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eine Zeitschrift .
Achten Jahrganges zweiten Bandes viertes Heft .
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Historische Betrachtunge » r
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Albert Fränkel .
1 . IuÄa und die Weltgeschichte .
Wenn die im Kampfe mit einem stürmischen , unheil¬
vollen Geschick begriffene stolze , selbstbewußte Größe einzel¬
ner hervorragender Individuen und Geschlechter von jeher
ein Gegenstand war , an dessen Betrachtung der menschliche
Geist sich gern erhob , ein Stoff , an den Poesie und alle
Kunst , die historische mit eingerechnet , sich gern gestaltend
schmiegte , aus dem selbst die religiöse Begeisterung erfri¬
schende Nahrung sog , kurz , in dessen Anschauung sich der
ganze höhere Mensch gern vertiefte , welch ' eine Fülle von
wahrhaft Großartigem , Tragischem und Erhabnem wird
diesem Allen nicht erst von der Geschichte eines großen hi¬
storischen Individuums , eines ganzen Volkes dargeboten ,
dessen fast zweitausendjä ' hrige Aufgabe es war , einen solchen
Kamps zu kämpfen ! Die großen Helden der Geschichte
sind nicht immer bloß Helden mit dem Schwert in der Hand
und mit bluttriefenden Fingern , es giebt auch Helden des
Geistes , die mit den Waffen des Geistes kämpfen für ein
Geistiges , Ewiges , Unantastbares ; aber so wie sich der
Held einerseits bewährt im freudigen , energischen , muthigen
Kampfe für eine höhere Idee , so giebt es auch andererseits
ein Hcldenthum , das , den Umständen nach , auch für die¬
selbe zu leiden , zu dulden und zu tragen vermag , jenes
passive Heldcnthum , das man auch Märtyrcrthum genannt