er sich huldvoll mit uns unterhielt , daß keiner geachteter wäre
bcimfNcgcntcn , als Du . «
cin — « daß der Vater oft gar zu starr sei . und daß man sich
dem hohen Herrn mehr fügen müsse , um sich seine Gunst zu
bewerben -
so viele thun , die höher sieben , denn ich . Ich werde meine
Seele nicht verkaufen für Rang und Würden , — und wozu
braucht ' ich cs ? Ich habe eine Würde und Ihr habt sie , die
von keiner andern übcrtroffcn wird — ich bin Jude ! Mö -
Bald trat er wieder ein .
- - Höchst seltsam , ein Maskirter verlangt von mir . daß
ich mich mit ihm in die rue Viviemie begebe , um dort an
eurer wichtigen Berathung Theil zu nehmen , dabei hat er mir
zugcschworen , daß mir nicht das geringste Unangenehme dort
bcvorstehe .
« Es wird schon dunkel , lieber Mann , thu ' cs lieber nicht !
« Die Straßen sind unsicher , Vater , und man kann kei¬
nem Fremden trauen , ich will Dich begleiten . «
« Es geht nicht , Benjamn , ich soll allein folgen . -
« So rath ich Dir durchaus ab , es ist gewiß eine Falle . «
Esquiroz stand einen Augenblick unschlüssig .
« Ich habe nie Mcnschenfurcht gekannt , ich will sie in
meinem Alter nicht kennen lernen . Zch gehe mit . Benjamin ,
mciuen Mantel und Hut ! Der Herr wird mich schützen ,
wie er es immer gethau . , W ich ^ Unglücklichen
helfen - « - , ,
Widerspruch kannte Esquiroz nicht in seiner Familie -
Wenn gleich ungern , willfahrte man seinem Befehle . Nach ei¬
nigen Minuten sah die bekümmerte Familie vom Fenster ans
lich waren sie ganz entschwunden , und ' die Nacht brach raben¬
schwarz über die Riesenstadt herein .
( Fortsetzung folgt . )
- -
ZM ' ANgAZMchrichtxN .
Mecklenburg - Schwerin .
Dieser Tage ist Holdheim nun wirklich bei der
hiesigen Landes - Negierung um seine Entlassung aus
dem Staatsdienste eingckommen . Es ist keinem Zwei¬
fel unterworfen , daß solche ihn unter Bezeugung der
vollkommensten Zufriedenheit mit seinem bisherigen
Wirken unvcrsanmr werden wird . Segnungen be¬
gleiten sein Scheiden .
Aus dem Grofther ^ gthum Posen .
wenige jüngere Rabbinen und sogenannte . Theologen
unserer Provinz sich alle erdenkliche Mühe geben ,
durch Wort und Schrift für die projectirte Frankei ' sche
Versammlung zu werben , ist gänzlich mißrathen , resp .
verunglückt . Trotz pomphafter Einladungsschreiben ,
trotz glanzender Veredtsamkeir , die von einer gewissen
Seite her zur Erreichung dieses Zweckes bis zum Uebcr -
drusse verwandt wird , herrscht hier noch Scharfsinn
und Einsicht genug , um Wahrheit von Trug , um
Schein von Wirklichkeit zu unterscheiden . Niemand
will hier daran glauben , so gerne man es auch glauben
machen möchte , daß cs sich dort um eine Vereinigung
der jüdischen Orthodoxie handle , daß der Zweck allge¬
meine Administrativ - Maaßregeln sei ; so klug man es
auch angefangen har . wir haben uns nicht tauschen u .
fangen lassen . Als nun endlich gar die geachtersien
Rabbinen unserer Provinz , vereint mit einigen benach¬
barten aus Schlesien und Preußen , unter ihnen auch
einige namhafte Männer auä der Reihe der 116 zu -