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Berufswahl vorhanden. Wie bereits in einer früheren Veröffentlichung dargelegt wurde, besteht jetzt für Kriegsbeschädigte die Möglichkeit, die Kapitulanteulaufbahn einzuschlagen, auf diese Weise den Zivilversorgungsschein zu erhalten und sich so den Zutritt zur mittleren und unteren Beamtenlaufbahn zu verschaffen. Es ist dringend erwünscht, daß geeignete jüdische Kriegsteilnehmer hiervon Gebrauch machen. Die Hauptstelle hat ein besonderes .Merkblatt her-gestellt, das die früheren einschlägigen Veröffentlichungen zusammenfaßt und über die Fragen der Beamtenlaufbahn Auskunft gibt. Dieses Blatt sowie alle sonstigen Veröffentlichungen) stehen Kriegsteilnehmer!: kostenlos bei der Hauptstelle oder bei den einzelnen örtlichen Beratungsstellen zur Verfügung.
Berufsberatung mit Hilfe der Berliner N e l i g i o n s s ch ulen.
In einer von der Berliner Beratungsstelle null Leitern der jüdischen Religionsschulen abgehaltenen Konferenz ist beschlossen worden, planmäßig auf die jüdischen Schüler und Schülerinnen im Sinne der Berufswahl einzuwirken, ehe sie die Schule verlassen. Die Kinder sollen durchs Vermittlung der Religionslehrer zur Ausfüllung eines Fragebogens über Wünsche und Neigungen bei der Berufswahl .angehalten und aus Grund dieser Fragebogen dann zum Besuch der Beratungsstellen eingeladen werden, die ihrerseits dann nicht nur sachverständigen Rat erteilen, sondern auch die Kinder mit dem zuständigen Arbeitsnachweise in Verbindung bringen sollen. Es ist zu hoffen, daß die in Aussicht genommene Einrichtung bereits für die zu Ostern von der Schule abgehenden Kinder ihre Wirkungen zeigen wird.
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Beremsrmchrichteu>
Die Aeichnuirgslistsu für öie 7. .Kriegsanleihe werden aw' IS, Oktober, mittags, geschlossen. Den deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens die geschäftlichen Vorteile, die politische Notwendigkeit, die bürgerliche und menschliche Pflicht zur Beteiligung an dieser Anleihe besonders darzulegen, ist wahrlich eine müßige Aufgabe. Kein deutscher Jude, der diese Pflicht nicht erkennt und der ihr nicht nach Maßgabe seiner Kräfte entspricht. Mit demselben patriotischen Eifer, mit dem die deutschen Juden im Felde dem ^-eind sich entgegenwerfen, mit demselben Eifer, mit dem sie sich daheim dem Hilfswerk widmen, nehmen sie sich auch der Kriegsanleihe an, dem Herzenstrieb wehr als dem Geschäfts- trieb folgend. Von den Kanzeln aller Synagogen haben überdies die Prediger heredt und eindringlich an diese vaterländische Pflicht gemahnt. Die Vorstände der Ortsgruppen unseres Central-Vereins haben sicherlich überall für die Kriegsanleihe nachdrücklich s'ch betätigt. So mag es denn überflüssig scheinen, daß wir auch an dieser Stelle ein mahnendes Wort erheben.' Aber zuweilen
