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9. Jah gang Januar-Februar 1922

Heft 1/2

David Hoffmann.

תבא בבלה עלי קבר כעלות גדיש בעתו Du kommst in imge- schwächter Kraft ans Grab, wie die Garbe eingebracht wird zur rechten Zeit. Dies Trostes- und Segenswort Eliphas könnten ; : «r auf den grossen Mann anwenden, dessen Heimgang wir 1 *trauern. In einem Alter, das zu erreichen heute nur wenigen *;*schieden, wurde er von uns genommen, und sein Auge war bi , zum Todestage nicht trübe geworden, seine Geisteskraft bis zuletzt nicht von ihm gewichen.

Warum fasst uns dennoch ein mächtiges Sehnen, warum will der zehrende Kummer in uns nicht zur Ruhe kommen ? ;/Teil wir in ihm einen Einzigen sehen, für dessen Wirk- samseit einen Nachfolger zu finden die Sorge der letzten Jahre war, für den nach menschlichem Ermessen keiner heute in die Bresche zu treten vermag.

Das sind nicht Ueberschwänglichkeiten, gesprochen an einem frischen Grabe, das ist die Ueberzeugung derer, die sich seine Schüler und Anhänger nennen durften. Diese Wahrheit einem grösseren Kreise zum Bewusstsein zu bringen, ist der Zweck der folgenden Erörterungen.

Es herrscht Streit darüber, ob das Idealbild des Juden- tums in dem erfüllt ist, der sich ausschliesslich mit der Thora beschäftigt und jede, aber auch jede Berührung mit der Kultur der anderen Völker, mit den Errungenschaften in Kunst und Wissenschaft ablehnt. Dieser Streit ist nicht von heute, er ist in allen Perioden der jüdischen Geschichte lebendig gewesen und zu Zeiten recht erbittert durchgefochten worden. Uns er-