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Erscheint ;rvSlfmal im Jahre. .-- --

XYI. IaHrg. - Berlin, September 1910. Wr. 9.

Wach Arrtz MöeL!

Fatal matt hat der Kultusminister das verfassungs­gemäße Recht der jüdischen Medizinalpraktikanten wahr­genommen ; ich glaube auch kaum, daß der Landtags- abgeordnete Cassel von der Schlußerklärung des Ministers wirklich so befriedigt war, wie dieser es erwartete. Preußische Schneidigkeit hätte den zahmen Landrat wohl anders zurecht­gestutzt, wenn er sich bei Vergehen gegen den Bund der Landwirte oder gar gegen das Zentrum ähnlicher Zurück­haltung befleißigt hätte' Die Aerztekammer Berlin-Branden­burg hat einstimmig die Erwartung ausgesprochen, daß dem Krankenhause die Berechtigung, Praktikanten zu beschäftigen, entzogen werde, solange die Leitung des Krankenhauses nicht die Gewähr biete, daß dort auch den Praktikanten gegenüber nach Ordnung und Recht verfahren werde: warum hat der Minister nicht die Gelegenheit benutzt und im Parlament öffentlich die Zusage gemacht, daß dieser natürlichen, durch­aus nicht übertriebenen Forderung entsprochen werden foll?*) Nach Britz nun Lübeck! Hier hat der Vorstand der Aerzte- kammer sogar für die Unbill, die einem jungen Kollegen angetan wurde, kein Verständnis gezeigt! Die Unter­suchung hat denAerzLekannmervorstand zu der Erkenntnis geführt, daß die ablehnende Haltung der Assistenzärzte viel­mehr durch persönliche, nicht durch religiöse Momente be-

*) Ist inzwischen vom Oberpräsidenten abgelehnt. Wir kommen darauf am Schluffe dieses Artikels zurück.