Menschen in Erez - Israel Brot ; Landwirtschaft , Industrie und Handwerk , inklu¬
sive Transport - und Baugewerbe zirka 100 . 000 Menschen — 60 Prozent des
Jischuws , abgesehen von denen , die indirekt ihre wirtschaftliche Existenz
diesen Berufen verdanken . Diese Ziffern zeigen die gesunde Struktur des 1
neuen jüdischen Palästina zur Genüge .
C . Die Arbeiterzählung .
In Palästina kommt den Arbeiterzählungen besondere Bedeutung zu , 1 . , weil
sie einen an Zahl wie an Organisation besonders wichtigen Bevölkerungsteil
umfassen ( 30 bis 35 Prozent der jüdischen Bevölkerung gehören dem Lohn¬
arbeiterstand an ) ; 2 . , weil dank der Tatsache , daß die Arbeiterschaft besonders
gut organisiert ist , hier am ersten in statistischer Hinsicht brauchbares Ver¬
gleichsmaterial aus früheren Jahren vorliegt ; 3 . , weil dieses Material über so
wichtige Fragen , wie Lebenshaltung eines großen Teils der Bevölkerung , über
Lohnstandard in Industrie und Landwirtschaft , sowie Familienschlichtung - und
Verhältnisse orientiert ( worüber aus anderen Bevölkerungsschichten kein Ma¬
terial vorliegt ) .
Die Zählung vom März 1930 , die zusammen mit der statistischen Abteilung
der „ Allgemeinen Arbeiterorganisation " durchgeführt wurde , umfaßte alle
Lohn - und Gehaltsempfänger in Dorf und Stadt , Arbeiter und Angestellte .
tDer Zählung sind die Ergebnisse einiger Sonderuntersuohungen über die Zahl
arabischer Arbeiter in einigen jüdischen Kolonien , sowie über die der jüdischen
Beamten in den Regierungsämtern und der jüdischen und arabischen Arbeiter
in den öffentlichen Arbeiten der Regierung beigefügt . * )
Die Zählung ergab , daß sich 23 . 830 Lohnarbeiter in Dorf und Stadt
befanden ( außer damals zirka 500 Arbeitslosen ) , von ihnen 15 . 530 in den
größeren Städten , 565 am Toten Meer und bei den Ruthenber - Arbeiten , der
Rest ( 7735 ) in den jüdischen Kolonien . 18 . 021 sind Arbeiter , 5754 Arbeiterinnen
( bei 55 war die Geschlechtszugehörigkeit nicht feststellbar ) . Von Allgemeininter¬
esse sind die Angaben über Familienschichtung und Kinderzahl . Es handelt
sich auch heute noch um eine Arbeiterschaft von verhältnismäßig jugendlicher
Alterzusammensetzung : 51 . 4 Prozent sind im Alter von 21 bis 30 Jahren
( im Jahre 1926 : 40 . 6 Prozent ) . Die palästinensische Arbeiterbevölkerung wird
durch Einwanderung ständig verjüngt . 49,4 der Arbeiter sind verlheiratet , eine
nicht unbedeutende Steigerfung gegenüber 1926 , besonders in den Städten , wo *
der Prozentsatz der Verheirateten von 54 auf 65 Prozent stieg ; immer ist die
Zahl der Unverheirateten in den Kolonien , dem Aufnahmereservoir der Neuein¬
wanderer , viel größer als in den Städten . Was die Kinderzahl anbetrifft , so
gibt die Tabelle 65 merkwürdigerweise nicht die Zahl der Familien ohne
Kinder an ( zirka 1355 von zirka 8600 im Ganzen gleich 16 Prozent ) . Im Jahre
1926 betrug die Zahl der kinderlosen Familien noch 38 Prozent . Zirka 70 Pro -
* ) Anm . d . Red . Wir haben im letzten Hefte eine ausführliche Abhandlung über
die Verhältnisse der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas nach einer jüngeren
Zählung veröffentlicht , die 30 . 060 Mitglieder der Histadruth umfaßte . Immer¬
hin sind die dort nicht bearbeiteten Gesichtspunkte , wie Familienstand , früherer
Berufe , Schichtung im Vergleich mit der Diaspora usw . aus der älteren
Zählung von solchem Interesse , daß wir die nachstehende Uebersicht über die
Untersuchung der Jewish Agency trotzdem veröffentlichen .