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Dr . Max Steif : Die Purimfeier in historischer Beleuchtung .
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REMBRANDT .
EREMITAGE . PETERSBURG .
Haman in Ungnade .
die sonst verpönt waren , erlaubt . Bevorzugt war
das Spiel Gerade und Ungerade , das Ball - , Kegel -
und Nussspiel . 1 ) Sogar der Tanz wurde am
Purim gestattet , wenn auch mit der Einschränkung ,
dass hierbei eine Sonderung der Geschlechter ein¬
zutreten habe , ein Verbot , das jedoch bei den
jungen Leuten gewöhnlich wenig Beachtung fand ,
mochten hervorragende talmudische Autoritäten
noch so sehr gegen diese angebliche Unsitte
auftreten .
! ) Vgl . Berliner , Aus d . Leben d . deutschen Juden im
Mittelalter .
Was aber dem Purimfeste erst seinen eigent¬
lichen , lustig übermütigen Charakter verlieh , das
war eine Art Karnevaltreiben unter den ver¬
schiedenartigsten Verkleidungen , wobei selbstver¬
ständlich der Phantasie der einzelnen der weiteste
Spielraum gewährt wurde . Während es sonst
gemäss einem biblischen Verbot für unziemlich
galt , Frauenkleider anzulegen , drückte man heute
ein Auge zu , wenn auch manch überfrommer
Sinn auch hier seine Bedenken geltend machte
( vgl . Das kleine Buch der Frommen , verfasst im
15 . Jahrhundert ) . In solchem Mummenschanz ist