Bücherschau
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Lassen . Infolgedessen würden sofort nach der Entstehung des neuen jüdi¬
schen Staates innere Zwistigkeiten und Parteikämpfe einsetzen . Dazu
komme die Kompliziertheit der Sprachenfrage , die ebenfalls Gegensätze
schaffen werde . Die einen wollen die hebräische , die andern ( die über¬
wiegende Mehrheit ) die jiddische Sprache , awdere die hochdeutsche , die spa¬
nische , die englische , vielleicht auch noch die arabische Sprache . Der Ber -
jafjet glaubt sogar , daß bei inneren Zwistigkeiten der unterliegende Teil
die Hilfe des Auslandes anvusen würde . Jedenfalls laste auf dem neuen
jüdischen Staat schon bei seiner Geburt die Schwäche . Die Konstruierung
einer „ Heimstätte " statt eines Staates ändere nichts daran .
Dem Schutz des zivilisierten Europas und Amerikas sieht der Verfasser
sehr pessimistisch entgegen . Palästina werde ein Spielball zwischen eigen¬
nützigen und rücksichtslosen Nebenbuhlern sein . Der Schwache sei immer
gefährdet . Der Verfasser führt zur Illustrierung folgenden „ wahrschein¬
lichen " Konflikt an : Ein russisches Kriegsschiff liegt vor Jaffa . Matrosen
gehen ans Land , vergreifen sich in betrunkenem Zustand an jüdischen Mäd¬
chen . Jüdische Männer eilen ihnen zu Hilfe . Es entsteht eine Rauferei ;
die Matrosen greifen zu den Waffen , die Juden auch . Ein Matrose bleibt
tot auf dem Platze . Was wird die Folge sein ? Die Untersuchung durch
den russischen Konsul oder Gesandten werde einen ruchlosen Mord „ sest -
stollen " , womöglich ans Grn - nd einer heimtückischen Verschwörung der jü¬
dischen Regierung . Man werde entehrende Genugtuung verlangen , z . B .
Verurteilung der „ Mörder " zum Tode usw . Andernfalls werde ein russi¬
scher Geschwader vor Jctssa erscheinen . Auf das Haager Schiedsgericht
rechnet der Verfasser nicht . Man sei ja nur ein Judenstaat , der chr ' ist -
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