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״diese Verständigen werden leuchten, wie der Glanz des Himmels, und die die Gesammtheit beim Eechten erhalten, wie die Sterne ewiglich! (Daniel 12,4).

...... . , 11. Tischri 5609. Der Oberlandes-Rabbiner

N,k01־b "' S 8^5kÄT18i8: Hirse 11.

Die ehrsamen Vorstände werden höflichst ersucht, die ihnen zugehenden Exemplare dieses Rundschreibens alsbald unter die einzelnen Glieder der Gemeinde zu vertheilen.

In diesem Zusammenhang seien auch nochmals die Worte zitiert, die Rabbiner Hirsch am Schlüsse des 16. seiner 19 Briefe über die Emanzipation geschrieben hat.

Aber für Jißroel segne ich die Emanzipation nur, wenn vor allem in Jißroel gleichzeitig der wahre Geist erwacht ist, der, unabhängig von Emanzipation oder Nichtemanzipation, auf Er- reichung des Jißroelberufes hinarbeitet, auf unsere Selbstveredlung, den Geist aus dem Judentum in die Gemüter zu pflanzen, auf daß er ein Leben in solchem Geiste gebäre; ich segne sie nur, wenn Jißroel die Emanzipation nicht als Ende seines Berufs, sondern als eine neue Seite seiner Aufgabe, als eine neue Prüfung, und als eine viel schwerere als die des Drucks, entgegennimmt; aber ich trauerte, wenn so wenig Jißroel sich selber begriffe, so wenig seinen Geist mehr hätte, daß es Emanzipation als Ende seines Goluß begrüßte, als höchstes Ziel seines geschichtlichen Berufs; als Lebensermäculichung und als Weg zu größerer Besitzes- und Genussesiüile nur sie vergötternd zeigte, daß es den Geist seiner Thauroh nicht begriffen und aus dem Goluß nichts gelernt; aber ich trauerte wehmütig, wenn Jißroel so weit sich verkennen sollte, Emanzipation, von ungerechtem Drucke befreieten Raum für Besitzes- und Genussesstreben nicht zu teuer erkauft zu haben glauben sollte durch willkürliches Beschneiden der Thauroh, durch willkürliches Aufgeben unserer Lebensseele. Juden müssen wir werden, im wahren Sinne Juden, von der Thauroh Geist durch- drungen, sie als Quelle des Lebens aufnehmen, dann wird auch der Geist des Judentums Emanzipation freudig begrüßen als eine nun größere Bahn zur Erfüllung ihrer Anforderung, zur Ver- wirklichung ihres Lebensbildes.

Zurück in die Geschichte.

Von Dr. Isaac Breuer.

Mit wachsender Aufmerksamkeit verfolgt der Vorstand der Rabbiner Hirsch-Gesellschaft die Aktion Isaac Breuers, die ihn nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Lande veranlaßt hat, aus seiner lang geübten Zurückhaltung herauszutreten« in zahlreichen Städten öffentlich zu spre- chen und sich mit flammenden Weckrufen an alle Kreise des jüdischen Volkes zu wenden, die für den Wert des überlieferten jüdischen Kultur-