auf, daß ein emsiges Nationalstudium die wissen­schaftliche Bestrebung keinesweges beeinträchtige. In diesem edlen Streben standen jedoch unserm Ober­lehrer auch die Hülfslehrer rühmlichst zur Seite. Der sel. Hr. Jacob Bibers heim arbeitete mit ihm nach demselben Ziele, uns mit dem tiefen Gehalt des Tak- mudstudinms bekannt zu machen, und die Klarheit seiner.Lehrmethode, die Liebenswürdigkeit seines Vor­trages, wie die Schärfe seines Verstandes werden mir und meinen Mitschülern ewig denkwürdig sein. Nicht weniger hat zur Hebung unsrer Schule der zweite Lehrer. Hr. Hirsch Joseph beigetragen, dessen Ver­dienste unn so mehr anerkannt werden müssen, als derselbe bei dem anerkannten litterarischen Rufe nicht ermüdet, sich in der Schule mit den rüdesten Elementen und den ersten Anfangsgründen aller Lehr­gegenstände zu beschäftigen. Als eines würdigen Dritten in diesem schönen Bunde erwähne ich hier noch des Hrn. Bär, der bereits vor 8 Jahren, in einem Zeiträume von Jahren und seit einem Jahre wie­derum seine Kräfte dem Institute widmet, obgleich noch viele Geschäftsthätigkeiten seine Zeit sehr in Anspruch nehmen. Sein segensreiches Wirken zeigt jetzt, wie damals, wie sehr er es versteht, zur Förderung und zum Gedeihen einer Schule beizutragen. Noch er­wähne ich hier des Hrn. I)r. Samter in Liegnitz, der auch zur Förderung dieser Anstalt 11 Jahre lang mit allen Kräften beigesteuert. V'irtut! eorvna. Auch Hr. Lazarus, der Hauslehrer des Gemeindemitgliedes, Hrn. Joseph Hirsch, ist auf dessen Wunsch für die Schule engagirt, und wirkt derselbe aus gottesdienst­lichem Interesse für den höhern Talmudunterricht sehr wohltbätig. Wenn auf diese Weise alle Kräfte zur Verbreitung der jüdischen Wissenschaft und des Elementarunterrichtes überhaupt aufgeboten werden, so ist auch für die frühe Aneignung eines Kunstsinnes nicht weniger Sorge getragen, und läßt unser Vor­sänger, Hr. Ieretzry in diesem Unterrichte Nichts zu wünschen übrig.

Bei einem so rühmlichen Eifer und so vereinten Kräften war es allerdings zu erwarten, daß die Re­sultate den Bemühungen entsprechen; es ist dies aber zur Freude aller derer, die es aufrichtig mir ihrem Glauben und ihrem Volke meinen, schon seit einer

Reihe von Jahren über alle Erwartungen geschehen. Sie liefern den schönen Beweis, daß daS Talmur- studium die Anforderungen an unsre Schule als Volksschule nicht beeinträchtige, daß eine jüdische Anstalt allerdings die doppelte Aufgabe erfüllen kan», eine gute jüdische Schule und eine gute Element« rfchule zu sein. Wenn es sich bei der­selben leider so oft bewährt, daß der Prophet nichts in feinem Lande gelte, wenn sie so oft die betrübende Erfahrung machen muß, daß Glaubensbrüder aus unserer eigenen Mitte polemisch oder gar mit Ver­achtung dagegen auftreten; wie man von dem be­dauernswürdigen Vorurtheile ausgeht, daß die Schule den Anforderungen des Zeitgeistes nicht entsprechen könne, weil sie auch den Anforderungen deS Geistes aller Zeiten, der Religion entspräche, so findet der Lehrer diesen äußerlichen Angriffen gegenüber seine genügende Beruhigung in dem Bewußtsein, seine Pflichten erfüllt zu haben, und es ist wohl keine Frage, welches Moment schwerer in die Waagschaale der Lebrerpflickt fällt. Aber auch von Außen werden die Bestrebungen unserer Lehrer nicht ganz verkannt, von denjenigen Eltern nämlich, welche solcher vorge­faßten Meinungen gegenüber sich lieber danach er­kundigen, was denn die Schule leiste, ganz vorzüg­lich aber von sämmtlichen christlichen Lehrern, von einem wohllöbl. Magistrate hiesigen Ortes und von einer hochweisen Regierung zu Magdeburg. Mit solchem Selbstbewußtsein darf sich das ganze Lehr­personal auf das einstimmige Urtheil aller hiesigen Schuldirektoren und Lehrer sämmtlicher Bildungs­anstalten berufen, daß die unsrer Schule entlassenen Zöglinge durchschnittlich zu den besten Schülern jener Anstalt gehören, und immer mit großer Freude aus­genommen werden. Sie dürfen ferner gegen die vielen gegen sie gerichteten Invectiven auf die volle Anerkennung und das beispiellose Wohlwollen der wohllöbl. Stadtbehörde aufmerksam machen, welche gleichfalls bereits seit einer großen Reihe von Jah­ren unserer Schule ihren ungetheilresten Beifall zollt. Es gereicht ihnen endlich zur großen Ehre, daß trotz der vielen Anklagen gegen das Takmudstuvium, durch welche die Lehrer und Administratoren bei einer königl. Negierung verlänmdet wurden, dieselben ihre auf dem segensreichen Wirken dieses Institutes be­gründete Ueberzeugung nicht geändert hat, und