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Äuö der guten alten 3 ® ^
Im Jahre 1840 wurde die Eisenbahn von Berlin nach
Potsdam eröffnet , mit der man in einer Stunde von einem
Orte zum anderen gelangen konnte . Mit einem Wagen
hatte man immer drei Stunden und zu Fuß fast sechs
Stunden gebraucht . Eines Tages fuhren zwei jüdische
Freunde unmittelbar nach dem Mittagessen nach Potsdam ,
gingen dort in ein Kaffeehaus , und während der eine seinen
Kaffee schwarz trank , nahm der andere Milch .
Auf die Vorhaltung , es sei doch erst eine Stunde seit dem
Mittagessen vergangen , erwiderte der Missetäter : „ Mein
Lebtag war es von Berlin bis nach Potsdam wenigstens
drei Stunden — was kann i ch dafür , daß die Eisenbahn
so schnell läuft ? "
Kindermund
Der 5jährige Adolf
K . wird von dem
katholischen Dienst¬
mädchen aufgefor¬
dert . mit ihr in die
Kirche zu kommen .
Auf die Frage , was
er dort machen solle ,
antwortet das Dienst¬
mädchen : „ Du wirst
dort schöne Bilder
sehen — Du wirst
sehen , wie unser Gott
gestorben ist . "
Darauf der Kleine
nachdenklich : „ U n -
s e r Gott lebt
noch ! " / L .
Die Stellung
zum Publikum .
Ein jüdischer
junger Mann , In¬
haber einer vorzüg¬
lichen Baß - Stimme ,
wurde von einem
Berliner Gesangs¬
pädagogen ausge¬
bildet . Die Studien¬
zeit brachte die glän¬
zende Erfüllung aller
auf sein Stimm¬
material gesetzten
Hoffnungen ; ooch
der beabsichtigten
Opernlaufbahn stellte
sich sein völliges
schauspielerisches Un¬
vermögen als un¬
überwindbares
Hemmnis entgegen .
Sobald er vor das
Publikum trat , ver¬
sagte er .
Damals suchte die
jüdische Gemeinde
Berlins einen Vor¬
beter . und ohne sei¬
nem Lehrer davon
Kenntnis zu geben ,
meldete sich der junge
Mann . In einem
Gottesdienste , in dem
er probeweise vor¬
zubeten hat , füllt
seines Basses Grund¬
gewalt mühelos den
Raum der großen
Synagoge ; sein Vor -
Ludendorff oder Der Verfolgungswahn .
1 . 8
( Vorwärts )
*
trag , beseelt und tiefinnerlich empfunden , ergreift die
Gemeinde . — Zwei Tage darauf eilt unser junger Mann
mit dem Anstellungsvertrag in der Tasche und Jubel
im Herzen zu seinem Lehrer : „ Denken Sie . ich habe ein Engage¬
ment als Vorbeter bei der Jüdischen Gemeinde in Berlin . "
„ Ich hab ' s ja immer gewußt, " meint mit schalkhaftem
Lächeln oer Lehrer , „ Sie können nur singen mit dem
Rücken zum Publikum . "
Eine OLTendelssohn ^ Ä . nekdote .
Der berühmte Philosoph und Vibelübersetzer Moses
Mendelssohn wurde häufig von König Friedrich 11 .
zur Tafel zugezogen . Bei dieser Gelegenheit machte sich
oer König manchmal den Spaß , den Gelehrten vor den
Gästen in Verlegenheit zu bringen , und freute sich jedesmal
auf geistriche Ant¬
worten , mit denen
sich Mendelssohn aus
der oft recht ver¬
zwickten Lage heraus¬
hieb .
Einmal schrieb der
König auf einen
Zettel die Worte :
„ Moses Mendelssohn
ist der erste Esel des
Jahrhunderts " und
ließ ihn an der
Tafel herumqehen .
Als der Zettel zu
Mendelssohn ge¬
langte . las dieser
lächelnd den Inhalt ,
stand auf und wandte
sich an den König '
„ Majestät , ich möchte
mir dieies Dokument
gern als Andenken
aufbewahren . Es
hätte aber einen
weit größeren Wert
für mich , wenn Ma¬
jestät geruhen wür¬
de , den Zettel zu
unterschreiben . "
Der König unter¬
schrieb seinen Na¬
men und reichte den
Zette ! zurück . Men¬
delssohn dankte und
fragte , ob er den
Zettel verlesen
dürfte . Der König
nickte zustimmend .
Mendelssohn stand
auf und las mit
lauter Stimme :
„ Moses Mendelssohn
ist der e r st e Esel des
Jahrhunderts . Fried¬
rich der Zweit e . "
Es erhob sich ein
dröhnendes Ge¬
lächter , in welches
der König herzlich
einstimmte .
SAerzfrage .
Was hat das
jüdische Neujahr mit
oem christlichen Neu¬
jahr gemeinsam ?
mv hi j n v jß luauta
jiiu usöuvj aqiaffi
Es verlautet , daß General Luden vor ff , der sich erst
kürzlich wieder durcb seine „ Enthüllungen " über die jüdisch -
freimanrcrisch - jesuitische Weliverschwörnng lächerlich gemacht
bat , als militärischer Instruktor nach China gehen will . D . Red .
Hast du Angst , Erich ? Bist du bange , Eridi ?
Klopft dein Herz , Eridi ? Läufst du weg ?
Wolln die Maurer , Eridi — und die Jesuiten , Eridi ,
dich erdolchen , Eridi — weldi ein Schreck !
Diese Juden werden immer rüder .
Alles Unheil ist das Werk der . * . . ' . Brüder .
Denn die Jesuiten , Eridi — und die Maurer , Eridi —
und die Radfahrer — die sind sdiuld
an der Marne , Eridi — und am Dolchstoß , Eridi —
ohne die gäb ’ s keinen Welttumult .
Jeden Freitag abend spielt ein Kapuziner
mit dem Papste Skat — dazu ein Feldrab i > mer ;
auf dem Tisdie liegt ein Grand mit Vieren —
dabei tun sie gegen Deutschland konspirieren . . .
Ilmdenburg wird älter und auch müder . , .
Alles Unheil ist das Werk der . ' . Brüder .
Fährst du aus dem Schlaf ? Die blaue Brille
liegt auf deinem Nachttisch wohl bereit ?
Hörst du Stimmen ?
Das ist Gottes Wille ,
Ludendorff , und weißt du , wer da schreit — ?
Hunderttausende , die jung und edel
sterben mußten , weil dein dicker Schädel
sie von Grabenstück zu Grabenstück gehetzt
bis zuletzt .
Ackerkrume sind , die Deutschlands Kraft gewesen .
Pack die Koffer ! Geh zu den Chinesen !
Führ ’ auch die bei ihren Kriegen !
Ohne Juden wirst du gleichfalls unterliegen .
Geh nach China ! Und komm nie mehr wieder — !
Alles Unheil ist das Werk der Heeresbrüder .
t Weltbühne )
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Verantwortlich für die Redaktion : Dr . Heinz Caspari . Druck und Verlag : M . Leßmann , Hamburg 36
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