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An dm Ufern der Oder wars , vor fünfundzwanzig Jahren , genau am 25 . Gktober 4886 ,
als die , die an ihrer Ehre nicht länger leiden wollten , den Bund der Viadrina schufen .
Mie wenig freunde waren das ! Kaum zehn Namen meldet die Historie aus jenen für
uns so teuer gewordenen Tagen des Beginns .
Und heute !
Der Gedanke , der damals gegen 400 zähe Hindernisse schöpferisch war , schuf dann weitab
von der Gder , am Neckar und am Rhein , im Bayrischen , in Berlin — ad } ihr kennt ja alle Namen —
den Bruderbund der Gleichgestimmten .
Nut ihren : körperlichen Blute , und nicht nur mit dem Ltolz ihrer Herzen stellten sie
sich den Ehrabschneidern entgegen .
Dünner mehr Nutstreiter rief ihr Protest herbei , die mit Hellem Mute wiederholten , was
die an der Mder zuerst verkündet halten .
Fünfundzwanzig Jahre sind es nun . In den Zeiten ist der Verband gewachsen , und in
jeder deutschen Äadt wohnen heute Bundesbrüder , die freudig auf den ersten Ri " g der großen
Kette schauen .
Zur Gründung der Viadrina senden sie ihren festlichen Gruß ins schlesische Land und reichen
sich fest die Hände .
Die Einigkeit hat uns groß gemacht und das hohe Ziel . Mir werden beides in Breslau
am Gründungstag uns neu geloben !
Und in die 5 - char der Gratulanten tritt heute schon das jüngste Kind des K . T . Keine
neue Verbindung , sondern der literarische Trabant des Trutzgedankens : „ Die K . E . Blätter " .
Mir haben uns bemüht , die Nummer als eine festliche der Viadrina insbesondere zu widmen .
Mir wünschen Glück zum schönen Feste und fühlen tief den Mert des lebendigen Ideals ,
das einst die Viadrinen zusammenbrachte und das heute noch aus unfern Blättern weht .
Als treue Hüter des Ideals grüßen wir Euch Alten und lassen nun denen . das Mort , die
für Eure Festnummer geschrieben haben .
Die Redaktion der K . £ . « Blätter .
Viabrinsttlbh .
Yiab rinn , dir geh8 ? ich
In E - ltick und auch in Hol ,
gm deinen Hürden schwör * ich ,
Den Hnrden : schwarz , go ) d , rot .
Yindrinn , wir beweisen ,
Deweisen durch die Tnl ,
Das unser Herz und Pisen
Mets gut geschlagen hst !
Die Bedeutung des K . E . für das
deutsche Judentum .
Pen Dr tv c l i v 6 ) 0 I b m a u n - Oppeln .
Die Bedeutung des Akademikers für alle
Zweige des jüdischen Gebens in Deutschland bedarf
keiner besonderen Hervorhebung . Die Achtung ,
die jeder Jude von vorlthereilt dem Manne der
Bildung und des Wissens entgegenbringt , eint
sich mit denr Uebergewicht seiner sozialen Stllung ,
um in der jüdischen Oefsentlichkeii dem Akade¬
miker eine Nolle zuzuweisen , bereit Wichtigkeit
und Verantwortung gleich groß sind . In unseren
( Gemeinden . in unseren Organisatiorken , seien sie
mm politischer , wohltätiger oder wissenschast -
licher ^ katllr , ist in den führenden Stellungen
die Anzahl von Männern , die Hochschulbildung
genossen haben , eine derartig hervorragende , daß
einerseits das deutsche Judentum ohne diesen
Faktor garnicht lebensfähig wäre , und es andrer¬
seits durchaus nicht gleichgültig sein kann , welche