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vertraut zu machen und über schwierige Begriffe und Materien genügende Klarheit zu erlangen. Die Uebersetzung ist zumeist wörtlich und lehnt sich streng an den Text an; wo es unbedingt erforderlich war, sind einzelne Worte eingeschaltet, die durch Parenthesen kenntlich gemacht sind. Wir hätten nur gewünscht, dass solche kleinen Zusätze noch häufiger gemacht wären, damit die einzelnen Sätze, auch unabhängig vom Originaltexte, einen klaren und leichtverständlichen Sinn ergäben. Der hei weitem schwierigste Teil der Arbeit war die Erklärung; denn es dürfte sich kaum eine schwierigere Aufgabe finden, als die, den kurz und prägnant gehaltenen Ausdruck der Mischna durch ebensolche Noten so zu erläutern, dass dem Leser die Materie vollständig klar wird und er auch die quellenmässige Begründung der Aussprüche und Lehrsätze erfährt. In dieser Hinsicht ist der gediegene und hchtvolle Commentar als ein ganz vorzüglicher zu bezeichnen. Die Anmerkungen sind knapp und streng sachlich gehalten sowohl dort, wo es sich um die materielle oder etymologische Erklärung der einzelnen Begriffe handelt, als auch dort, wo für die verschiedenen Meinungen der Tannaiten der Nachweis aus den biblischen Quellen geführt wird. Ereilich hätten wir es auch hier lieber gesehen, wenn diese Nachweise noch zahlreicher und consequent durchgeführt wären; auch hätte es u. E. der Klarheit des Cömmentars keinen Abbruch gethan und sein Verständnis wesentlich erleichtert, wenn manche Anmerkungen nicht in so lapidarer Kürze ab- gefasst wären, dass zuweilen stilistische Bärten eintreten und man ge- zwangen ist, eingehende Studien zur Ermittelung des eigentlichen Sachverhaltes anzustellen. Die Einleitung (S. VIIXXII) giebt einen klaren Ueberblick über die Aufeinanderfolge der Tractate der vierten Ordnung sowie eine kurze und übersichtliche Inhaltsangabe derselben. Dass hierbei auch manche nützliche Winke hinsichtlich der Entstehungs- zeit und der ursprünglichen !Reihenfolge einzelner Traktate und Abschnitte sowie bezüglich der Feststellung eines genauen Textes geboten werden, ist bei einem so scharfsinnigen Meister talmudischer Kritik selbstver- stündlich. Als mustergiltig in dieser Beziehung möchten wir die Ein- leitungen und Noten zu den Tractaten Edujot und Abot bezeichnen. Sehr dankenswert sind die von A. Marx-Königsberg fleissig und sorg- faltig ausgearbeiteten Register ,der in den Noten erklärten Worte und ״ der in Seder Nesikin vorkommenden Tannaim (S. 377384); während jenes ein Lexicon für diesen Teil der Mischna fast entbehrlich macht, wird dieses dem wissenschaftlichen Arbeiter auf dem Gebiete des Talmud grosse Dienste leisten. Wenn wir schliesslich noch hinzufügen, dass die Punktation des hebräischen Textes eine sehr correcte ist sowie dass der Druck und die Ausstattung der Itzkowskischen Officin zur Ehre gereicht, so glauben wir gezeigt zu haben, zu wie grossem Danke wir dem Verfasser für sein in jeder Hinsicht wohlgelungenes Werk ver- pflichtet sind, und möchten nur noch den Wunsch aussprechen, recht bald auch im Besitze der beiden letzten Ordnungen der Mischna mit der Uebersetzung und Erklärung aus der Hand dieses Meisters zu sein. Dr. M. PetucTwtusJci.]

KNOLLBE, OH., man ככוד , Auslegung verschiedener Talmud- und Midrasch-Stellen, die auf den Pentateuch Bezug haben. Przemysl 1898. 26, 14, 12, 16 u. 26 Bl.

KOHANA, H., דברי צבי , Novellen und Bemerkungen, 2. Teil. Lern- berg 1897. 53 Bl. 4°.