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Inr Deukschen Reich.'

kommt. Da die Liste vorwiegend Niederlassungsmöglichkeiten in kleineren Orten enthalt) dient sie zugleich einer gerechteren Verteilung der deutschen Juden auf Stadt und Land und der Erhaltung der kleineren Gemeinden. Die Liste, deren erste Auslage allseitig gute Aufnahme gefunden hat, ist soeben in zweiter Ausgabe erschienen und steht Interessenten kostenlos zur Verfügung

Versendung von Stadtkindern auf das Land.

Die Hauptstelle für Berufsberatung der Juden'hat ihr Augenmerk der Versendung von Großstadtkindern auf das Land zugewandt) weil es im Sinne ihrer Bestrebungen liegt, daß die Großstadtkinder das Leben in kleineren Städten und auf dem Lande kennen lernen und sich von dieser Kenntnis bei der Berufswahl beeinflussen lassen.

Den Bemühungen der Hauptstelle ist es gelungen, daß ihr von Gönnern in allen Teilen des Reiches insgesamt 527 Stellen zur Unterbringung von Großstadtkindern, zum Teil auf mehrere Monate, zur Verfügung gestellt wurden. Auf ^t85 Stellen konnte die Unterbringung völlig unentgeltlich er­folgen, wahrend bezüglich des Restes ein geringer Betrag für Beköstigung berechnet wurde. Bei dem größten Teil der Stellen konnte auch rituelle Verpflegung zugesichert werden. Auf die einzelnen Landesteile verteilen sich die Stellen wie folgt:

Baden 14, Bayern 21, Brandenburg 2, Braunschweig 1, Hannover 15, Hessen 61, Hessen-Nassau 6, Meiningen 5, Mecklenburg 7, Oldenburg 10, Ostpreußen 75, Pommern 13, Posen 53, Rheinprovinz 46, S.-W.-Eisenach 3, Schlesien 46, Schwarzburg-Sondershausen 1, Westfalen 63, Waldeck 3, .West­preußen 76, Württemberg 6.

Es gelang auf diese Weise für 362 Mädchen und 165 Knaben einen Somm!eraufeuthalt zu schaffen. Zahlreiche der Hauptstelle zugegaugene .Briese zeigen, daß die Kinder, die fast durchweg gut ausgenommen wurden, hierdurch- nicht nur eine Förderung ihres Gesundheitszustandes erlangt haben, sondern auch in vielen Fällen im Interesse der Bestrebungen der Hauptstelle hinsichtlich, der Wahl ihres späteren Berufes beeinflußt worden sind. Die Hauptstelle spricht auch, an dieser Stelle allen, die sie bei diesem Werk unterstützt haben, ihren besten Dank aus.

Berufsberatung im Felde.

Vielfachen Anregungen und Wünschen zufolge sind durch Vermittlung der Feldrabbiner die Drucksachen der HaupLstelle ftuch im Felde in großer Zahl zur Verteilung gelangt. Gerade bei den Kriegern, die sich in Sorge um die Gestaltung ihrer wirtschaftlichen Zukunft nach der Rückkehr aus dem Felde be­finden, ist natürlich besonderes Interesse für die Fragen der