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schwören lassen, " wegfallen , und welche also lautet : „ Ich
schwöre bei Adonai , dem Gott Israels , einen leiblichen Eid zu
Gott dem Allmächtigen und Allwissenden , daß , nachdem ich als
( Arzt , Wundarzt rc . ) in den königlichen Landen approbirt wor¬
den , Sr . Königl . Maj . von Preußen , meinem allergnädigsten
Herrn , ich unterthanig , treu und gehorsam sein und alle mir
vermöge meines Berufs obliegenden Pflichten nach den Harüber
bestehenden oder noch ergehenden Verordnungen , auch sonst nach
meinem besten Wissen und Gewissen , genau erfüllen will . Dies
schwöre ick , so wahr mir Gott helfe , und wenn ich meinen
Eid übertrete , so mögen mich , der mir geschehenen Warnung
gemäß , alle nach göttlichen und menschlichen Gesetzen über sol¬
che Untreue und Entheiligung des göttlichen Namens verhäng¬
ten Strafen treffen . " Die Schluß - und Bekräftigungssormel
ist geändert und immer noch exceptionell . Auch ist die im
Jahre 1825 festgesetzte Verwarnung und Ermahnung für die
Juden beibehalten , wahrend für die Christen die Vorhaltung
zum Diensteide vorangeht . ( Leipz . Allgem . Zeit . )
Schreiben aus Kurland . „ Die Errichtung jüdischer
Lehranstalten scheint noch weit im Felde zu sein , und wenn
auch der Herr Rabbiner Lilienthal in Riga noch so sehr
begeistert dafür ist , so hat er leider mit so Vielerlei zu käm¬
pfen , daß man wünschen muß , der Allmächtige möge ihm
Kraft verleihen , dieses Alles zu ertragen . Die Beschränkungen
und der Mangel sind leider so groß , daß nur ein kleiner Theit
Sinn für Geistesbildung hat , daher Schulen und Synagogen
noch sehr zurück sind . Der Gemeindevorstand in Mitau , na¬
mentlich ein Mitglied desselben , der würdige Herr Wagen -
heim daselbst , hat den Vorschlag gemacht , eine Fleischsteuer ,
zum Behuf einer zu errichtenden Schule , so wie etwas davon
zur Verbesserung des dortigen Gottesdienstes , bestimmt , erheben
zu lassen ; der Erfolg dieses Vorschlags ist aber noch sehr un¬
gewiß . "
Die Israeliten im Hannöverischen sollen endlich keine
Schutzjuden mehr sein , indem in der Sitzung der dortigen
zweiten Kammer , am 20 . Dezember 1841 , der Hauptpara¬
graph des Gesetzentwurfs über die Rechtsverhältnisse der Juden
mit 32 gegen 6 Stimmen angenommen wurde , welcher lautet :
„ Das Schutzverhaltniß der Juden zum Landes -