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Mitteilungen der Dendrologischen Gesellschaft.
brachybotrys var. purpurascens (Nr. 1030), Sorbana spec. (Nr. 1010), Spiraea
spec. (Nr. 1072) und von Nadelhölzern: Cupressus Benthamii, C. thurifera,
Pinus densiflora und P. Thunbergii.
Was in diesem Jahre zur Verteilung gelangt, haben die Mitglieder aus
den im letzten Hefte überreichten Listen gesehen. Neu sind z. B. Clematis apü-
folia, Corydalis Wilsonii, Primula Beesiana. P. malacoides, P. Poissonii, P. Silva
Taroucana, Rubus Clemens u. a.
Die Art und Weise der Verteilung ist durch die Bekanntgabe im Band I
der „Mitteilungen", Heft 2, S. 64, geregelt worden, welche auf der Verteilungs¬
liste dieses Jahres neu abgedruckt wurde, die jedes Mitglied besonders erhält.
Man wolle aber diese Angaben dahin verstehen, daß jedes Mitglied gemäß seinem
Beitrage Pflanzen erhalten kann, aber nur dann erhält, wenn es solche aus¬
drücklich bestellt. Es ist bisher öfter vorgekommen, daß' Mitglieder auch ohne
Bestellung auf Pflanzen rechneten.
Wir unterscheiden hierbei zwei Gruppen von Pflanzen, je nach dem Vorrat,
der uns im Vereinsgarten zur Verteilung zur Verfügung steht. Die erste Gruppe
umfaßt solche Arten, die sich leicht in größerer Menge heranziehen lassen, so
daß wir in der Lage sind, davon jedem Mitgliede, welches Pflanzen wünscht,
eine Anzahl abzugeben. Es sind dies keineswegs Pflanzen, die an und für sich
im Kulturwerte geringer sind als die der zweiten Gruppe. Im Gegenteil: für
die meisten Mitglieder dürften nur die Pflanzen dieser ersten Gruppe recht von
Wert sein.
Die bisher erfolgten Pflanzenverteilungen haben uns nämlich gelehrt, daß
alle jene Mitglieder, die nicht selbst erfahrene Pflanzenliebhaber sind und die
keine Gärtner haben, welche die Pflanzen mit wirklicher Liebe pflegen, nur an
solchen Geschenken Freude haben, die leicht gedeihen und willig blühen. Mit
Schmerz mußten wir nur zu oft bisher sehen, daß unsere guten jungen Pflanzen
von wertvollen Arten, die aber nicht sofort üppig wuchsen und durch reiches
Blühen die Aufmerksamkeit auf sich zogen, ganz unbeachtet blieben und in
irgend einem Winkel verkümmerten. Wir bekamen dann obendrein noch zu hören,
daß unsere Gaben sehr enttäuscht hätten und dergleichen freundliche Bemer¬
kungen mehr.
Es ist ja leider wahr, daß es auch unter unseren Mitgliedern solche gibt,
die für 20-30 K Jahresbeitrag Pflanzenmengen haben wollen, welche einen Wert
von 100 oder mehr Kronen besitzen. Doch solche Liebhaber können wir beim
besten Willen nicht befriedigen. Wir können keinesfalls unseren Vereinsgarten
zu einer Stauden- und Gehölzbaumschule ausgestalten, die alles liefert was die
Mitglieder nur wünschen. Das hieße denn doch nichts weiter, als den'Handels¬
treibenden eine unschöne und für uns ganz zwecklose Konkurrenz machen.
Nein, das Gegenteil streben wir anl Wir geben an unsere Mitglieder Proben
von wertvollen Pflanzen ab. Finden die Liebhaber Beifall daran so sollen sie
diese Formen in größeren Mengen durch unsere Handels-Kulturstätten beziehen
und durch die Bestellung darauf hinwirken, daß solche Pflanzen auch in der
Monarchie herangezogen werden, soweit das bisher noch nicht oder in noch
nicht genügendem Maße geschah.
Da nun eben viele Mitglieder einen Hauptwert auf schnellgedeihende,
reichblühende Formen legen, so wollen wir künftighin unter den Pflanzen der
ersten Gruppe auch nur solche anbieten. Und das sind ja in erster Linie die
neuen gärtnerischen Züchtungen bei den Blütensträuchern (wie etwa
von Deutzia, Philadelphia, Hibiscus, Spiraea, Syringa usw.) und bei den Stauden
(wie die Sorten von Aster, Astilbe, Campanula, Helenium, Primula, Phlox, Trol-
uus, um nur einige zu nennen).
Wenn wir künftig auch solche Sorten im Vereinsgarten in Menge heran¬
ziehen und an unsere Mitglieder verteilen, so verfolgen wir zweierlei Zwecke.
Einmal wollen wir diese prächtigen Formen von unseren bekannten Züchtern,
wie etwa G. Arends, K. Förster, Goos & Koenemann, Hesse, Klenert, Späth
u. a., unseren Mitgliedern vor Augen führen, zum anderen wollen wir sie tf>