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Mitteilungen der Dendrologischen Gesellschaft.
sehr erwünschl Auch habe ich bisher vergeblich versucht, die schone, zu <'*' n
Pontederiaceen gehörige Monochoria vaginalis l'resl einzuführen, die, wohl winter-
liurl. mit ihren |n;i<■ hiinen blauen Blüten eine schöne Zierde unserer Wasser¬
flächen bilden winde.
Kurz erwähnt sei nur das dem Veratrum nigrum L. ähnelnde, aber zierlichere
*Veratrum Maacki Regel, obwohl schon längsl in Kultur, ein immer noch
seltener Gas! unserer Gärten. V. Eschscholtzi \. Gray mit grünlichen Blüten
harrt, noch seiner Einführung.
Einen hervorragenden Zierwerl besitzt das vom verstorbenen N. Palczewski
von der Insel Askold bei Wladiwostok eingeführte \Lilium eernuum K.....arow,
das vom Autor nach am Jalufluß gesammelten Herbarexemplaren seinerzeit
beschrieben wurde. Es ist das eine durch ihr sporadisches Vorkommen ausge¬
zeichnete Axt, die im Habitus undGröße ganz an Lilium tenuifolium Fisch, erinnert,
jedoch durch leuchtend dunkßUilarosa, liefviolett punktierte, stark und angenehm
duftende Blüten, sowie durch andere weniger ins Auge fallende botanische Merk¬
male sich von letzterer unterscheidet. Robuste Exemplare tragen bis zu fünf oder
sechs nickend.' Blüten am Stengel. Wenn erst allgemein bekannt, wird diese
schöne Lilie, wohl die wertvollste Einführung N. Palczewskis, sicher ehm weite
Verbreitung finden. Sie ist bei uns in Petersburg vollkommen winterhart und
gedeihl in unseren Baumschulen auf jeglichem, nicht allzu schwerem, leicht
humosem Boden in leichl halbschattiger Lage. In der Heimal wächst sie nach
\V. Komarow auf grasigen, steinig-lehmigen Hängen.
Eine andere schöne Lilie, schon längst eingeführt, aber wohl kaum
bekannt in den Gärten, ist das vom verstorbenen Dr. E. Regel in seiner Garten¬
flora beschriebene f* Lilium avenaceum Fischer, verwandt mit Hansoni
Leichtlin, aber niedriger von Wuchs und prächtig leuchtend orangerot gefärbt. Ich
besaß einige Zwiebeln davon noch von Hegels Zeiten her, erhielt alsdann weitere
Zwiebeln davon von der Bai Temey sowie aus Nikolsk Ussurijskij und zuletzt
aus Kamtschatka von Herrn W. Komarow. Letztere wuchsen leider nicht an
und die gesandten Samen keimten schwach, dagegen entwickelten sich die
mandschurischen Exemplare recht üppig auf frisch humosem. leicht halb-
schattigem Standort. Auf mehr trockenem Boden gedeiht L. avenaceum schlecht,
und die lalsche Behandlung mag vielleicht an ihrem Verschwinden aus den
Gärten schuld sein. Jedenfalls ist sie weil schöner als Lilium Hansoni.
I ber die neuerdings aus Samen erzogene * Fritillaria dagana Turcz. aus
Iransbaikahen kann ich noch nichts berichten, weil die Sämlinge noch nicht
blühten; die seltene ^Fritillaria ussuriensis Maxim, ist verwandt mit Fr. ruthenica,
ähnelt jedoch in der Farbe mehr einer Fr. Meleagris.
\Lloydia triflora Hak. mit ihren winzigen weißen, zu dritt gestellten
Blüten hat entfernte Ähnlichkeit mit einer Gagea und besitzt nur botanisches
I nteresse.
Gleich den nordamerikanischen Clintonia umbellata und Cl. borealis ist auch
die mandschurische f Clintonia udensis Trautv. & Mey. in Petersburg vollkommen
hart- si «' wächst in der Natur im tiefsten Urwalde auf n.....sigem linden und
will in der Kultur auch als Waldpflanze behandeil sein. .Nur so entwickeil
zur Vollkommenheit ihre großen, Convaüaria ähnliohen Blätter, denen später die
weißen Blütenstände und im Herbst die blauschwarzen, beerenartigen, zuletzt
jedoch zur trockenen Samenkapsel werdenden Früchte folgen.
Eine eigenartige Smilacee ist \Smilacina japonica A. Cray v. manshurica
Maxim., die mit ihrer breiten, rauhhaarigen Belaubung und den weißen Blüten
eine charakteristische Wald- und Gebüschpflanze bildet. Sie will ähnlich Poly-
gonatum gepflanzl und behandelt sein. Von letzterer Gattung haben wir
t /'. humile Fisch, und * stenophyUum Maxim, als neu für die Kultur zu ver¬
zeichnen.
Durch Herrn Palczewski erhielten wir von der Bai Terney \Ma]anthemum
canadense Desf., etwas später brachte sie Herr Komarow aus Kamtschatka mit-
Diese Arl unterscheidet sich vom europäisc hen M.bifolium durch den üppigeren