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glaube versichern M tonnen, daß sie auch nicht geräumt werden würde.
Lin „logisches Ksch" entdeckt jubelnd die „Deutsche Zeitung" darin, daß wir jüngst einerseits hervorhoben, die Kriegszeit habe weit mehr Juden wirtschaftlich geschädigt als bereichert, und andererseits im selben Heft eines Vortrages gedachten, in dem der Redner davon sprach, daß die"Inden auch die erforderlichen Mittel für den Krieg mit aus- Lringen. Run — n o H hat sich ein,i£c § : Kapital bei den früheren Besitzern, auch bei jüdischen, erhalten. Roch ist nicht altes zur Schwerindustrie und zur Landwirtschaft hinübergeströmt, die jetzt sich jeden Luxus gestatten kann, auch Len, etliche Millionen Ihren Blättern zuznw enden. Wan kann schon einen winzigen Teil der großen Kriegsgewinne an die Zeitungen wenden, die. dafür prn- ermüdlich zu verkünden haben, daß die Juden die Kriegsgewinne einstreichen!
Bücherschau.
<£uio %>xcräano+ „Die Anfänge des modernen Kapitalismus".- Festrede. Reust drei Exkursen: 1. Begriff und Wandlungen der Wirtschaftseinheit. 2. Der vierte Kreuzzug und 3. Handel, Puritanismus, Judentum und Kapitalismus. Verlag der K. B. Akademie der Wissenschaften, München 1916. .
Wer das große Glück hatte, das wundervolle Kolleg Vrentano's über die Wirtschaftsgeschichte seit dem Altertum bis in die Gegenwart (in München) zu hören, wird das vorliegende Buch mit einer ganz besonderen Freude lesen. Denn es werden darin in einem schönen, klaren Stil — vor allem in den drei Exkursen —^ mit der Gründlichkeit eines solchen Gelehrten, wie es Brentano ist, die einzig wahren Ansichten stiber die Entstehung und die anfängliche Ent- wiftlunL des Kapitalismus in einer Ausführlichkeit niedergelegt, wie es in seinen Vorlesungen doch nicht in allen Einzelheiten der Fall fein konnte. Aber auch für den, der Vrentano's Auffassung von der Entstehung des Kapitalismus noch nicht rennt, ist das Buch überaus wertvoll. Für alle diejenigen, die sich mit der Wirtschaftsgeschichte befassen, ein großes Geschenk.
And erst recht für die jüdischen Wirtschaftshistoriker! Denn seitdem Sourbart die Frage der Anteilnahme der Juden am Kapitalismus in seiner merkwürdigen Art angeschnitten hat, ist die Diskussion über das Problem eigentlich noch nicht abgeschlossen. Die gegensätzlichen Anschauungen werden immerzu von neuem an verschiedenen Ortenvorgetragen, die Gemüter wollen sich, nicht beruhigen. Brentano greift in den Streit in bluech überaus wmhigen und sachgemäßen Art ein, die er -auch' .'beibehLD, bis zu dem Augenblick, wo Las Herausfordernde der Sombartstchen Ausführungen eine leidenschaftliche und zornige Antwort erhält: „ . . . zuchtlos ist sein ganzes Buch von dem zuchtlosen Geist in der Wissenschaft aber gilt dasselbe, wie von der Schönheit des zuchtlosen Weibes." (Salomonis, XI. 22). Oder: „Dach Buch ist voll der ' Frivolitäten eines sich als Aebermensch fühlenden Rebermütigen, der die Seifenblasen seiner Laune dem durch Geistreicheleien verblüfften Leser mit souveräner Verachtung ins Gesicht bläst und dazu von ihm verlangt, daß er seine Einfälle als unwiderleglich richtige wissenschaftliche Sätze annehme." Das harte Arten über das Buch wird von/ Brentano. in dem dritten Exkurs über „Judentum und Kapi-
