo man ihn bei Nachrodt an der
Lenne gleichfalls noch brütend antrifft; sonst nur noch ver¬
einzelt als Strichvogel, namentlich im Siegensch eh, wohin er
Berichte d.Botan. u. d. Zoolog.Vereins. 1913. D4