Miseellen

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schliesslich daraus der Satz erwuchs אברהם יגל יצחק ירנן יעקב ובניו ינוחו בו . Weshalb diese Einschaltung gerade der andern Gebetsformel אתה אהד eingefügt wurde, in welcher sich der Satz בי אתה אבינו nicht findet, das kann freilich nicht gesagt werden. Dass sie aber irgendwie mit jenem Satz zusammenhängt, dürfte nicht von der Hand zu weisen sein.

Rabbiner Dr. S. Kaatz in Hindenburg O/S.

Notiz.

Die Offizin von H. Itzkowski feierte am 8. Dezember ihr 50jähriges Jubiläum. Das ist ein Ereignis, das von literarischem Interesse ist. Man darf sagen, dass es eine Zeit gegeben hat, in der die ßuchdruckerei von Itzkowski, was die Herausgabe speziell hebräisch-wissenschaftlicher Werke betrifft, eine einzigartige Stellung eingenommen hat. Nicht nur durch die Fülle der in ihr erschienenen Publikationen, die würden allein in der Titelangabe eine Reihe von Jeschurunheften beanspruchen, sondern auch durch die Exaktheit und Korrektheit des Druckes. Was aber der Haupt- Vorzug dieser Druckerei war, das sind die Dienste, die sie den Autoren ge- leistet hat. Die beiden Hauptleiter H. Itzkowski ז״ל und להבדד׳ל M. Hurwitz waren und sind nicht nur לומדים , nicht nur ganz ausgezeichnete בעלי תנ /, ך sondern auch hervorragende Kenner des Neuhebräischen. Und sie haben es nie verschmäht am Setzerpult zu stehen und die Korrekturen selbst zu lesen. Sie haben lebendigen Anteil an allen Werken genommen, die aus ihrer Druckerei hervorgegangen sind. Wie mancher Autor hat die Fehlerlos!gkeit seines hebräischen Stils diesen beiden Korrektoren zu danken. Bewundems- wert bleibt mir immer noch wie Herr Hurwitz aus dem Gedächtnis bei jedem Tenach-Zitat feststellt, dass dieser Vokal, diese Versaagabe falsch ist. Und eines anderen stillen Mitarbeiters wollen wir doch bei dem 5u jährigen Jubiläum dieser Druckerei nicht vergessen, des Rabb. Dr. M. Petuchowski, dessen Anteil an unzähligen Werken, die den Ruhm der Autoren überallhin getragen, nicht hoch genug gewürdigt werden kann. Durch mannigfache Verbesserungen, die er, den Schwiegervater und Schwager als ehrenamtlicher Korrektor unterstützend, angebracht, hat er den Schriften die letzte Feile gegeben. Wieviele Gelehrte und Schriftsteller haben sich da oben in den Räumen, die freilich mit denen Ullsteins und Mosses keinen Vergleich aus- halten können, ein Stelldichein gegeben! Wieviel ״ gute Wörtchen in Halacha, Hagada und spezifisch jüdischer Wissenschaft sind da oben aus- getauscht worden! Was war das noch für ein schönes Fest zum 55 jährigen Jubiläum als die Koryphäen der jüdischen Wissenschaft, an ihrer Spitze Hildesheimer, Hoffmann, Berliner, Barth sich beim Mahle zur Feier zu- sammenfanden.

Und soll das vergessen werden, dass wir hier eine Druckerei haben, die, trotzdem sie um dessenwillen um ihr Leben kämpft, nie dem Sabbat untreu geworden, dass nicht hier jüdische Bücher gedruckt werden, bei deren Herstellung wie in vielen anderen jüdischen Druckereien jüdische Setzer einen הלול שבת begehen?

Die Buchdruckerei Itzkowski gehört durch ihre Vergangenheit der jüdischen Literaturgeschichte an. Möge ihr die Zukunft halten, wessen sie durch ihre Vergangenheit sich verdient gemacht. J. Wohlgemuth.

Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlg-emuth, Berlin Druck von H. Itzkowski, Berlin N 24, Aug-uststr. 69