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der Geschichte des Volkes Israel hervor, in der eine Seeschiffahrt von der Küste des jüdischen Reichs sich entwickelte. Das war die Zeit der Königsherrschaft Salomos, den Dr. Hennig in der Geographischen Zeitschrift als genialen Kaufmann auf dem Königsthron in manchen Linien seiner Pläne und Ämternehnrungen mit Leopold IL von Belgien vergleicht. Die Bibel berichtet von der berühmten Fahrt nach dem Lande Ophir. Salomo erkannte die Gunst der Ratur, die seinem Reich sowohl einen Zugang zum Mittelmeer wie zum Roten Meer gestattete, und plante wohl eine Erschließung Afrikas vom Roten Meere aus. Hier wurde die erste und einzige israelitische Handelsflotte gebaut, die dann die Fahrt nach Ophir antrat und laut dem biblischen Bericht nach drei Jahren Znit märchenhaften Schätzen heimkehrte. Rach der Ladung, die sie mit- brachte, ist ein Zweifel daran nicht mögliche daß sie tropische Länder erreicht hat, denn unter der Fracht befanden sich nicht nur angeblich 400 Zentner Gold, sondern auch Ebenholz, Elfenbein und Affen.- Aeber die Lage von Ophir ist unter den Forschern, die sich mit dieser Frage beschäftigt haben, bis auf den heutigen Dag keine Einigung erzielt worden. Karl Peters hat sich mit großem Eifer für die Verlegung des sagenhaften Landes nach dem Maschona- Land im mittleren Südafrika eingesetzt, wo unwiderlegliche Beweise für einen früheren Goldbergbau erbracht worden sind. Hennig möchte annehmen, daß die Flotte sich geteilt hat. Ihre Schiffe wären dann sowohl an der Westküste Indiens wie an der Sofalaküste der heutigen Landschaft Mozambique in Südafrika gewesen. Der Rame Ophir bleibt aber immer noch unaufgeklärt, denn seine Ableitung vom Lande- Foufi in dem großen Reisewerk des Arabers Ibn Batuta klingt nicht gerade überzeugend.
Frankfurt a. iVL Der Verein zur Beförderung der Handwerke unter den israelitischen Glaubensgenossen. hat seinen 58. Bericht erscheinen lassen. Die drei Kriegsjahre, die er umfaßt, haben auf den Verein lähmend eingewirkt. Für die Zeit nach dem Frieden plant er, mehr auf die Hinlenkung der Juden zum Handwerk hinzuwirken.
Die Juden in Jaffa. Der Großrabbiner von Jerusalem gewährte jüngst einem Vertreter der Frankfurter Zeitung eine Unterredung über die Gerüchte von Judenverfolgungen in Palästina, welche hauptsächlich von französischen und englischen Agenturen verbreitet werden. Der Großraöbiner hatte durch einen Brief des Rabbiners von Jaffa, der etwa drei Wochen alt ist, vernommen, daß die ^tadt Jaffa aus militärischen Gründen geräumt wird. Diese Räumung erstreckte sich auf die gesamte Bevölkerung ohne Unterschied der Rasse und Religion. Die jüdische Be- oölkerung, welche Unterkunft in den anderen Kolonien suchte, hatte natürlich hierunter zu leiden. Bei der notwendig gewordenen Maßregel war es nicht möglich gewesen, sofort alle für den Abtransport erforderlichen Transportmittel zur Hand zu haben. Gleich nach dem Eintreffen dieser Rachricht habe er, der Großrabbinerz Verhandlungen mit der kaiserlichen Regierung ausgenommen.- Diese stellte unmittelbar den Betrag von h ü nderttaus enö Pfund zur Erleichterung des Loses der durch die Räumung betroffenes Bevölkerung zur Verfügung. Der Großrabbiuer fügte jedoch mit mit erhobener stimme hinzu, daß die Meldungen der feindlichen Agenturen, welche von §,M a s s a k r e §“ zu berichten wissen, absolut jeder Grundlage entbehren. Die kaiserliche Regierung und ganz besonders der ^Großwesir Dalaat Pascha hätten zu der Zeit das größte Wohlwollen dem jüdischen Element gegenüber gezeigt.^ Was^die Stadt Jerusalem anbelangt, so betonte der Großrabbiuer! mit Rachdruck, daß sie niemals geräumt worden sei, und er
