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gänglichen rheinischen Sammlungen zu bringen, doch mußte
aus verschiedenen Gründen davon abgesehen werden. Aus
den gleichen Gründen wurde auf genaue Standortsangaben der
verbreiteten Arten verzichtet. Beides hoffe ich, später nach¬
tragen zu können. Zu den Hybriden habe ich die Fundorte
zitiert; sie genau zu bezeichnen, ist von untergeordneter Be¬
deutung, da Bastarde meist spontan entstehen, zufällige Glieder
der Flora sind und unter den notwendigen Voraussetzungen
immer entstehen können. Ganz auf die Angaben zu verzichten
und nur auf die Sammlungen zu verweisen, ging auch nicht
an. Die Hauptsache bleibt doch immer die Tatsache, daß Ver¬
bindungen vorhanden sind und in der in Frage kommenden
Flora bestehen. Die Sache ändert sich allerdings dann, wenn
die Hybriden vorherrschend werden (z. B. bei Menta), oder
in einer Flora noch bestehen, obwohl die Eltern jetzt fehlen,
Tatsachen, die für den Pflanzengeographen sehr ins Gewicht
fallen und darum auch von ihm berücksichtigt werden müssen.
Interessant ist aber beispielsweise für jeden Botaniker, daß in
manchen Floren unseres Gebietes Bastarde zwischen Viola mi-
rabüis L. und silvestris Rchb. deshalb nicht zu finden sind,
weil in normalen Jahren die Blütezeit beider getrennt ist, die
Entstehung einer Kreuzung darum wohl mehr Zufallssache ist.
In der systematischen Anordnung der Arten bin ich W.
Beckers System gefolgt, wie ich auch seine Arbeiten über das
Genus häufiger gebrauchte. Sämtliche im Literatur-Verzeichnis
aufgeführten Arbeiten habe ich — namentlich zu geographischen
Studien — benutzt. Das Verzeichnis gibt bei weitem keine voll¬
ständige Übersicht über die Arbeiten aus dem Genus Viola,
nicht einmal über die der deutschen Arten, ich habe nur solche
aufgenommen, die beim Studium unserer Arten nötig sind oder
von Vorteil sein können. In die Bearbeitung - mußte auch V.
collina Bess. aufgenommen werden, obwohl sie bei uns noch
nicht nachgewiesen ist. — Wenn durch die folgenden Zeilen die
Aufmerksamkeit der rheinischen Botaniker von neuem auf die
wunderbare Pflanzengruppe gelenkt wird, so ist ihr Zweck
erfüllt.
1.
Allgemeine Bemerkungen.
Veilchen lassen sich nur bestimmt in der freien Natur
erkennen! Schwierig, oft unmöglich ist es z. B., Bastarde
mancher Arten im Herbarium richtig zu deuten, da eine Reihe
kleiner Merkmale durch das Trocknen oft verwischt wird.
Beim Einsammeln achte man besonders darauf, daß man ganze