20 Pfennig
Palestine News. Periodical for the Promotion of the economic development of the Near East.
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ZEITSCHRIFT
FÜR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT
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Redaktion: Dr. E. F. Ascher
Berlin, 6. September 1934
Jahrgang 1 Nr. 11
Was braucht Palästina ?
Die gegliederte Importstatistik Palästinas zeigt die typischen Merkmale eines im Aufbau begriffenen kapitalstarken Landes. Die Einfuhr erreichte 1933 den Betrag von 11 123 489 £P, der sich wie folgt verteilt:
I (Nahrungs- und Genußmittel) £P 2 425 817
II (Rohmaterialien) 836 485
III (Fertigwaren) 5 743 394
IV (Diverse) 2 117 793
11 123 489
Der Anteil der
Länder war
hierbei folgender:
Großbritannien
21,6%
Italien
3,21%
Aegypten
10,86%
Japan
3,15%
Deutschland
10,73%
Belgien
3,12%
Syrien
8,47%
CSR
2,81%
USA
7,54%
Polen
2,60%
Rumänien
5,23%
Oesterreich
1,68%
Frankreich
4,13%
Schweden
1,10%
Türkei
3,27%
Holland
1,06%
anderen Länder
unter 1%.
7
Trotz der einsetzenden starken Industrialisierung des Landes stieg nicht nur der Import von Produktionsmitteln, sondern durch die Immigration und die Steigerung des Lebensstandarts auch der Import von Industrieprodukfen an, die im Lande z. T. gar nicht, z. T. in ungenügender Zahl hergestellt werden. Der Vergleich zwischen den Importziffern des 1. Vierteljahres 1933 mit den Zahlen des 1. Vierteljahres 1934 zeigt die Importsteigerung aller Kategorien.
IV
1933 507 942 £P 172 689 1 209 400 439 396
1934
754 453 £P 200 765 1 846 903 445 670
£f> 2 392 427
3 247 791
Im ersten Vierteljahr 1934 fanden nicht unwesentliche Ver- schiebunjen in der Beteiligung der Länder statt. So betrug hier der Anteil Großbritanniens 23,6%, Deutschlands 12,35%, der USA 8,25%, Syriens 5,06%, der Türkei 5%, Aegyptens 3,46%.
Der wachsende Anteil Deutschlands kommt noch stärker bei der prozentualen Exportbeteiligung an Kategorie III zum Ausdruck.
Die zu Kategorie I gehörenden Waren wurden zur Hauptsache von der Türkei, Aegypten und Syrien als benachbarte Agrarländer, sowie Großbritannien geliefert, die Waren der Kategorie III hauptsächlich von England, Deutschland und USA. Hier ist Deutschland mit 15,72% beteiligt. (England 17,8%, USA. 9,53%). In Kategorie IV beträgt Deutschlands Anteil 23%. (England 54,8%, USA. 3,5%).
Für Deutschland ergibt sich eine wertmäßige Steigerung des Exportes zwischen dem 1. Vierteljahr 1933 und dem gleichen Zeitraum 1934 von 60%. Der Gesamtimport Palästinas ist in diesen Vergleichsterminen lediglich um 35% gestiegen. Diese steigende Tendenz des deutschen Exportes nach Palästina hat im 2. Vierteljahr 1934 angehalten. G.
Bau einer Rundfunkstation in Jerusalem
Folgendes offizielles Communique ist soeben von der Palästinensischen Post veröffentlicht worden:
Nach vollständiger Erforschung der modernen Tendenzen im Entwurf von Rundfunkstationen hat der High Commissioner kürzlich den Postmaster General beauftragt, eine Beschreibung für eine Rundfunkstation abzufassen, die in der Nähe von Jerusalem errichtet werden soll, und die stark genug sein soll, ganz Palästina zu bedienen. Der Kontrakt für diese Station ist der Mar- koni's Wireless Telegraph Company zuerkannt worden.
Der Sender wird neuesten Types sein und der Antenne eine Leistung von 20 Kw zuführen. Es werden zwei je 100 m hohe isolierte Masten verwendet. Der Sender wird dem in Cairo errichteten Sender sehr ähnlich sein, aber auf Grund seines neueren Entwurfes einige charakteristische Verbesserungen enthalten. Die Frequenz der Station wird 668 Kc/s befragen, d. h. der Sender wird auf Welle 449,1 m arbeiten. Es ist auch ein Spezialemp- fangsapparat mit in Auftrag gegeben worden, um auswärtige Programme aufnehmen und wieder ausstrahlen zu können.
Die Studios und Sfeuerräume befinden sich in Jerusalem und werden mit Ueberlandleitungen mit dem Sender verbunden.
Es ist beabsichtigt, die Programmgestaltung in die Hände eines Programmausschusses zu legen. Die Ueberfragungen erfolgen in den drei offiziellen Landessprachen.
Inoffiziell wird dazu noch bekannt, daß der Sender etwa einen Kilometer nördlich von Ramallah errichtet werden wird. Der Bau dieser Station schafft Abhilfe für ein altes Bedürfnis der Palästinensischen Bevölkerung, Radio empfangen zu können, ohne dafür mindestens 8 £P (ur den Apparat ausgeben zu müssen. Dieser Preis war bisher der Mindestpreis, den man bezahlen mußte, wenn man irgend eine Station in der Welt empfangen wollte. Man bekam dafür einen kleinen Apparat, mit dem man abends, d. h. im Winter etwa nach 7 „Uhr, im Sommer erst nach etwa 9 Uhr, Bukarest oder Moskau und seit kurzem auch den neuen Sender in Cairo empfangen konnte. Es.wird jetzt vielleicht möglich sein Apparate zu verwenden, die sogar noch mit Detektor arbeiten und deshalb innerhalb der 1 £P-Grenze bleiben.
Ueber die bisherigen allgemeinen Empfangsbedingungen in Palästina sind folgende Angaben zu machen: Um Fernempfang zu haben, braucht man sehr starke und sehr selektive Empfänger. Mit Geräten, die etwa den deutschen „Ortsempfängem" entsprechen, ist hier durchaus nichts anzufangen. Manchmal ist aber auch mit den teuersten Geräten nichts zu machen, falls sie keine Kurzwellenteile haben. Denn der Störspiegel liegt zu manchen Zeiten so hoch, daß ein starker Apparat nur Störungen, aber keine Station bringt. Das gilt besonders für den Sommer. Deswegen ist hier die größte Nachfrage nach Kurzwellenapparaten. Man hat Empfänger im Betrieb, die zu jeder Tages- und Nachtzeit und fast unabhängig von der Jahreszeit einigermaßen störungsfreien Empfang der deutschen, englischen, französischen, holländischen und italienischen Kurzwellenstationen ermöglichen. Diese Apparate haben nicht etwa „Kurzwellenteile" im Sinne der deutschen Begriffsbestimmung, Zusatzapparaturen, die man einbauen oder auch fortlassen kann, und die einen Preisunterschied
