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XX Jahrgang.

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Der Israelit.

Ein

Central-Organ für das orthodoxe JudenthuN.

HeraiiSgegeben von

l>r. Lehmann in SDf a i n z.

Mittwoch, den 21 . Dezember 5640 (1879).

Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 10 ReichS-Mar!. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. Ocstcrreichische Banknoten laut Eours. Dirccte Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. östcrr. an die Exvedition franco einzufenden.

Pa mit dem 1. Jan. 1880 ein neues Huartak beginnt, so ertanöen wir uns, die geehrten Abon­nenten darauf aufmerksam zn machen, daß namentlich bei der Wost das Abonnement frühzeitig er­neuert werden muß, damit die Wersendung keine Hlnterörechnng erleide.

Z rr tz n t t.

Leitende Artikel: Zum zehnten Teweth. Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Würzburg.

Oesterr. - Ungar. Monarchie: Ungvar. Schweiz: Genf.

Italien: Asti. Frankreich: Paris. Paris. ' Afrika: Tums. Deutschland: Mainz. Aus Bayern. Aus Berlin.

FemtUton: Rabbi Joselmann von Rosheim.

Znüatt der ersten Aeikage:

Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Bonden Usern des Erlbachs. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Palästina: Jerusalem. Amerika: New-Pork.

Feuilleton: Laura.

Auhatt der zweiten Meitage:

Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen: Deutschland: Naugard.

Afrika: Algier.

Feuilleton: Vor hundert Jahren.

Leitende Artikel.

Aum zehnten Teweth.

Von E.

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Meine Väter, solange sie vertrauten aufüden Namen Gottes, der noch mein Hort ist, waren sie groß und waren glücklich und trugen

auch Früchte. Seitdem sie aber abgedrängt wur­den und mit Jbm im Zufall wandelten, wurden sie weniger und weniger, bis zum zehnten Monate."

Es sind tief ergreifende Gedanken und Em­pfindungen , die den denkenden Juden bewegen, wenn er am zehnten des zehnten Monats fastend das Gedächtniß des Tages begeht, an dem der erste Schritt zur Niederwerfung seines Staates und Volkes geschah.

Keinem andern Menschenstamm auf weitem Erdenrund ist es vergönnt, die Erinnerung eines Geschehnisses zu feiern, das in so grauer Ver­gangenheit liegt, während seine Bedeutung noch in die neueste Gegenwart hineinragt. Hat sich doch bislang noch kein Volk zu der indischen Anschauung erhoben, welche die Tage des Niedergangs ver­zeichnet und ihre Erinnerung alljährlich den spä­testen Enkeln aufs Neue zum Bewußtsein bringt. Ihre Freuden- und Siegestage feierten und feiern die außerjüdischen Kreise und vermeiden es ge­flissentlich die Momente ihres Niedergangs auch nur zu erwähnen, geschweige denn zu verewigen. Und doch sind die Völker, die nur ihre Siege feierten, untergegangen und das einzige Volk, das das Gedächtniß der einzelnen Stadien seines Nie­dergangs noch nach Jahrtausenden fastend begeht, hot sie alle überlebt. Wer will den Antheil er­messen, den gerade die nationalen Fasttage haben, an der ungetrübten Erhaltung des JudenthumS und der Judenheit; und den Ernst, der daher ihre